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Natascha Kampusch bei Günther Jauch: Ihr Leben mit der Entführung

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Natascha Kampusch: Ihr bewegendes Interview bei Günther Jauch

19.02.2013, 13:21 Uhr | nho

Natascha Kampusch bei Günther Jauch: Ihr Leben mit der Entführung. Natascha Kampusch zu Gast bei Günther Jauch. (Quelle: imago)

Natascha Kampusch zu Gast bei Günther Jauch. (Quelle: imago)

15 Jahre ist es nun her, als Natascha Kampusch auf dem Schulweg von dem arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil in einen weißen Lieferwagen gezerrt wurde. Acht Jahre lang hielt er sie in einem Kellerverlies gefangen, ohne Kontakt zu anderen Menschen. Doch wie geht es Natascha heute? Gestern wurde die junge Frau 25 Jahre alt und war zu Gast bei Günther Jauch. Mit ihm sprach sie über die schwerste Zeit ihres Lebens.

"Die unbeschwerte Jugendzeit werde ich wohl nie nachholen können. Was mir im Nachhinein hilft ist, mit anderen Menschen zu kommunizieren und dass diese Menschen ihre Erfahrungen aus der Jugend mit mir teilen“, sagte Kampusch in dem bewegenden Interview mit Günther Jauch. "Ich versuche jeden Tag positiv zu begehen, das was mir passiert ist, zu verarbeiten. Ich habe mich in der Gefangenschaft danach gesehnt, Nähe zu anderen Menschen zu erfahren“, erklärt sie weiter. Doch der Weg dahin war lang und oft nicht einfach.

"Dass ich Kind war, hat mir sehr geholfen"

Das Natascha noch ein Kind war, als sie entführt wurde, hat ihr in der Zeit ihrer Gefangenschaft geholfen: "Es war sehr viel Selbstreflexion nötig und es war wichtig, auf den Täter einzugehen, um sich nicht zu sehr mitreißen zu lassen. Dass ich Kind war, hat mir sehr geholfen. Als Kind ist man noch nicht so oft enttäuscht worden, man ist naiver und glaubt noch an die Gerechtigkeit.“

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Kampusch sprach auch über ihren Peiniger, dem sie intellektuell überlegen war: "Es hat mich zur Verzweiflung gebracht, dass man der körperlichen Gewalt und dem Eingesperrtsein nichts entgegenbringen kann.“ Von Anfang an versuchte sie, sich in Priklopil hineinzuversetzen. "Je mehr Informationen ich hatte, desto mehr konnte ich seine Absichten durchschauen.“ Sie habe so Verständnis für ihren Peiniger gewonnen, was für sie eine wichtige Überlebensstrategie war.

Natascha Kampusch hat acht Jahre ihres Lebens verloren

Jauch fragte auch, warum sie sich nicht früher befreien konnte. "Da ist ein jahrelanger Druck, ein inneres Gefängnis, das es mir unmöglich machte, mich zu befreien. Er hat mir eingeschärft, niemanden anzusehen und gesagt, er würde die Menschen, die mir helfen, erstechen oder mir etwas Schlimmes antun.“

Doch auch heute leidet sie noch unter großem Druck, diesmal durch die Öffentlichkeit. In Österreich fühle sie sich häufig angefeindet, da ihre Berichte über das Martyrium von vielen angezweifelt werden. "Für mich ist das sehr schwer zu ertragen, weil ich fast dazu gedrängt werde, ins Ausland zu gehen oder mich umzubringen.” Das Haus, indem sie jahrelang gefangen gehaltenwurde, hat Kampusch behalten um neue Eigentümer nicht erst bitten zu müssen, den Ort wiedersehen zu können. Das Kellerverlies wurde allerdings zugeschüttet, was Natascha hilft, die Geschichte hinter sich zu lassen: "Es fühlt sich sehr gut an, zu wissen, dass das Verlies zugeschüttet wurde.“

Natascha Kampusch über den sexuellen Missbrauch

In ihrer Autobiografie von 2010 beschreibt Kampusch, dass Priklopil sie in manchen Nächten zu sich ins Bett holte und sie an sich fesselte: "In den Nächten ging es nicht um Sex. Der Mann, der mich schlug, in den Keller sperrte und hungern ließ, wollte kuscheln“. Anders als im Film, in dem auch Sexszenen gezeigt werden, ging Kampusch in ihrem Buch nicht ins Detail. Als Günther Jauch sie fragte, ob diese Szenen mit ihr vereinbart worden sind, erklärte sie, dass die Vernehmungsprotokolle über Parlamentarier an die Öffentlichkeit gelangt seien. Das habe auch ihr Anwalt nicht mehr löschen lassen können. "Ist das jetzt das Signal für die Öffentlichkeit, so ist es gewesen, das können Sie jetzt sehen, aber lassen Sie mich damit jetzt in Ruhe?“, fragte Jauch daraufhin. "Ja, genau“, war die kurze Antwort von Natascha Kampusch.

"Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn Priklopil überlebt hätte"

"Es war klar... nur einer von uns beiden würde überleben... Und das war ich, letztendlich... Und er nicht," sagte Natascha Kampusch in einem Interview, nachdem sie den Fängen ihres Peinigers Wolfgang Priklopil entkommen war. Die grausame Geschichte ihrer Entführung kommt am 28. Februar unter dem Titel "3096 Tage" ins Kino. In einem Interview mit dem "Spiegel“ sagte sie: "Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn Priklopil überlebt hätte.” Sie hätte ihren Peiniger gern vor Gericht gesehen. "Dann wäre klar gewesen, dass ich das Opfer bin. Jetzt wird es so gesehen, als hätte ich dem Täter etwas angetan. Damit muss ich leben.”

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