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Thomas Morgenstern nach Sturz am Kulm kurzzeitig bewusstlos

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Kurzzeitig bewusstlos  

Thomas Morgenstern erleidet bei Sturz Schädelverletzung

10.01.2014, 18:39 Uhr | dpa, sid

Thomas Morgenstern nach Sturz am Kulm kurzzeitig bewusstlos. Schrecksekunde: Der dreifache Skisprung-Olympiasieger Thomas Morgenstern stürzt erneut schwer. (Quelle: dpa)

Schrecksekunde: Der dreifache Skisprung-Olympiasieger Thomas Morgenstern stürzt erneut schwer. (Quelle: dpa)

Skispringer Thomas Morgenstern schwebt nach seinem schweren Sturz im Training zum ersten Skiflug-Weltcup des Winters in Bad Mitterndorf nicht in Lebensgefahr. Das sagte der behandelnde Arzt Josef Obrist der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Allerdings befinde sich der Verletzte "durchaus in einem kritischem Zustand".

Der österreichische Ski-Verband hatte zuvor mitgeteilt, dass Morgenstern eine schwere Schädelverletzung und eine Lungenquetschung davongetragen hat. Er soll zur Beobachtung 72 Stunden auf der Intensivstation des Unfallkrankenhauses Salzburg verbringen. Der 27-Jährige müsse "ständig überwacht werden", ergänzte Obrist.

Ein Vergleich mit der Verletzung von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, der nach einem Skiunfall am 29. Dezember mit einem Schädel-Hirn-Trauma im künstlichen Koma liegt, könne nicht gezogen werden, da Morgenstern bei Bewusstsein sei und klare Antworten geben konnte.

100 Meter regungslos den Hang runtergeschlittert

Vollständige Entwarnung gaben die Ärzte aber noch nicht. "Das Risiko bei einer Kopfverletzung ist, dass sich der Zustand verschlechtern kann, da immer die Gefahr von Einblutungen besteht", sagte Wolfgang Voelckel, Leiter der Anästhesie und Intensivmedinzin am UKH Salzburg.

Morgenstern hatte im Training für das Skifliegen die Kontrolle über seinen Flug verloren und war mit Rücken und Kopf hart auf dem Boden aufgeschlagen. Danach rutschte er fast 100 Meter reglos den Hang hinunter. Morgenstern war kurzzeitig bewusstlos, wenig später aber wieder ansprechbar.

Vor vier Wochen bei der Landung gestürzt

ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner war geschockt: "Es tut verdammt weh, wenn man so machtlos ist. Die Ski haben sich kurz berührt und danach gelöst. In so einem Fall werden beim Skifliegen große Kräfte frei, die man nicht mehr regulieren kann." Ein Materialfehler sei nicht der Grund für den Sturz gewesen.

Für Morgenstern war es der zweite schwere Sturz innerhalb von vier Wochen. Am 15. Dezember hatte er sich in Titisee-Neustadt einen Fingerbruch und Prellungen zugezogen.

Zweiter bei der Vierschanzentournee

Rechtzeitig zur Vierschanzentournee war Morgenstern wieder fit. In der Endabrechnung belegte er hinter seinem Landsmann Thomas Diethart sogar den zweiten Platz. "Ich bin eben ein Stehaufmännchen", hatte der dreimalige Olympiasieger nach der Tournee gesagt.

Für die Olympischen Spiele im Februar in Sotschi war Morgenstern dadurch wieder in den Kreis der ganz heißen Medaillenkandidaten zurückgekehrt. "Er ist das Herz unserer Mannschaft. Ich hoffe das Beste für Thomas", sagte Pointner.

Entsetzen bei den Teamkollegen

Morgensterns Teamkollegen rangen angesichts der Bilder um Worte. "Wenn ein Freund von dir bewusstlos im Auslauf liegt, kann man nicht ruhig bleiben", sagte Martin Koch, der den Sturz am Monitor mitverfolgt hatte. Gregor Schlierenzauer, der direkt nach Morgenstern vom Bakken musste, sagte: "Gott sei Dank habe ich den schweren Sturz nicht gesehen."

Die anschließende Qualifikation wurde nach Morgensterns Sturz zur Nebensache. Von den DSV-Adlern sind am Samstag Severin Freund, Andreas Wellinger, Andreas Wank, Marinus Kraus und Michael Neumayer mit dabei. Richard Freitag verpasste hingegen die Qualifikation für den Wettkampf.

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