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Literatur: Eine Kreuzfahrt wird zur Schreckenstour

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Literatur  

Eine Kreuzfahrt wird zur Schreckenstour

29.12.2017, 16:56 Uhr | dpa

Berlin (dpa) – Eine Reise auf einem exklusiven Kreuzfahrtschiff, ganz umsonst und noch dazu mit der Aussicht auf wichtige Kontakte. Die Londoner Reisejournalistin Laura Blacklock, genannt Lo, scheint das große Los gezogen zu haben, als die Zeitschrift, für die sie arbeitet, sie zur Jungfernfahrt der "Aurora Borealis" schickt.

Doch von Anfang an steht die Reise, die Lo als Hauptfigur und Erzählerin in dem Thriller "Woman in Cabin 10" der Britin Ruth Ware schildert, unter keinem guten Stern. Kurz vor der Abreise bricht ein Mann in Los Wohnung ein. Sie kann ihn zwar vertreiben, bevor er mehr als ihre Handtasche stehlen kann, aber die junge Frau ist zutiefst verunsichert. Als dann noch ein Streit mit ihrem Freund hinzukommt, ist aus dem journalistischen Auftrag Los Hoffnung auf Distanz zu ihrem alltäglichen Leben geworden.

Anfangs scheint auch alles zu passen. Das Schiff ist klein, es hat lediglich zehn Suiten und Kabinen, und ist ganz auf das Wohlbefinden der Gäste ausgerichtet. Lo würde sich wohler fühlen, wäre die Kabine nur nicht so eng wie ihre Wohnung. Aber dennoch lässt sich die Reise gut an. Die Mitreisenden sind freundlich, die Mahlzeiten hervorragend, die Getränke kostenlos.

Aber schon in der ersten Nacht wird Lo von einem verdächtigen Geräusch aufgeschreckt. Sie hört eine Frau schreien und dann, wie etwas Großes so wie ein menschlicher Körper, ins Wasser fällt. Lo ist überzeugt, dass die junge Frau aus Kabine 10, die ihr noch etwas Makeup geliehen hatte, ermordet wurde.

Lo alarmiert den Sicherheitschef des Schiffes, aber der zeigt sich eher wenig beeindruckt von ihrer Geschichte. Hier beginnt "Woman in Cabin 10" sich von anderen Krimis zu unterscheiden, die auf Kreuzfahrtschiffen spielen, wie etwa Sebastian Fitzeks "Passagier 23". Der Sicherheitschef glaubt ihr nicht. Kabine 10 ist zwar leer, aber sie wirkt auch nicht so, als sei sie je bewohnt gewesen. Weder von den Gästen noch vom Personal fehlt jemand.

Also bleibt Lo nichts übrig, als auf sich allein gestellt herauszufinden, wer der Mörder ist. Und das, wo sie doch eigentlich mit einem ganz anderen Auftrag an Bord gekommen war. "Ich war hier als Gast und sollte diese Leute mit meiner Kompetenz beeindrucken und mit meinem Charme verzaubern. Stattdessen war ich kurz davor, Mitarbeiter und Gäste mit der schlimmsten aller Anschuldigungen zu konfrontieren."

Ähnlich wie in einem klassischen Agatha-Christie-Krimi hat jeder in dieser isolierten Gesellschaft eine verborgene Seite, die durchaus den Verdacht erlaubt, sie könnten für einen Mord infrage kommen.

Ruth Ware hat dem Roman sehr geschickt dadurch zusätzlich Spannung verliehen, dass sie Lo zur einzigen Informationsquelle gemacht hat. Die Leser müssen völlig auf Los Aussagen und Einschätzungen vertrauen, aber je weiter der Roman fortschreitet, umso größer werden die Zweifel an Los Glaubwürdigkeit. Sie sagt selbst über ihren Zustand: "Wenn sie nicht tot war, blieb nur eine andere Erklärung: Dass ich dabei war, den Verstand zu verlieren."

"Woman in Cabin 10" ist ein geschickt konstruiertes Puzzle aus Fakten, Vermutungen und Zweifeln, bei dem viel Spannung aus der Spekulation geschaffen wird, ob überhaupt jemand umgebracht wurde und, wenn ja, ob es ein weiteres Mordopfer geben könnte.

Ruth Ware: Woman in Cabin 10. dtv Verlag, München, 382 Seiten, 15,90 Euro, ISBN 978-3-423-26178-4

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