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Michael Rösch: "Ich nehme inzwischen alles mit einem Lächeln"

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Michael Rösch: "Der Bäcker macht auch nicht jeden Tag die besten Brötchen"

04.01.2012, 12:02 Uhr | t-online.de

Michael Rösch: "Ich nehme inzwischen alles mit einem Lächeln". Michael Rösch hat wieder gut lachen. (Quelle: imago)

Michael Rösch hat wieder gut lachen. (Quelle: imago)

Das Interview führten Alexander Dölling und Markus Polak

Michael Rösch kennt das Gefühl, ein Champion zu sein. 2006 holte er mit der Biathlon-Staffel in Turin Olympisches Gold und wird als Kronprinz des deutschen Biathlons gefeiert. Vier Jahre später ist er am Boden. Die guten Leistungen blieben ebenso aus, wie die Nominierung für die Winterspiele 2010 in Vancouver.

Nicht einmal mehr im Weltcup darf er starten, sondern muss sich im Deutschland-Pokal - der 3. Liga des Biathlon - neu beweisen. Nun ist Rösch ins Rampenlicht zurückgekehrt. Im Interview mit t-online.de spricht der 28-Jährige über sein Karriere-Tief, Krämpfe beim Wasa-Lauf und sein Comeback im Weltcup.

Herr Rösch, seit dem Winter 2009/2010 und Ihrer Rückstufung in den IBU-Cup, zuletzt sogar in den Deutschland-Pokal, ist es ruhig um Sie geworden. Nun haben Sie sich zurückgekämpft in den Weltcupzirkus. Wie geht es Ihnen derzeit?

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Michael Rösch: Mir geht es blendend. Weihnachten und die dazu gehörige Gans habe ich sehr gut verdaut. Auch sportlich bin ich äußerst zufrieden. Vor genau einem Jahr wurde ich aus dem IBU-Cup-Team gestrichen und musste im Deutschland-Pokal ran, also habe ich mich wieder um zwei Ligen verbessert.

2006 haben Sie in Turin Olympisches Gold mit der Staffel gewonnen, galten als der "Kronprinz" des deutschen Biathlons. In Vancouver 2010 wurden Sie nicht nominiert. Ein harter Einschnitt für Sie?

Ja, definitiv. Schön war das mit Sicherheit nicht, aber ich habe es ganz gut verkraftet und lebe ja immer noch. Umso mehr genieße ich es, wieder im Weltcup zu starten.

Wie lange hat es gedauert, diese Nicht-Nominierung zu verarbeiten?

Eigentlich nicht mehr als ein paar Tage. Wissen Sie, der Sport ist schnelllebig und da geht so etwas ruck zuck. Gerade wenn man neue Ziele hat, ist es sehr viel einfacher.

Dennoch sind Sie anschließend in ein Karriere-Tief gefallen. Was waren die Gründe dafür?

Private und sportliche Gründe! Ich will aber nicht näher darauf eingehen. Das ist inzwischen Vergangenheit und ich schaue nur in die Zukunft und freue mich, wieder im Weltcup-Team dabei zu sein.

Wie haben Sie dieses Tief überwunden?

Mit Ehrgeiz und wenigen, aber dafür sehr guten Menschen in meinem Umfeld, die den Karren aus dem Dreck geholt haben. Diesen Menschen bin ich unendlich dankbar!

Wie motivieren Sie sich immer wieder aufs Neue - trotz der Rückschläge, die Sie verkraften mussten?

Ich sage immer: Der Bäcker macht auch nicht jeden Tag die besten Brötchen. Biathlon ist mein halbes Leben. Da fällt es nicht so schwer, sich immer wieder aufs Neue zu motivieren!

Wie haben Sie in den letzten zwei Jahren trainiert?

Seit dem vergangenen Frühjahr habe ich zusammen mit Arnd Peiffer bei der Bundespolizei in Bad Endorf trainiert. Das hat mir sehr gut getan und die Unterstützung der Trainer und Betreuer dort war riesig. Zwischenzeitlich war ich dann zwei Wochen zu Hause, wo mich mein neuer Trainer in Altenberg super unterstützt hat. Auch wenn wir uns nicht so oft gesehen haben, so haben wir dafür umso mehr telefoniert.

Im März haben Sie erstmals am Wasa-Lauf teilgenommen. Ein ganz besonderes Erlebnis für Sie?

Ich bekomme jetzt noch Krämpfe, wenn ich daran denke. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis und ich bereue es keine Minute, dabei gewesen zu sein, auch wenn 90 Kilometer nicht gerade zu meinen Lieblingsstrecken gehört. Immerhin ist das neun Mal so viel wie ein Sprint im Biathlon. Aber auch diese Art von Wettkampf hat mich am Leben gehalten und mir geholfen, zurück in den Weltcupzirkus zu kommen.

Sie haben sich jüngst gemeinsam mit dem A-Kader in Finnland auf den Weltcup vorbereitet. Wie wurden Sie im Team aufgenommen?

Ich kenne ja alle Jungs, von daher gab es keine Probleme. Wir sind ja schließlich keine Weiber. (lacht)

Wie lief die Vorbereitung für Sie?

Optimal würde ich sagen. Ich wollte bei der Deutschen Meisterschaft ins Team laufen und auch im Weltcup starten. Beides ist mir gelungen und somit würde ich sagen: Ziel erreicht!

Wie schätzen Sie Ihr derzeitiges Leistungsniveau ein? Was trauen Sie sich selbst zu?

Wenn ich mein Potential vom September abrufen kann, dann traue ich mir viel zu! Ich gehe selbstbewusst in die Rennen, aber seit Oktober drehe ich sehr am Gaspedal, daher war ich jetzt am Ende doch etwas müde. Aber über die Feiertage habe ich neue Kraft getankt.

In Hochfilzen haben Sie nun Ihr Weltcup-Comeback gegeben. Wie zufrieden waren Sie mit ihren ersten Auftritten?

Der erste Sprint war noch etwas wackelig, das Schießen okay. Da habe ich dann noch das Beste daraus gemacht. Im Verfolger dann Platz zwölf und super Schießergebnisse – da war ich sehr zufrieden. Beim nächsten Sprint hatten wir ein wenig Pech mit dem Wetter. Das war ein nicht so gutes Rennen von mir. Die Mixed-Staffel war dann aber wieder super, auch wenn das Schießen etwas müde war. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden mit meiner Rückkehr.

Sie haben das Verfolgungsrennen bereits angesprochen. Sie sind von Platz 27 auf den 12. Rang vorgelaufen. Ist der Verfolger Ihre Lieblingsdisziplin?

Jein... Ich mag auch den Sprint, aber die Rennen Mann gegen Mann mag ich am liebsten.

In der Mixed-Staffel haben Sie gerade beim Schießen überzeugt  - zweimal schnell und fehlerfrei fünf Scheiben abgeräumt. Wo sehen Sie derzeit Ihre Stärken, woran arbeiten Sie derzeit am meisten?

Das Schießen war perfekt und daran muss ich derzeit auch nur wenig feilen. Bei der Laufleistung gilt es jetzt etwas Kraft zu sammeln, aber da bin ich zuversichtlich.

Läuft man bei einem Comeback nicht Gefahr, zu viel zu wollen, weil man allen etwas beweisen möchte?

Ja, aber mein Fahrplan war so ausgelegt, nichts Besonderes zeigen zu müssen, sondern das abzurufen, was ich trainiert habe. Das hat so ja auch sehr gut geklappt.

Nach dem guten Start in Hochfilzen stieg mit einem Schlag das öffentliche Interesse an Ihnen an. Genießen Sie es, wieder im Rampenlicht zu stehen?

Ich würde lügen, wenn ich jetzt Nein sagen würde. Aber das gehört eben zum Geschäft und ich nehme das inzwischen alles mit einem Lächeln.

Wer sind für Sie die Favoriten auf den Gewinn des Gesamtweltcups?

Ich muss gestehen, ich weiß nicht einmal, wer gerade in Gelb ist. Aber ich denke Tarjei Boe, Emil Hegle Svendsen und Martin Furcarde sind meine Favoriten.

Und wer ist in Ihren Augen für eine Überraschung gut? Michael Rösch vielleicht?

Vielleicht…(lacht)

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