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Tour de France 2013: Jens Voigt übergibt sich bei Königsetappe

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Jens Voigt muss sich zweimal übergeben

19.07.2013, 14:10 Uhr | t-online.de

Tour de France 2013: Jens Voigt übergibt sich bei Königsetappe. Am Boden: Dennoch "stand" Jens Voigt im Ziel von Alpe d'Huez Rede und Antwort.

Am Boden: Dennoch "stand" Jens Voigt im Ziel von Alpe d'Huez Rede und Antwort.

Plötzlich ging nichts mehr. Jens Voigt musste im Finale der 18. Etappe der 100. Tour de France leiden. Richtig leiden. "Ich bin nicht mehr der Fahrer, der ich mal war", gestand der 41-Jährige nach der doppelten Kletterpartie hinauf ins legendäre Alpe d'Huez im Gespräch mit "radsportnews.com" ein. Vor allem der zweite Anstieg hatte dem Oldie derart zugesetzt, dass er sich gleich zweimal übergeben musste. (Froome angeschlagen? Die 19. Etappe jetzt bei t-online.de im Live-Ticker)

Sein Motor sei von eben auf jetzt aus gewesen, ließ Voigt wissen. "Dann habe ich auch noch zu viele kalte Getränke zu schnell in mich rein geschüttet", erzählte der RadioShack-Profi, der seine 16. Tour bestreitet. Trotz aller Erfahrung - sein Durst, gepaart mit der Erschöpfung nach den Anstrengungen des Tages, wurde ihm zum Verhängnis. Weitere News finden Sie in unserem Tour-Blog

Hinter einem Campingwagen versteckt

"Ich musste zweimal anhalten und mich übergeben", sagte Voigt. Er legte aber Wert darauf, den Zuschauern diesen unappetitlichen Blick so weit wie möglich erspart zu haben. "Ich habe versucht, mich hinter einen Campingwagen zu verstecken und über eine Leitplanke zu reihern", erzählte er weiter. Mit einem Rückstand von 15:34 Minuten auf Tagessieger Christophe Riblon erreichte der Routinier schließlich das Ziel auf Platz 51. Den finalen Anstieg hatte der Berliner dabei als zweitlangsamster aller Fahrer absolviert.

Dabei durfte Voigt phasenweise vom Etappensieg träumen. Einmal mehr war er seiner Leidenschaft nachgegangen und hatte sein Heil als Ausreißer in einer großen Gruppe gesucht. Im Schlussanstieg kam er sogar noch einmal kurz an die Spitze heran - dann kam der Mann mit dem Hammer.

Alter macht sich auch mental bemerkbar

"Ich habe meine Herzfrequenz und meine Wattzahlen gesehen und wusste: Okay, das war es", sagte der Alte Mann des Radsports. Beim ersten Anstieg habe er noch 350 bis 400 Watt getreten. Beim zweiten nur noch 250.

Doch Voigt hat die Zeichen der Zeit erkannt. "Vor fünf Jahren hätte ich zum Beispiel auf der Etappe nach Lyon nicht 20 Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen - da hätte ich alle anderen abgehängt", sagte er. Sein Alter mache sich aber auch mental bemerkbar. So draufgängerisch wie einst fährt er längst nicht mehr. Er bremse viel intensiver in gefährlichen Kurven, verriet der 41-Jährige.

Dies koste beim Beschleunigen nach der Kurve dann wieder mehr Kraft. "Das machst du auf so einer Etappe 100 Mal und brauchst jedes Mal 50 Watt extra", erklärte der Oldie und ergänzte: "Dafür bezahlst du am Ende den Preis." Das tat Jens Voigt auf dem Weg hinauf nach Alpe d'Huez.

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