Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Technik & Service > Tuning >

Jeep Grand Cherokee SRT-8 - Fahrbericht

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Jeep Grand Cherokee SRT-8: Kaum zu bremsen

20.11.2012, 10:42 Uhr | Stefan Grundhoff, Press-Inform

Jeep Grand Cherokee SRT-8 - Fahrbericht. Mit 475 PS und 250 km/h Spitze donnert der Jeep Grand Cherokee SRT-8 über die Straßen. (Quelle: Hersteller)

Mit 475 PS und 250 km/h Spitze donnert der Jeep Grand Cherokee SRT-8 über die Straßen. (Quelle: Hersteller)

Mit seiner Leistung überragt der Grand Cherokee SRT-8 die restlichen Jeep-Modelle. 475 PS stark und 250 km/h schnell – Jeeps Indianerhäuptling ist auf der Straße und im Gelände nur schwer zu bremsen. Wir waren mit dem Jeep Grand Cherokee SRT-8 unterwegs auf dem Kriegspfad durch Kalifornien – abseits bekannter Reservate.

Die Cherokee-Indianer haben eine bewegte Geschichte. Von den spanischen Eroberern gejagt und später an der Seite von britischen Siedlern kämpften sie sich seit Mitte des 14. Jahrhunderts durch die amerikanische Geschichte. Weniger lang, aber ähnlich nachdrücklich hat der Jeep Grand Cherokee der Allradbewegung seinen Stempel aufgedrückt. Während in europäischen Breiten ein Commonrail-Diesel aus dem Hause VM für die meisten Kunden das Maß der Dinge ist, sind die Amerikaner bekanntermaßen deutlich leistungsbewusster.

Cherokee mit Bärenkräften

Der Jeep Grand Cherokee SRT-8 ist ein bärenstarker Kraftprotz – das sieht man ihm auf den ersten Blick an. Aufgeblasene Kotflügelbacken, dicke 20-Zöller, Schweller und Spoiler zeigen schnell, wo der Hase läuft. Ins Auge stechen die wenig schmuckvollen LED-Tagfahrlichter und die beiden Nüstern in der Motorhaube, aus denen der Amerikaner ebenso lustvoll wie warm ausatmet. Dieser Cherokee-Indianer macht wie einst bei den Unabhängigkeitskriegen Ende des 18. Jahrhunderts keine Gefangenen.

Fürs Gelände bedingt geeignet

Wenn der 6,4 Liter große Achtzylinder einmal lautstark zum Leben erweckt wurde, ist sein Tatendrang kaum zu bremsen. Bissig und unnachgiebig treibt sich der sportlicher Geländegänger zu Bestleistungen. Dass aufgrund von Pirelli-Sportradsatz und tiefen Spoilern die Möglichkeiten abseits befestigter Straßen eingeschränkt sind, interessiert die Kunden eines Jeep Grand Cherokee SRT-8 nicht einmal am Rande. Sie wollen Leistung, Vortrieb und bollernden V8-Sound – und sie werden nicht enttäuscht.

Grand Cherokee mit 475 PS Leistung

Die Riege der US-Benzinmodelle hat ein Topmodell, das in Europa bis zum kommenden Frühjahr seinesgleichen sucht. Die Sportmodelle im Hause Jeep heißen SRT-8. Wer den roten Schriftzug am Heck des Jeep Grand Cherokee sieht, sollte sich auf einiges vorbereiten. Denn der V8-Sauger bollert den 2,3 Tonnen schweren Allradler zu wahren Höchstleistungen. 475 PS stark muss er kaum einen Vergleich zu Porsche Cayenne Turbo oder BMW X5 M scheuen, auch wenn diese deutschen Sport-SUV in Sachen Motorleistung in andere Höhen entschwunden sind und die 500-PS-Marke längst hinter sich gelassen haben.

SRT-8 sprintet in fünf Sekunden auf Tempo 100

Der von 6,1 auf 6,4 Liter vergrößerte Hubraum des Achtzylinders macht den Grand Cherokee noch wilder, als sein Vorgänger ohnehin schon war. Der SRT-8 bringt Leistung grandios auf die Fahrbahn und ermöglicht einen Spurt 0 auf Tempo 100 in knapp fünf Sekunden. In den USA noch imageträchtiger: die Viertelmeile schafft der 2,3 Tonnen schwere Arnold in 13 Sekunden. Da schwirren selbst Sportwagenfahrern die Sinne. Das maximale Drehmoment: 650 Newtonmeter – die Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h. Im Vergleich zu einem Premium-SUV ist das immens: Der Volvo XC90 3.2 schafft gerade mal 210 km/h, der Range Rover Evoque kommt auf 217 km/h Spitze – jeweils in den Top-Modellen.

Antiquierte Fünfgang-Automatik

Da wird es auch in der Geländewagenriege dünn mit der erlauchten Konkurrenz. Dass die serienmäßige Fünfgang-Automatik des Jeep Grand Cherokee SRT-8 durch ein bis drei zusätzliche Schaltstufen feinfühliger arbeiten würde, wird durch das omnipotente V8-Triebwerk nahezu ausgeglichen. Fehlt ein Gang, springt Hubraum ein – eine einfache Rechnung. Kaum weniger beeindruckend als der Punch des Jeep Grand Cherokee SRT-8 ist seine Verzögerung. Aus Tempo 100 stoppt der mächtige Indianer nach 35 Metern.

Adaptives Fahrwerk straff abgestimmt

Gelungen, sportlich und straff ist die Fahrwerksabstimmung. Der Jeep Grand Cherokee SRT-8 ist kein munterer Schunkler, sondern einer, mit dem es höllisch Freude macht, durch Kurven zu pflügen. Wer den Fuß auf dem Gas lässt, der wird nicht nur seinen akustischen Spaß an der dynamischen Fahrweise haben. Einzig die zu nervös anfedernde Hinterachse mit Luftfederung stört. Ähnlich wie bei Land Rover das Terrain-Response-System lässt sich auch die Gangart des Jeep Grand Cherokee SRT-8 über einen Vorwahlschalter beeinflussen. Im normalen Fahrbetrieb hat der Fahrer nichts damit am Hut. Im Automatikmodus macht die Elektronik die Feinarbeit, regelt Dämpfer, Fahrzeughöhe und ESP. Andere Modi für Sport, Gelände, Schnee und Matsch haben im realen Fahrbetrieb kaum Arbeit. Aber vielleicht will ja der ein oder andere SRT-8-Pilot zu seiner Skihütte in Aspen.

Sportlicher Innenraum passt zum Sport-SUV

Kaum schlechter ist der Koloss auf der Rennstrecke aufgehoben, denn im Sportmodus legt der Indianer seine echte Kriegsbemalung an und lässt Gegner zu Opfern werden. Gut, dass Jeep nicht nur Fahrwerk und Reifen, sondern auch das Gestühl im Grand Cherokee SRT-8 angepasst hat. Die Ledersitze mit Alcantara-Mittelbahnen bieten, eng geschnitten, vorbildlichen Seitenhalt. Etwas mehr Oberschenkelauflage dürfte durchaus sein, doch weder bis in die USA noch nach Norditalien scheint sich herumgesprochen haben, dass verlängerbare Sitzflächen kein Hexenwerk sind. Das Lenkrad mit weichem Leder ist eine Spur zu dick geraten. Hier haben nur mächtige Texaner den rechten Griff. Der dürfte bei der Rückfahrkamera des Jeep Grand Cherokee SRT-8 fehlen, denn die Qualität von Bildschirm und Kamera wäre selbst in den späten 90er Jahren bei den meisten Abnahmefahrten durchgefallen.

Jeep setzt auf umfangreiche Serienausstattung

Wer einen Jeep kennt, weiß, dass die Serienausstattung keinerlei Wünsche offen lässt. Klimaautomatik, Xenonlicht, klimatisierte Sitze, Schiebedach und ein Bildschirmnavigationssystem gibt es ebenso serienmäßig wie 20-Zöller, Sitzheizung hinten, eine elektrische Heckklappe und DVD-Entertainment für die Fondpassagiere. So gibt es den Jeep Grand Cherokee SRT-8 im Geländewagen-Mekka USA für knapp 61.000 Dollar – nicht erst beim zweiten Hinsehen ein schamlos günstiges Angebot.

Grand Cherokee SRT-8 braucht Feuerwasser

Die 475 donnernden Pferdestärke und die 250 km/h Spitze des Offroad-Renners hinterlassen auch beim Verbrauch ihre Spuren hinterlassen. Doch mit den avisierten 13 bis 15 Litern auf 100 Kilometern war es bei dem Test nichts – Zylinderabschaltung hin oder her. Unter 15 Litern ist beim Jeep Grand Cherokee SRT-8 nichts zu machen. Und bei standesgemäßer Gangart steht fast immer eine "20" vor dem Komma. So geht es auf den gefährlichen Kriegspfad gegen BMW X5 M, Mercedes ML 63 AMG und Porsche Cayenne Turbo. Schwere Zeiten für die Indianer. Geschützt werden sie nur in den eigenen Reservaten.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal