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"Tatort" am Sonntag: So war der letzte Bodensee-"Tatort" mit Eva Mattes

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"Tatort: Wofür es sich zu leben lohnt"  

Letzte Klappe für Klara Blum - Abschied mit Starbesetzung

05.12.2016, 11:10 Uhr | Nina Bogert-Duin, t-online.de

Tatort-Kritik: Brutaler Ritualmord am Bodensee (Screenshot: Bit Projects)
Tatort-Kritik: Brutaler Ritualmord am Bodensee

Ein Mann verblutet langsam in einem rituell hergerichteten Boot. Später wird seine Leiche am Bodensee gefunden. Es stellt sich heraus: Der Tote war ein bekannter Rechtspopulist. Die Ermittler Klara Blum, Kai „Perlchen“ Perlmann und der schweizer Kollege Mattheo Lüthi sind die Ermittler in dem Fernsehkrimi.

Tatort-Kritik: Brutaler Ritualmord am Bodensee


Da fährt sie davon - mit vollgepacktem Auto. "Tatort“-Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) kehrt Konstanz und ihrem Kollegen Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) den Rücken. Dieser Aufbruch funktionierte ganz schlicht. Vorher allerdings feuerte der SWR zum Abschied seiner langjährigen Ermittlerin ein echtes Krimifeuerwerk ab. Mit einem außergewöhnlichen Team.  

Stirbt sie, stirbt sie nicht? Während der kompletten Ermittlung hing die Gesundheit der scheidenden Kommissarin Blum am seidenen Faden. Das Herz wollte nicht mehr richtig: zwei unentdeckte Infarkte und ein drohender Herzmuskelriss. Man fragte sich: Geht es jetzt wirklich zu Ende?

Meisterstück in Sachen Besetzung

Denn schonen konnte sich Klara Blum, wie ärztlich empfohlen, auch in ihrem letzten Fall "Wofür es sich zu leben lohnt" nicht. Es galt, den Mord an dem rechtspopulistischen Hassprediger Josef Krist (Thomas Loibl) aufzuklären und die rätselhaften Machenschaften dreier geheimnisvoller Damen zu entwirren. An dieser Stelle ist den Krimimachern in Sachen Besetzung ein echtes Meisterstück geglückt.

Der Geist Fassbinders

Eva Mattes verdiente ihre ersten schauspielerischen Sporen unter der leitenden Regie-Hand keines Geringeren als Rainer Werner Fassbinder. Und für ihren Abschied vom "Tatort" verpflichtete der SWR drei weitere Fassbinder-Darstellerinnen, und zwar Hanna Schygulla, Irm Hermann und Margit Carstensen. Die vier Frauen haben in Fassbinders Drama "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" (1972) schon einmal zu viert vor der Kamera gestanden. Mattes war erst 18 Jahre alt, die drei anderen bereits gestandene Schauspielerinnen. Damals war die deutsche Kinowelt noch eine experimentelle Versuchsküche voller alternativer Ideen, und Fassbinder war einer der wichtigsten Vertreter dieses Neuen Deutschen Kinos.

Die vier Frauen jetzt erstmals wieder gemeinsam unter der Regie der mehrfach ausgezeichneten Regisseurin Aelrun Goette ("Keine Angst") vor die Kamera treten zu lassen, verlieh dem Abschied vom Bodensee echte Klasse. Und ließ ein wenig von dem Geist der alten Kino-Revoluzzer-Zeit aufkommen. Während Klara Blum ihrem Kollegen Perlmann die Recherche bezüglich der Witwe und Tochter des Verstorbenen überließ, konzentrierte sie sich ganz auf die wunderlichen Damen.

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Hexen oder Heilige im "Psycho"-Haus?

Catherina (Hanna Schygulla), Isolde (Irm Hermann) und Margarethe (Margit Carstensen) leben in einer stillgelegten Gärtnerei am Ufer des Bodensees. Schon von außen wurde das alte Gebäude als eine Art "Psycho"-Haus inszeniert. Mit ihrem ersten Gang durch die Gartenpforte schien Klara Blum in eine andere Welt zu treten. Die Kommissarin fühlte sich hingezogen zu den Frauen, zu ihren sanften Lebensweisheiten, unerschütterlichen Überzeugungen und ihrer mütterlichen Vereinnahmung. 

Die seltsamen Feuerrituale der Alten bereiteten ihr jedoch Bauchschmerzen und völlig gegen ihre polizeiliche Überzeugung ging dann natürlich die von den Frauen verübte Selbstjustiz. Auch wenn sie nach eigener Ansicht mit den Morden an Josef Krist und einem weiteren schweizerischen Anlagenbetrüger doch nur die Gerechtigkeit wieder herstellten. Waren sie Hexen oder Heilige?

Erhabene Spielweise

Unaufgeregt und gelassen spielten Schygulla und Co. den restlichen Cast an die Wand. Man fühlte die Verbundenheit der Frauen vor wie hinter der Kamera, ahnte ihre gemeinsame Vergangenheit. Auch wenn sie, wie sie unlängst in einem Interview mit dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung" verrieten, im wahren Leben längst keine Freundinnen seien, so haben sie die Karrieren der jeweils anderen über die Jahre dennoch interessiert verfolgt. Sich ab und zu besucht. Das Trio verlieh dem Krimi etwas Poetisches, Erhabenes. Schauspielerisch neben ihnen bestehen konnte allenfalls noch Matthias Habich, der als zweigesichtiger Unternehmer Max Heinrich ebenfalls von dem Damentrio in die Mangel genommen wurde.

Überspitzung am Schluss

Der Schluss geriet leicht überdramatisch. Klara Blum kam mit letzter Kraft ihren Pflichten nach und verletzte Catharina durch einen Schuss. Daraufhin ruderten die Alten mit einem Boot auf den See hinaus und sprengten sich unter Absummen der "Internationalen" selbst in die Luft, Zugegeben: Das ist vollgepackt. Aber hier ging eine "Tatort"-Ära zu Ende, und da durfte man ruhig mal aus den Vollen schöpfen. Bye-bye, Bodensee.  

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