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Nacktfotos bei Facebook hochladen: So sollen Rachepornos verhindert werden

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Facebook-Technologie  

Nacktbild-Scan soll Rachepornos verhindern

09.11.2017, 19:50 Uhr | str, t-online.de

Nacktfotos bei Facebook hochladen: So sollen Rachepornos verhindert werden. Eine Frau mit Smartphone steht vor dem Facebook-Logo (Quelle: dpa/Noah Berger)

Facebook startet ein ungewöhnliches Pilotprojekt in Australien. (Quelle: Noah Berger/dpa)

In Australien können Menschen, die einen Missbrauch befürchten, intime Fotos per Messenger an Facebook verschicken und von einer Unternehmenssoftware scannen lassen. Hinter dem Pilotprojekt steckt eine Regierungs-Kampagne, die Rachepornos auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz bekämpfen will. 

Die Technologie soll Nutzer absichern, die in der Vergangenheit schon einmal intime Fotos an ihren Partner verschickt haben und argwöhnen, dass diese gegen sie verwendet werden könnten.

Und so funktioniert die Facebook-Technologie:

Betroffene sollen die Bilder, die ihnen Sorge bereiten, im Messenger hochladen und an sich selbst schicken. Das soziale Netzwerk erstellt aus den Aufnahmen dann einen "digitalen Fingerabdruck". Sollte jemand anderes versuchen, dasselbe Bild hochzuladen, wird dies von dem Facebook-System erkannt und der Upload auf Facebook, Instagram oder im Messenger unterbunden. Allerdings könnte der Täter auf zahllose andere Plattformen ausweichen, auf die Facebook keinen Einfluss hat.

Das Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit mit einer australischen Regierungsbehörde für Internetsicherheit gestartet und soll sogenannten Rachepornos zuvor kommen. Zuerst hatte der australische Sender ABC darüber berichtet. Europäische Medien griffen das Thema auf. 

Angeblich speichert Facebook die intimen Fotos nicht

Um an dem Programm teilnehmen zu können, müssen sich die Nutzerinnen und Nutzer aber zunächst an das Büro der australischen "eSafety"-Beauftragten wenden. Auf der Webseite der Regierungsbehörde können Betroffene bereits begangenen Missbrauch melden oder sich Rat suchen, wenn sie fürchten, bald ein Opfer zu werden. 

Das Büro kann der oder dem Betroffenen dann vorschlagen, die intimen Bilder an das Soziale Netzwerk zum "hashing" zu senden. Beim "Hashing" wird aus dem Foto ein einzigartiger Datensatz generiert, der wie ein Fingerabdruck in einer Datenbank gespeichert wird. Das Foto selbst wird Facebook anschließend gelöscht. 

Vor allem Frauen unter 30 Jahren werden immer wieder Opfer von Rachepornos. Partner oder Ex-Partner stellen die privaten Aufnahmen ohne Einwilligung ins Netz, um die Opfer zu erniedrigen und bloß zu stellen. Manchmal werden Sex-Videos oder pikante Fotos auch missbraucht, um die Betroffenen zu erpressen. 

Prominente Frauen geraten auch immer wieder ins Visier von Hackern, die sich Zugang zu den Social Media-Konten von Stars verschaffen und von dort private Fotos klauen und veröffentlichen. Zuletzt hatte es zum Beispiel Selena Gomez und Taylor Swift getroffen. 

Das Problem ist: Befinden sich die Bilder einmal im Netz, werden sie meist unkontrolliert verbreitet. Technische Lösungen wie die von Facebook können wenigstens dabei helfen, alle neuen Speicherorte im Netz in Echtzeit ausfindig zu machen. Doch wenn es um das Löschen der Links geht, sind die Opfer und Strafverfolgungsbehören auf die Kooperation und das Verantwortungsbewusstsein der Plattform-Betreiber angewiesen. 

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