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Andrea Petkovic: "Wir haben uns oft die Köpfe eingeschlagen"

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Fed-Cup-Star im Interview  

Petkovic: "Wir haben uns oft die Köpfe eingeschlagen"

24.07.2014, 12:15 Uhr | t-online.de

Andrea Petkovic: "Wir haben uns oft die Köpfe eingeschlagen". Andrea Petkovic blickt zuversichtlich auf die US Open und das Fed-Cup-Finale. (Quelle: Gerolsteiner/Sebastian Reimold)

Andrea Petkovic blickt zuversichtlich auf die US Open und das Fed-Cup-Finale. (Quelle: Gerolsteiner/Sebastian Reimold)

Andrea Petkovic hat nach einem kurzen Aufenthalt in ihrer Heimatstadt Darmstadt die Koffer wieder gepackt und sich auf die Reise Richtung Nordamerika gemacht. Dort wird sie in Stanford, Montreal und Cincinnati aufschlagen, bevor sie schließlich ab dem 25. August bei den US Open in New York versucht, nach dem Grand-Slam-Titel zu greifen. Mit im Gepäck hat sie eine Menge Selbstbewusstsein. Nach zahlreichen Verletzungen hat sich die 26-Jährige wieder zurück gebissen und bis in die Top 20 vorgekämpft. 

Vor ihrem Abflug spracht der Tennis-Star mit t-online.de über die Zusammenarbeit mit ihrem Coach Eric van Harpen, den steigenden Leistungsdruck und prognostiziert den kommenden Sieger des diesjährigen Fed-Cups.

t-online.de: Frau Petkovic, bislang haben Sie sich mit Äußerungen zu ihrer Zusammenarbeit mit ihrem neuen Coach Eric van Harpen zurückgehalten. Zu frisch wäre die Zusammenarbeit. Nun sind es bereits fünf Monate. Ziehen Sie doch bitte eine Bilanz.
Andrea Petkovic: Bevor ich mit Eric angefangen habe zu arbeiten, wollte ich im Training immer meinen Kopf durchsetzen. Ich habe mir Trainingsinhalte gewünscht, die dann schließlich auch berücksichtigt wurden. Jetzt wird ganz klar das gemacht, was Eric sagt. Ich musste erst einmal damit klar kommen, dass er eine richtige Autorität ist. Zudem musste ich lernen, mich führen zu lassen. Ich begebe mich komplett in seine Hände. Und das war verdammt schwer für mich. Denn ich bin keine, die gerne Kontrolle abgibt. Aber es hat sich ausgezahlt. 

Lief dieser Prozess reibungslos ab?
Nein, gar nicht (lacht). Wir haben uns so oft die Köpfe eingeschlagen und diskutiert. Aber jetzt haben wir mittlerweile einen gemeinsamen Nenner gefunden. 

Er hat in der Vergangenheit mit absoluten Weltklasse-Spielerinnen wie Arantxa Sanchez Vicario, Conchita Martinez oder Anna Kurnikowa trainiert. Hat er sich auf diese Machtspielchen anfangs eingelassen?
Ja, aber das hat ihn auch herausgefordert. Bislang hatte er immer nur Spielerinnen, die unheimlich talentiert waren, aber denen es ziemlich egal war, welche Trainingsinhalte trainiert wurden. Sie haben ihn einfach machen lassen.

Und dann kamen Sie.
Und habe jede Übung hinterfragt. Wenn ich sie nicht verstanden habe, dann habe ich sie auch nicht gemacht. Anfangs ist er völlig verzweifelt. Aber jetzt, da er es geschafft hat meinen Willen zu brechen, ist er auch ein bisschen stolz darauf.

Erst kürzlich sagte van Harpen, dass er es schade findet, Ihnen mit 26-Jahren noch so viel beibringen zu müssen. Was meint er damit genau?
Ich bin in der Vergangenheit meist über mein Pensum gegangen und habe acht Stunden pro Tag trainiert. Trotzdem wurde ich nie müde, jeden Tag aufs Neue zu trainieren. Ich habe mir bis dato nie große Gedanken über Techniktraining gemacht. Zumal sich die Erfolge trotzdem recht schnell eingestellt haben. Dann kamen meine Verletzungen und ich musste mein Training komplett umstellen. Eric öffnete mir die Augen und zeigte mir, wie mit hochkonzentrierter, aber dosierter Arbeit ein Pensum von drei Stunden auch ausreichen kann. Ich musste begreifen, nicht nur über Kraft zu arbeiten. Für mich war es, als ob ich Tennis neu lernen musste. 

Mit den großen Defiziten, die Sie genannt haben, waren sie bereits unter den zehn besten Damen der Welt. Wenn sie jetzt noch gezielter arbeiten, wohin kann der Weg dann führen?
Eric spinnt manchmal auch schon die tollsten Szenarien aus. Aber es spielen doch so viele andere Dinge mit. Bislang hat sich keiner für mich interessiert. Ich hatte nicht den Druck. Jetzt bin ich wieder unter den Top 20 und die Erwartungen werden größer und der Druck steigt. Außerdem kommen so viele junge Spielerinnen nach, die viel besser ausgebildet sind als wir früher. Die Qualität ist enorm. 

Woran liegt es?
Die Mädels fangen deutlich früher an, professionell zu trainieren. Ich bin in deren Alter noch zur Schule gegangen und konnte nur danach trainieren. Es ist nicht mehr so einfach wie vor knapp drei Jahren, als ich in den Top 10 stand. Die Leistungsdichte ist viel höher.

Würden Sie es denn heute anders machen? Beneiden Sie die jungen Spielerinnen um ihre Professionalität?
Ich glaube nicht. Eric ist der Meinung, dass ich bereits mit 16 Jahren in den Top 30 gewesen wäre und wahrscheinlich heute Multi-Millionärin, wenn ich früher angefangen hätte professionell zu trainieren (lacht). Ich habe kurz darüber nachgedacht. Aber ich würde es nicht anders machen wollen. Ich habe heute so viele andere Möglichkeiten - denn die Tennis-Karriere geht nicht lange. Ich habe durch meine zahlreichen Verletzungen am eigenen Leib erfahren, wie schnell die sportliche Laufbahn vorbei sein kann. Und mit einem Plan B in der Tasche kann ich nach der aktiven Karriere auch noch viele andere Dinge machen.

Sie hatten einen sehr guten Riecher, als sie vor einem Jahr auf einen deutschen Sieg bei der Fußball-WM getippt haben. Geben Sie doch bitte einen Tipp zum Fed-Cup-Finale Tschechien gegen Deutschland ab.
Auch hier glaube ich fest an einen deutschen Sieg! Ich weiß, dass die Tschechinnen um Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova unmenschlich spielen, aber Angie (Kerber, Anm. der Red.) ist so gut drauf und ich fühle mich auch gut. Ich sage, wir schaffen es!

Das Interview führte Nils Tittizer

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