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Porsche 911 Targa 4S: Der beste Allrounder unter den 911ern

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Porsche 911 Targa 4S  

Der beste Allrounder unter den 911ern

14.07.2015, 14:05 Uhr | Christian Sauer, wanted.de

Porsche 911 Targa 4S: Der beste Allrounder unter den 911ern. Der Porsche 911 Targa 4S im Test. (Quelle: Porsche)

Der Porsche 911 Targa 4S im Test. (Quelle: Porsche)

Erst vor Kurzem hat der Sportwagen-Bauer aus Stuttgart-Zuffhausen den neuen Porsche 911 GTS auf die Straßen gebracht. Doch das heißt noch lange nicht, dass alle älteren 911-Modelle per se nun in der Garage bleiben müssen. wanted.de-Autor Christian Sauer war am Steuer des Porsche 911 Targa 4S mit 400 PS und Allradantrieb und hat diesen auf Herz und Nieren geprüft.

1965 wurde die Idee geboren, den Fahrspaß des Coupés mit dem Wunsch nach einem Cabrio unter Erfüllung der amerikanischen Sicherheitsvorschriften zu kombinieren. Das Resultat war der breite Überrollbügel anstelle der B-Säulen und das abnehmbare Faltdach. Schon bald ersetzte die umlaufende Heckscheibe die ursprüngliche "Stoffkapuze" und dieser eleganten Lösung ohne C-Säulen blieb der 911er bis zur vierten Generationen, der Baureihe 993 im Jahr 1995 treu.

Das Comeback für Bügel und Faltdach

Dann löste das große, elektrisch betätigte Glasdach das klassische Targa-Konzept ab. In der siebten Auflage feiern der traditionelle Bügel, die kuppelförmige Heckscheibe und das zu öffnende Dachmittelteil nun ein spektakuläres Comeback.

Den Designern der automobilen Ikone Porsche gelang es mit dem neuen Targa, dessen glorreiche Historie zu zitieren und zugleich neu zu interpretieren. Bemerkenswert finden wir, welche Dimensionen der einst so zierliche 911er inzwischen angenommen hat: 4,49 Meter in der Länge und 1,85 Meter in der Breite. Wenn die Seitenscheiben geschlossen sind, wird der Fahrtwind nahezu vollständig aus dem Cockpit verbannt. Das Frischluft-Gefühl erinnert an das Cabrio mit Windschott und ist dennoch intensiver als im Coupé mit Schiebedach.

Wie alle Allradversionen verfügt der Targa über Kotflügelverbreiterungen an der Hinterachse samt 19 Zoll oder wie bei unserem Testwagen über 20 Zoll großen Leichtmetallrädern und der mittleren Lichtleiste am Heck. Einen noch sportlicheren Klappenauspuff gibt es gegen Aufpreis. Auf Landstraßen setzt der Porsche anstandslos jeden Lenkbefehl des Fahrers direkt um und durcheilt Kurven mit hoher Geschwindigkeit. Wer es noch sportlicher wünscht, hat die Wahl zwischen der Sport- oder der Sport-Plus-Taste, die Bestandteil des optionalen Sport-Chrono-Pakets ist. >>

Dann senkt sich die Karosserie um 10 mm, die Dämpfer zeigen sich von ihrer straffen Seite und das ESP lässt mehr Spielraum. Wobei der hecklastig ausgelegte Allradantrieb stets für Stabilität sorgt. Vertrauen verbreiten die gut dosierbaren und gleichzeitig extrem starken Bremsen.

Geöffnet versteckt sich das Dachteil unauffällig unter der Glaskanzel hinter den beiden umklappbaren Notsitzen, die höchstens für kleine Kinder, aber doch eher als Ablage geeignet sind. Dazu kommen die Fläche unter der Heckscheibe und der Kofferraum im Bug.

Automatisches Aus- und Einklappen des Dachs Das hochwertige Cockpit bietet ein gutes Platzangebot auf den zwei Vordersitzen, für die es verschiedene Varianten gibt. Leider fallen die Serienausstattung eher sparsam und die Aufpreisliste dafür seitenlang aus. Während das Dachteil früher noch von Hand entfernt oder wieder installiert werden musste, übernehmen nun mehrere Elektromotoren diese Aufnahme.  Von außen per Fernbedienung oder aus dem Cockpit im Stand gestartet, beginnt ein äußerst sehenswertes und 20 Sekunden dauerndes Schauspiel. Dabei schwenkt die Heckscheibe sehr weit nach hinten, um den Weg für das vermeintliche Stoffdach frei zu machen. Allerdings besteht dieses aus zwei festen Magnesium-Elementen, die den Stoff spannen. Zusammen mit dem schalldämmend ausgekleideten Innenhimmel sorgt diese vom aktuellen 911 Cabrio abgeleitete Lösung für sehr geringe Fahrgeräusche bei geschlossenem Dach. In unter fünf Sekunden auf 100 km/h

Offiziell gibt es das Dachteil nur in Schwarz – typisch Porsche sind zwecks Individualisierung sicher auch andere möglich. Doch uns gefällt der Targa auch so, die Entscheidung für eine Lackfarbe würde uns aber schwer fallen. Hauptsache der Fahrspaß stimmt …

Selbst ohne Turbo-Unterstützung beschleunigt der Targa 4S in unter fünf Sekunden auf 100 km/h und weiter bis 294 km/h. Da das maximale Drehmoment von 440 Nm erst bei 5600 Touren anliegt und die 400 PS sogar noch später bei 7400 erreicht werden, will der Boxer hoch gedreht werden.

Ansonsten präsentiert er sich recht unauffällig, wodurch auch lange Distanzen entspannt zurückgelegt werden können. Dazu passt der relativ geringe Verbrauch von rund zehn Litern, was durch verschiedene Maßnahmen wie Start-Stopp-Automatik oder "Segeln" erreicht wird.

Ein echter Sportwagen

Es mag zwar gewöhnungsbedürftig sein, wenn der Motor bei Gaswegnahme entkoppelt wird und nicht mehr bremst, doch die Elektronik reagiert schnell und ohne Umschweif zeigt sich der Porsche wieder als echter Sportwagen. Ist der Targa der beste Allrounder unter den 911ern? wanted.de-Testfahrer Christian Sauer meint: Ja! Bleibt zum Schluss der Preis: Für den Wagen, der im Frühjahr 2014 vorgestellt wurde, müssen Sie mindestens 124.094 Euro einplanen.

Sehen Sie den Porsche 911 Targa 4S auch in unserer Foto-Show.

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