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Olympia 2024: Berlin ist enttäuscht

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Enttäuschung ist groß  

Berlin kämpft gegen den Olympia-Kater

17.03.2015, 10:19 Uhr | dpa

Olympia 2024: Berlin ist enttäuscht. Aus der Traum: Olympia 2024 findet nicht in Berlin statt.  (Quelle: imago/Camera 4)

Aus der Traum: Olympia 2024 findet nicht in Berlin statt. (Quelle: Camera 4/imago)

Die Lichter sind aus, die brennenden Ringe am Olympiastadion und der beleuchtete Fernsehturm haben auch nicht geholfen. In Berlin wird es für lange Zeit keine Olympischen Spiele geben. "Natürlich ist die Enttäuschung da", sagte Hockey-Olympiasiegerin Natascha Keller. Auch Paralympics-Siegerin Daniela Schulte, die mit zu Berlins Bewerber-Crew im verlorenen innerdeutschen Wettrennen gegen Hamburg gehörte, konnte es kaum fassen: "Wir haben uns eigentlich gut präsentiert."

Über die Gründe der Niederlage gegen Hamburg, das nun statt Berlin am Samstag von der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in der Frankfurter Paulskirche als Kandidatenstadt für die Olympischen Spiele 2024 bestätigt wird, mussten die Berliner Protagonisten nicht lange grübeln.

Nicht die vielleicht fehlenden Visionen im Bewerberkonzept oder die dezentrale Wettkampfstätten-Planung gaben den Ausschlag, sondern schlicht die geringere Akzeptanz von Olympia in der Bevölkerung. "Wir kannten die Regeln, wir wussten, dass es ein schwieriger Vorgang wird", bemerkte Bahnrad-Olympiasieger Robert Bartko zum zweiten gescheiterten Versuch nach 1993.

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Stimmungslage entscheidend

Als den entscheidenden Punkt hatte DOSB-Präsident Alfons Hörmann gesehen: "Wie schätzen wir die Stimmungslage in der jeweiligen Stadtgesellschaft ein?" Und hier lag Berlin in einer aktuellen Forsa-Umfrage mit 39 Prozent Ablehnung auf einem Level, das die Verbands-Oberen offenbar in Alarm versetzte. Ein zweites München, als Bürgerentscheide im November 2013 die Bewerbung für Winterspiele verhindert hatten, wäre für den deutschen Sport verheerend.

Der Kater in der Hauptstadt aber soll nicht zu lange andauern. "Alle haben an einem Strang gezogen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller: "Und die Sportverbände lade ich auch für die Zukunft ein, abseits von Olympia Berlin mit all seiner Sportbegeisterung als Heimat für ihre Wettkämpfe zu sehen. Wir stehen bereit."

Bartko will Hamburg unterstützen

Sportsenator Frank Henkel betonte: "In Berlin findet weiter Sport auf hohem Niveau statt." Nur den Traum Olympia muss Berlin beerdigen. Bartko versicherte als Vizepräsident des Landessportbundes Berlin (LSB) und Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG): "Wir werden nicht gleich zur Tagesordnung übergehen. Aber wir müssen dazu kommen, dass es eine nationale Bewerbung ist und Hamburg unterstützen."

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