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VW Käfer von 1947 ging leider nie in Serie

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VW Käfer von 1947 ging leider nie in Serie

26.03.2013, 12:31 Uhr | auto-medienportal.net

VW Käfer von 1947 ging leider nie in Serie. VW Käfer V2 Sagitta von 1947 (Quelle: Hersteller)

VW Käfer V2 Sagitta von 1947 (Quelle: Hersteller)

Dieser VW Käfer mit Spezialkarosserie von 1947 hat einen cw-Wert von nur 0,217, ging aber nie in Serie. Den für die damalige Zeit sagenhaft niedrigen Luftwiderstandswert hat Volkswagen im firmeneigenen Windkanal gemessen.

Der VW Käfer ist damit strömungsgünstiger geformt als der Mercedes CLA, der mit 0,22 das momentan aerodynamischste Serienfahrzeug darstellt. Allerdings haben Auto-Ingenieure schon in der Frühzeit der Motorisierung mit aerodynamisch günstig geformten Karosserien experimentiert.

Aerodynamik durch Bau der Autobahnen

Der Autobahn-Bau ermöglichte dann weit höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten als zuvor, doch viele Motoren der 20er und 30er Jahre hielten die Tempo-Exzesse nicht aus - sie waren schlichtweg nicht für so hohe Dauerbelastungen ausgelegt. Um die Maschinen bei höherem Tempo zu entlasten, verringerten die Techniker den Luftwiderstand.

Normaler VW Käfer hatte cw-Wert von 0,46

Eine strömungsgünstige Fahrzeug-Gestaltung hilft zudem bei der Reduzierung des Verbrauchs und damit auch des CO2-Ausstoßes. Geglättet hat der neue Volkswagen Golf einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 bei einer Stirnfläche von 2,19 qm. Der rundlich gezeichnete, sieben Jahrzehnte ältere Käfer im Serientrimm kam dagegen auf einen cw-Wert von 0,46 bei einer Stirnfläche von 1,80 qm.

VW Käfer "V2 Sagitta" nach seinem Erbauer Volkhart benannt

Aber es ging auch besser, wie eine der ungewöhnlichsten Messfahrten des Wolfsburger Windkanals beweist. Fertiggestellt wurde der nach seinem Erbauer Kurt Volkhart benannte Volkswagen Spezial "V2 Sagitta" im Jahr 1947.

Aerodynamische Käfer schon Anfang der 40er Jahre

Volkhart hatte Anfang der 40er Jahre angefangen, auf Basis von Grundlagenuntersuchungen des legendären Aerodynamikers Reinhard Freiherr von Koenig-Fachsenfeld (1899-1992) windschnittige Sportversionen des VW Käfers zu entwickeln – darunter so genannte Streamliner mit durchgehender Rückenflosse. Aber nur sein Sagitta-Projekt wurde mit einer leichten Aluminium-Karosserie auf einem Stahlrohr-Gitterrohrrahmen schließlich vollendet.

VW Käfer "V2 Sagitta" lief schon 140 km/h

Im Heck saß ein gerade mal 1,1 Liter kleiner Volkswagen Boxermotor mit 24,5 PS. Dank des geringen Gewichts und des strömungsgünstigen Aufbaus, der in Details der Karosse des ein Jahr später vorgestellten Porsche 356 ähnelt, waren stolze 140 km/h möglich.

VW Käfer "V2 Sagitta" tauchte bei Schönheitswettbewerb wieder auf

Eine seriöse technische Prüfung im Windkanal erfuhr der VW Käfer V2 Sagitta erst im Januar 2013, nachdem der verschollen geglaubte Wagen während eines Concours d’Elegance wieder ins Licht der Öffentlichkeit gekommen war: Das Team um Dr. Alexander Wittmaier von der Volkswagen Forschung und Entwicklung ließ das Fahrzeug von seinem heutigen Standort in Österreich nach Wolfsburg bringen, um es im Windkanal aerodynamisch zu bewerten.

Stirnfläche und Luftwiderstand wichtig für Aerodynamik

Die beiden wichtigsten Kennzahlen für die aerodynamische Bewertung eines Fahrzeuges sind die Stirnfläche und der Luftwiderstandsbeiwert – je kleiner der cw-Wert, umso windschlüpfiger ist das Fahrzeug. Beide Werte lassen sich bei entsprechender Vorarbeit binnen relativ kurzer Zeit ermitteln.

Volkswagen XL1 mit cw-Wert von knapp 0,19

Beim V2 Sagitta wurden ein Wert von 0,217 und eine Stirnfläche von 2,10 qm gemessen – hervorragende Werte, die heutzutage jedoch von stark strömungsoptimierten Fahrzeugen wie dem Volkswagen XL1 eindrucksvoll unterschritten werden: Hier ist im Wolfsburger Windkanal ein Wert von 0,189 bei einer Stirnfläche von 1,50 qm festgestellt worden.

VW Käfer "V2 Sagitta" mit Heckspoiler noch aerodynamischer

Im Laufe der Untersuchung des V2 Sagitta wurde auch die aerodynamische Wirksamkeit einzelner Maßnahmen wie der Radhausverkleidungen untersucht. Entfernt man sie, verschlechtert sich der cw-Wert auf 0,252. Werden dagegen die Scheibenwischer abmontiert oder ein kleiner Heckspoiler verwendet, verringert sich der Wert auf 0,216.

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