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Wimbledon 2013: Sabine Lisicki wirft Serena Williams raus

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Riesen-Coup: Lisicki wirft Williams raus

02.07.2013, 06:54 Uhr | t-online.de

Wimbledon 2013: Sabine Lisicki wirft Serena Williams raus. Sabine Lisicki gewinnt gegen Serena Williams. (Quelle: Reuters)

Sabine Lisicki gewinnt gegen Serena Williams. (Quelle: Reuters)

Sabine Lisicki hat die Wimbledon-Sensation geschafft. Mit einem 6:2, 1:6, 6:4-Sieg gegen die Weltranglisten-Erste und Titelverteidigerin Serena Williams zog die 23-Jährige ins Viertelfinale des Grand-Slam-Klassikers ein. Für Williams war es die erste Niederlage nach zuletzt 34 Siegen in Serie. Lisicki steht nach einer beeindruckenden Vorstellung zum vierten Mal nach 2009, 2011 und 2012 im Viertelfinale von Wimbledon. Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale trifft Lisicki an diesem Dienstag auf Kaia Kanepi aus Estland.

Nach der Sensation und dem Viertelfinaleinzug fing Lisicki beim Sieger-Interview hemmungslos an zu weinen und stammelte immer wieder: "Das ist unglaublich." Für jeden einzelnen Punkt habe sie gekämpft, immer unterstützt von den Zuschauern, die ebenfalls "unglaublich" waren: "Vielen, vielen Dank für diese Unterstützung", sagte Lisicki.

Bei jeder Gelegenheit hatte Lisicki in den vergangenen Tagen betont, wie sehr sie die Atmosphäre im All England Lawn Tennis Club liebe und wie gern sie diesen mythenumwobenen Centre Court betrete. So war der Applaus auch ein bisschen lauter und der Empfang ein bisschen herzlicher, als die 23-Jährige vor dem ersten Ballwechsel auf ihre Seite des Netzes schritt.

Duell auf Augenhöhe

Diesen einzigartigen Tag, an dem alle Achtelfinal-Partien angesetzt werden, nennen sie in England gerne "Manic Monday". Normalerweise spielen dann die Herren Federer und Nadal, die Damen Scharapowa und Asarenka. 2013 aber durfte Lisicki im ersten Match des Tages auf die bedeutungsvollste Tennisbühne der Welt - und schuf sich ihren eigenen "Magic Monday".

Alleine die ersten vier Spiele des ersten Durchgangs dauerten 23 Minuten - da hatte Williams zuletzt schon ganze Sätze für sich entschieden. Lisicki entledigte sich ihres Langarm-Shirts, Williams bändigte ihre anfangs noch etwas flatternde Mähne mit einem Knoten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt demonstrierten beide Protagonistinnen, dass sie sich in diesem Duell nicht einen einzigen Punkt schenken würden.

Schwächephase im zweiten Durchgang

Als eine krachende Rückhand von Williams im Aus landete, schaffte Lisicki das Break zum 4:2. Immer wieder blickte die jüngere der beiden Williams-Schwestern auf die andere Seite des Platzes. Lisicki punktete diesmal nicht nur mit ihren bis zu knapp 200 Stundenkilometern harten Aufschlägen. Sie entnervte die Branchenbeste auch mit cleveren Schlägen gegen die Laufrichtung. Nach 44 Minuten stieß die 23-Jährige ein lautes "Come on" aus und nahm Williams zum zweiten Mal den Aufschlag ab zum 6:2.

"Wieso sollte ich Angst haben? Serena ist auch nur ein Mensch", hatte Lisicki vor der Partie gesagt. Vor einem Jahr hat sie auch schon einmal bewiesen, dass sie es kann. Im zweiten Satz schien der Mensch aber kurzzeitig zur Maschine zu mutieren. Nur einen Punkt erlaubte die French-Open-Siegerin ihrer Kontrahentin und entschied nach 27 Minuten Durchgang zwei für sich.

Grandiose Aufholjagd im letzten Durchgang

Der dritte Satz begann für Lisicki bitter. Bei 0:1-Rückstand führte sie bei eigenem Aufschlag 40:15. Mit zwei Netzrollern nacheinander glich Williams zum Einstand aus - wenig später kassierte Lisicki das Break zum 0:2. Ihr gelang ein Re-Break zum 2:3, es wogte hin und her, die Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen - und feierten am Ende die nervenstarke Lisicki.

"Sie ist immer da, wenn es gegen große Spielerinnen auf den großen Plätzen geht", sagte Williams nach der Niederlage gefasst: "Die Niederlage ist für mich kein Schock, weil sie auf Rasen einfach gut ist. Sabine hatte nichts zu verlieren und hat unglaublich frei und aggressiv gespielt."

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