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Tiere: Berlin hat ein neues Eisbärenbaby

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Tiere  

Berlin hat ein neues Eisbärenbaby

08.12.2017, 14:03 Uhr | dpa

Tiere: Berlin hat ein neues Eisbärenbaby. Die Eisbärin Tonja hat ihr Junges ganz nah bei sich.

Die Eisbärin Tonja hat ihr Junges ganz nah bei sich. Foto: Tierpark Berlin. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die Überraschung kam am Tag nach Nikolaus: Als ein Pfleger im Berliner Tierpark am Donnerstagmorgen routinemäßig nach der Eisbärin Tonja (8) sah, entdeckte er neben dem großen und 250 Kilo schweren Weibchen etwas Kleines, Zartes.

Damit war nach monatelangen Spekulationen klar: Berlin hat ein neues Eisbärenbaby. Und das nur rund ein Dreivierteljahr nach dem Schock um den Tod von Tonjas erstem Nachwuchs, dem kleinen Fritz. Der kleine Eisbärenjunge war im März im Alter von nur vier Monaten erkrankt und gestorben. Die genaue Ursache gibt Forschern bis heute Rätsel auf.

Mit der Bekanntgabe der Geburt am Freitag gehen die Bemühungen des Tierparks im Osten Berlins um einen neuen flauschigen Publikumsliebling in die zweite Runde. Tonjas Wurfhöhle ist dieses Mal mit besseren und mehr Überwachungskameras ausgerüstet - damit entgeht den Zoomitarbeitern rund um die Uhr kein Detail.

"Die Geburt war nachts um 1.30 Uhr, ganz früh morgens", sagt die Tierpark-Sprecherin Christiane Reiss der Deutschen Presse-Agentur. Ein Video der Geburt hat der Tierpark online gestellt - zu sehen ist auch, wie Tonja das kleine zappelnde Bündel beschnuppert und ableckt. Schätzungsweise ein paar Hundert Gramm leicht und etwa 30 Zentimeter groß sei der Nachwuchs, sagt Reiss. "Er ist noch blind, nackt und taub." Über Mikrofone sei Schmatzen zu hören - ein wichtiges Zeichen dafür, dass das Junge trinkt, sagt Eisbärenkurator Florian Sicks. Das Geschlecht des Tiers ist noch nicht bekannt.

Schon in den vergangenen Tagen hatten sich die Anzeichen gemehrt, dass Tonja tatsächlich trächtig ist, erzählt Sicks. Tonjas Partner Wolodja (6) hatte sie im Frühjahr mehrfach gedeckt.

Wie auch schon bei Tonjas erstem Wurf vor gut einem Jahr, als eines der Zwillingsbabys nach wenigen Tagen starb, gibt es auch diesmal einen Wermutstropfen: Eigentlich hatte Tonja wieder zwei Junge. Das Erstgeborene sei jedoch schon tot zur Welt gekommen, erläutert Reiss. Danach sei es nicht mehr auf den Kamerabildern zu sehen gewesen. Das deutet darauf hin, dass Tonja es gefressen hat - wie bei Eisbären in solchen Fällen üblich.

In den nächsten Tagen heißt es im Tierpark nun Daumendrücken. Denn die Sterblichkeit bei jungen Eisbären liegt bei 50 Prozent. Als besonders kritisch gelten die ersten zehn Tage. Selbst danach sei der Nachwuchs noch nicht ganz über den Berg, erklärte Tierpark-Direktor Andreas Knieriem.

Hoffnung macht, dass es bereits Tonjas zweiter Wurf ist, sie hat damit mehr Erfahrung. Die ersten Fotos zeigen, wie sie das Kleine nah am Körper wärmt. Egal was in den nächsten Tagen passiert, eingreifen werde man nicht, betont Kurator Sicks. Eine Aufzucht per Menschenhand, wie einst beim Berliner Liebling Knut, ist heute höchst umstritten.

Die Reaktionen unmittelbar nach Bekanntwerden der Geburt - etwa auf Facebook - zeigen eine anhaltende Begeisterungsfähigkeit der Menschen für kleine Eisbären, auch nach dem Tod von Fritz. Dabei kritisieren Tierschützer gerade Eisbärenhaltung in Zoos immer wieder scharf. "Wie ist Eisbären geholfen, wenn Familien bei Zoo-Ausflügen mal 30 Sekunden vor dem Gehege stehenbleiben? Das ist eine Art, bei der Zoos immer groß den Artenschutz betonen, aber am Ende werden keine Eisbären ausgewildert", sagte die Biologin Denise Ade vom Deutschen Tierschutzbund kürzlich der dpa.

Der Tierpark argumentiert mit dem Bildungsauftrag und will mit Nachwuchs auf Tonjas bedrohte Artgenossen in freier Wildbahn hinweisen, betont eine Sprecherin. Aber natürlich sei mit einem Eisbärenbaby auch die Hoffnung auf mehr Besucher verbunden - damit wäre der Park in Zukunft womöglich nicht mehr auf Millionen-Zuschüsse des Landes angewiesen.

Gleichwohl wolle man "keinen zweiten Knut" und keinen damit verbundenen Hype fördern, hieß es. Ziel sei ein "gesundes Maß an steigenden Besucherzahlen" für die weitläufige Anlage im Ostberliner Stadtteil Friedrichsfelde. Diese steht noch im Schatten des Zoos im westlichen Zentrum der Hauptstadt, der ehemaligen Heimat von Knut.

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