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Skandal um Echo nur PR: Die Veranstalter wussten genau, was sie tun

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MEINUNGDie Provokation funktioniert  

Der Skandal ist reines Kalkül der Echo-Bosse

Von Ricarda Heil

17.04.2018, 09:26 Uhr
Skandal um Echo nur PR: Die Veranstalter wussten genau, was sie tun. Farid Bang und Kollegah: Sie sorgten für Furore beim Echo 2018. (Quelle: Getty Images)

Farid Bang und Kollegah: Sie sorgten für Furore beim Echo 2018. (Quelle: Getty Images)

Der Echo gilt als Deutschlands wichtigster Musikpreis. Vor allem aber ist er PR. Die Echo-Veranstalter wussten genau, was sie tun, als sie zwei Gewaltverherrlicher, Frauen- und Judenverachter nominiert haben. Der Skandal um Farid Bang und Kollegah ist dann auch vor allem eins: kühle Kalkulation der Echo-Bosse.

Die Rapper waren für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" in der Kategorie "Hip-Hop/Urban National" nominiert. Doch antisemitische Passagen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow" sorgten für Entsetzen.

Und so wurde vier Wochen lang heftig diskutiert, ob die beiden nominiert bleiben dürfen. Ein unabhängiger Ethikbeirat hat entschieden: Ja, dürfen sie. Der Gipfel für die Kritiker: Am Ende räumten Farid Bang und Kollegah den Preis auch noch ab.

Farid Bang und Kollegah: Die Rapperfreunde sind jetzt Echo-Preisträger. (Quelle: Getty Images)Farid Bang und Kollegah: Die Rapperfreunde sind jetzt Echo-Preisträger. (Quelle: Getty Images)

Wollten das die Veranstalter? Nach welchen Kriterien der Echo überhaupt vergeben wird, ist undurchsichtig. Man vermutet, dahinter stecke eine Fachjury, der Rest ergäbe sich aus Plattenverkäufen und Chartplatzierungen.

Doch selbst wenn den Verantwortlichen nicht klar gewesen sein sollte, wer da nominiert worden war – nach der ersten Kritik hätte der Bundesverband Musikindustrie jede Menge Zeit gehabt, auf die schlimmen Texte zu reagieren und die beiden Rapper auszuladen. Niemand hat einen Rechtsanspruch auf einen Echo.

Doch die Aufregung kam den Veranstaltern gerade recht. Schließlich ist auch schlechte PR gute PR.

Und sind wir mal ehrlich: Der 17. Echo für Helene Fischer lockt niemanden mehr vor den Schirm. Ohne den Skandal wäre die Preisverleihung todlangweilig gewesen. Die Provokation funktioniert. Jetzt redet ganz Deutschland über den Musikpreis. Ein solches Echo hatte der Echo noch nie.

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