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Austin Healey 3000: Dieses Auto wurde "das Schwein" genannt

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Austin Healey 3000, genannt "das Schwein"

30.09.2013, 07:24 Uhr | Ulrich Feld, wanted.de

Austin Healey 3000: Dieses Auto wurde "das Schwein" genannt. Der Austin Healey 3000 wurde auch "Das Schwein" genannt. (Quelle: Heritage Classics California)

Der Austin Healey 3000 wurde auch "Das Schwein" genannt. (Quelle: Heritage Classics California)

Der Austin Healey 3000 Mk III bringt die besten Voraussetzungen mit, um zur Legende zu werden. Er ist alles andere als leicht zu fahren, jedenfalls, wenn man ihn flott um die Kurven bewegen will. Sein schwerer Dreiliter-Sechszylinder auf der Vorderachse erfordert bei sportlichen Ambitionen kräftiges Zupacken am Volant. Dazu ist er bockig, hart und laut. Dieser Roadster vermittelt der Umwelt einen unvergesslichen Eindruck seiner urwüchsigen Kraft.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Nur zum Flanieren war der Austin Healey 3000 nämlich nicht gedacht, er galt auch als ernsthaftes Sportgerät. Zu den erfolgreichsten Piloten am Steuer dieses Wagens zählte eine Frau: Pat(ricia) Moss, die Rallye-Fahrerin und Schwester von Rennlegende Stirling Moss. Wegen seiner Neigung zum Ausbrechen in schnell gefahrenen Kurven verpasste sie dem Austin Healey den markigen Spitznamen "The Pig", zu deutsch "das Schwein".

148 PS in den sechziger Jahren

In den sechziger Jahren war der Austin Healey 3000 auch in anderer Hinsicht ein echtes Urviech von Auto. Angefangen hatte er 1959 mit 124 PS, die zweite Generation Mk II verfügte über 131 PS. Mit der Einführung der dritten Version Mk III ab 1963 stieg seine Leistung auf satte 148 PS.

Das reichte, um den Big Healey genannten Roadster in knapp unter zehn Sekunden vom Stand auf 100 km/h zu beschleunigen und fast 200 km/h schnell zu machen. Der allererste Porsche 911 kann es kaum besser.

Fahrer sollte hart im Nehmen sein

Mehr als durch die absoluten Fahrleistungen beeindruckt der Austin Healey 3000 aber durch sein üppiges Drehmoment. Dadurch braucht der Fahrer auf der Landstraße in der Regel nur die oberen Gänge, was ihm viel Arbeit erspart. Die Schaltung ist hakelig, die Kupplung setzt intensives Wadentraining voraus. Das gilt auch für das Bremspedal.

Dafür ist die Federung etwas besser als erwartet, der Austin Healey 3000 Mk III hatte dank etwas vergrößerter Bodenfreiheit etwas mehr Raum zum Schwingen als seine Vorgänger.>>

Dennoch empfiehlt es sich, beim Fahren nie den Straßenzustand außer Acht zu lassen. Es gibt Geschichten über Fahrer des Austin Healey 3000, die beim Überfahren von Bodenunebenheiten das Ende ihres Auspuffs auf der Straße hinterließen.

Wohnlicher Innenraum

Aber für solche Unbill entschädigt der Austin Healey Mk III im Innenraum mit überraschendem Komfort. Es gibt reichlich Platz, Fahrer über einsneunzig schauen aber über den Rand der Windschutzscheibe hinaus. Das Armaturenbrett aus poliertem Holz gab es erst im Austin Healey Mk III, speziell für die amerikanische Kundschaft gehörte damals in Holz gebettete Instrumente bei einem britischen Sportwagen einfach dazu. Zusammen mit den Lederbezügen auf den dünn gepolsterten Sitzen strahlt das Interieur des Sportwagens fast die Gediegenheit eines Rolls Royce aus.

Auch die seitlichen Kurbelfenster des Austin Healey 3000 waren damals für britische Roadster noch nicht selbstverständlich. Viele dieser Autos hatten nur Steckscheiben, dafür waren sie eben günstig. Sehr angenehm ist das leicht zu bedienende Cabrio-Verdeck. Ein MGB verlangte beim Aufbau seines Zeltdachs noch erheblich mehr Fingerfertigkeit. Die kleinen Notsitze des Austin Healey 3000 taugen nur als Ablagefläche.

Verlockende Schönheit

Zur lockenden Versuchung wird der Austin Healey 3000 natürlich durch die Linien seiner Karosserie. Lange Haube, kurzes Heck, knackiger Hüftschwung und perfekte Proportionen machen den britischen Sportwagen zu einem Augenschmaus. Dazu kommt noch das nicht allzu sparsam verbaute Chrom an der Front. Auch der Lufteinlass in der Motorhaube ist verchromt. In Sachen Schönheit nimmt es der Austin Healey sogar mit dem legendären Jaguar E-Type auf.

Doch es nützte ihm nichts, im Gegenteil. Durch verschärfte Sicherheits- und Abgas normen in den USA geriet Austin Healey immer mehr unter Druck. Als British Leyland im Jahr 1968 die Produktion der BMC (British Motor Corporation) übernahm, stellten sie die Produktion des Austin Healey 3000 umgehend ein. Hauptgrund war aber vermutlich, dass der Austin Healey auch eine Konkurrenz für den teureren Jaguar E-Type war.

Hohe Preise beim Austin Healey 3000

Der Austin Healey 3000 gehört zu den beliebtesten britischen Roadstern, was sich auch in seinem Preisniveau niederschlägt. Brauchbare Stücke beginnen bei knapp über 50.000 Euro, absolute Topexemplare erreichen Preise über 100.000 Euro. Wem es vor allem um die attraktive Optik des Austin Healey 3000 geht, der sollte nach einem der nur 163 Austin Healey 4000 HMC Ausschau halten. Der Nachbau des Austin Healey 3000 entstand von 1993 bis 2000 mit einer Karosserie aus Kunststoff und dem knapp vier Liter großen Rover-V8. Dieser bietet für etwa 35.000 Euro sonores Achtzylinder-Grollen, müheloses Handling und eindrucksvolle Fahrleistungen. Erkennbar ist der Nachbau an den im Vergleich zum Original etwas stärker ausgestellten Kotflügeln.

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