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Opel GT Rückruf: Misere von General Motors weitet sich aus

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Zündschloss defekt  

Auch GM-Tochter Opel muss einen Rückruf starten

17.03.2014, 10:34 Uhr | dpa-AFX

Opel GT Rückruf: Misere von General Motors weitet sich aus. GM-Rückruf wegen defekter Zündschlösser: Auch der Opel GT ist betroffen (Quelle: Hersteller)

GM-Rückruf wegen defekter Zündschlösser: Auch der Opel GT ist betroffen (Quelle: Hersteller)

Der große Rückruf von General Motors weitet sich immer mehr aus: Auch Opel muss nun einen Rückruf starten. 1200 Opel GT von 2007 müssen in die Werkstatt, sagte ein Unternehmenssprecher und bestätige einen Bericht der "Autobild". Probleme bei einem Zündschalter im Zündschloss seien der Grund für den Rückruf.

Europaweit sollen 2300 Fahrzeuge betroffen sein. Im Mai sollen die Ersatzteile vorliegen. Dann würden auch die Kunden angeschrieben, Opel-Werkstätten aufzusuchen. Der Roadster ist verwandt mit dem US-Modell Pontiac Solstice.

GM-Rückruf wegen defekter Zündschlösser

Der Opel-Mutterkonzern General Motors hatte zuletzt seinen Rückruf wegen fehlerhafter Zündschlösser auf mehr als 1,6 Millionen Wagen ausgeweitet. Bei den vor allem in Nordamerika verkauften Autos der Marken Chevrolet, Pontiac und Saturn kann der Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position zurückspringen. Dies schaltet nicht nur den Motor aus, sondern auch die meisten elektrischen Systeme wie Servolenkung oder Bremskraftverstärker.

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Modelle von 2003 bis 2007 betroffen

Die betroffenen Wagen stammen aus den Jahren 2003 bis 2007. Damals hatte GM ein Zündschloss eingebaut, das zu schwach ausgelegt war. Die Folge: Wenn etwas Schweres am Schlüsselbund hängt oder die Straße zu schlecht ist, droht der Zündschlüssel in die "Aus"-Position zurückzuspringen - mit möglicherweise fatalen Folgen.

Mehr als 300 Tote durch versagendes Zündschloss?

General Motors selbst bringt zwölf Unfalltote mit dem fehlerhaften Zündschloss in Verbindung. Die Verbraucherschutzorganisation Center for Auto Safety berichtete unter Berufung auf eine externe Auswertung offizieller Unfalldaten von mehr als 303 Toten bei Crashs, in denen die Airbags nicht ausgelöst hätten. Möglicherweise liege die Zahl auch noch höher, deutete die Organisation an. In die Untersuchung wurden demnach nur zwei von sieben zurückgerufenen Modellen sowie bestimmte Unfallhergänge einbezogen. GM spricht von "purer Spekulation".

Viele Teenager unter den Opfern

Längst ist der Fall zu einer Gefahr für das Image des Autokonzerns geworden. "Die menschliche Seite des GM-Rückrufs", betitelte die landesweite Zeitung "USA Today" einen Fotostrecke mit Opfern. Andere namhafte Medien wie die "New York Times" berichteten ebenfalls ausführlich über die Schicksale hinter den Unfallstatistiken. Oft geht es um Teenager und ihre trauernden Eltern. Bei den Autos handelte es sich um typische Anfängerfahrzeuge.

Aufklärung wird jetzt zur Chefsache

Die seit Jahresbeginn an der GM-Spitze stehende Mary Barra hat den Fall längst zur Chefsache gemacht. Ihr täten die Umstände unendlich leid, schrieb sie in einem Brief an die Belegschaft, den der Konzern veröffentlichte. "Wir werden dafür einstehen." Sie kündigte eine umfassende interne Aufklärung an und hat dafür jenen Staranwalt angeheuert, der schon den Untergang der Investmentbank Lehman Brothers untersuchte.

Erneuter Imageverlust droht

General Motors hat nach der Beinahepleite in der Wirtschaftskrise 2009 gerade erst wieder in die Spur zurückgefunden. Der Staat ist als Anteilseigner ausgestiegen, das Geschäft floriert und die neuen Modelle heimsen Qualitätspreise ein. Umso belastender sind die Fehler der alten General Motors, die das Unternehmen nun einholen. Welche Auswirkungen verlorenes Vertrauen haben kann, hat die Rückrufwelle 2010 bei Toyota gezeigt. Damals ließen Berichte über rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale die Verkäufe in den USA einbrechen.

Hat GM die Hinweise ignoriert?

So weit ist es bei General Motors nicht. Doch beinahe täglich kommen neue prekäre Details ans Licht. GM räumte unlängst ein, dass es schon 2001 während der Entwicklung Probleme mit dem Zündschloss gab. Das sei aber behoben worden, hieß es in einem damaligen Bericht. Auch in den Jahren darauf kam es immer wieder zu Beschwerden von Fahrern und zu Berichten über Unfälle. Nun untersuchen die Justiz, der Kongress und die Verkehrssicherheitsbehörde in den USA, ob General Motors die Warnzeichen ignoriert hat. Dabei müssen sich die staatlichen Aufseher selbst die Frage gefallen lassen, warum sie nicht früher auf einen Rückruf drängten.

Technische Lösung nicht besonders teuer oder aufwändig

Die technische Lösung des Problems dürfte nicht einmal besonders teuer sein, schätzt die Ratingagentur Fitch und kalkuliert mit weniger als 100 Millionen Dollar. Ein derartiges Zündschloss koste in der Produktion zwischen zwei und fünf Dollar, sagte eine Sprecherin des Zulieferers Delphi, der die Originalschlösser hergestellt hatte. Der Einbau in der Werkstatt sei eine Sache von wenigen Minuten.

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