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"Tatort" aus Kiel: Das letzte Aufbäumen eines Frauenmörders

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"Tatort" aus Kiel mit Borowski  

Das letzte Aufbäumen eines Frauenmörders

18.06.2017, 13:17 Uhr | von Verena Maria Dittrich

In Sibel Kekillis letztem Einsatz für den „Tatort“ heften sie und Axel Milberg sich inmitten der Kieler Woche an die Fersen eines Mörders. (Screenshot: NDR)
Tatort aus Kiel: Borowski und das Fest des Nordens

In Sibel Kekillis letztem Einsatz für den „Tatort“ heften sie und Axel Milberg sich inmitten der Kieler Woche an die Fersen eines Mörders.

In Sibel Kekillis letztem Einsatz für den „Tatort“ heften sie und Axel Milberg sich inmitten der Kieler Woche an die Fersen eines Mörders. (Quelle: Bitprojects)


Zwei Morde ohne erkennbares Motiv. Wer ist der Täter und was könnte er noch geplant haben? Während Borowski versucht den Mörder zu verstehen, will Brandt eine schnelle Ermittlung, denn die "Kieler Woche" steht in den Startlöchern.

Wie ein junger Hund, der sich auf sein heimkommendes Herrchen stürzt, wirft sich eine Frau in einer schäbigen Wohnung eines leerstehenden Hauses an einen Mann. Unterwürfig, fast bettelnd versucht sie sein Gesicht zu berühren und ihn zu küssen. Doch der Mann will die Frau nicht. Wie eine lästige Angewohnheit will er sie abstreifen und schiebt sie von sich, doch ihre Hände greifen weiter nach ihm. Der Mann windet sich, er schreit, aber die Frau fordert weiter seine Zuneigung. Dann schlägt der Mann zu. Immer fester. Der Kopf der Frau bricht, ihr Körper zuckt. Nach wenigen Sekunden ist sie tot.

Als Borowski (Axel Milberg) und seine Kollegin, Sarah Brandt (Sibel Kekilli) am Tatort eintreffen, liegt Anspannung in der Luft. Der Kampf der Geschlechter zieht eine klare Front. Verständnis: Fehlanzeige.

Borowski sucht nach einer Erklärung für die abscheuliche Tat. "Sie hat ihn genervt", stellt er nüchtern fest. Brandt hingegen, angewidert vom entsetzlich zugerichteten Anblick des Opfers, ist das Motiv egal. Gewalt gegen Frauen: Die Kommissarin meint zu wissen, was der Auslöser dafür ist, ihre Mechanismen sind für sie keine zu enträtselnden Geheimnisse. Recht haben die Ermittler beide.

Ein Mann sieht Rot: Roman Eggers (Mišel Matičević) hat nichts mehr zu verlieren.  (Quelle: NDR/Christine Schroeder)Ein Mann sieht Rot: Roman Eggers (Mišel Matičević) hat nichts mehr zu verlieren. (Quelle: NDR/Christine Schroeder)

"Viel zu nah und ganz verzweifelt"

Der Name des Täters: Roman Eggers (Mišel Matičević). Eggers ist ein Zerrissener, ein Mann ohne Ausweg. Schulden, zerstörte Beziehungen, Obdachlosigkeit und ein eingeschränkter Umgang zu seinen Kindern sind die Eckpfeiler seiner zerrütteten Welt. Die Wut, die ihn morden lässt, entspringt demselben Quell, wie die Innigkeit mit der er seine Tochter Luisa (Lilly Barshy) umarmt. Er will wieder dazugehören, er will ein Vater sein, doch er hat vergessen wie das geht, denn Roman Eggers ist unten angekommen. Ganz unten. "Viel zu nah und ganz verzweifelt", resümiert Borowski, der die Taten des Mörders verstehen will.

Durch das Spiel von Matičević erhält Romans Eggers Charakter eine sensible Tiefe und traurige Brutalität, wie man sie selten im deutschen TV gesehen hat. Die menschliche

Spirale in den Abgrund wird umrandet vom Treiben der "Kieler Woche" und Borowskis und Brandts Kämpfen gegen ihre eigenen Dämonen. Die Protagonisten wirken hilflos, deplatziert. Schlussendlich sind sie alle Verlierer.

Borowski (Axel Milberg) hat auch schon bessere Zeiten erlebt.  (Quelle: NDR/Christine Schroeder)Borowski (Axel Milberg) hat auch schon bessere Zeiten erlebt. (Quelle: NDR/Christine Schroeder)

Das Ende der sozialen Menschlichkeit

Der neue Kieler "Tatort: Borowski und das Fest des Nordens" ist ein schwer verdauliches Stück Fernsehunterhaltung. Zu sperrig und fordernd kommt der Film daher und lässt den Zuschauer ratlos zurück.

Dieser "Tatort" will einen mitnehmen auf eine Reise in die Hoffnungslosigkeit, in einen Zustand, in dem das Sterben eine irrationale aber dennoch annehmbare Option ist. Gut und Böse lösen sich auf. Was übrigbleibt, sind unerfüllte Liebe und rasende Wut - das Ende der sozialen Menschlichkeit.

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