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Abstillen: Den Zeitpunkt bestimmen Mutter und Kind

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Abstillen  

Den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen bestimmen Mutter und Kind

19.03.2013, 16:59 Uhr | Simone Blass, t-online.de

Abstillen: Den Zeitpunkt bestimmen Mutter und Kind. Stillen: Mindestens ein halbes Jahr lang sollen Babys gestillt werden. Wie lange es darüber hinaus die Brust bekommt, kann jede Mutter für sich entscheiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mindestens ein halbes Jahr lang sollen Babys gestillt werden. Wie lange es darüber hinaus die Brust bekommt, kann jede Mutter für sich entscheiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wie lange soll man stillen? Die Frage, wann für das Baby die Zeit zum Abstillen gekommen ist, sollte jede Frau für sich beantworten. Grundsätzlich ergibt sich bei einem weltweiten Vergleich aller Völker eine durchschnittliche Stillzeit von zwei bis vier Jahren. Die Empfehlung, ein Kind spätestens mit einem Jahr abzustillen, stammt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert und ist inzwischen wissenschaftlich gesehen völlig veraltet.

Etwa mit einem halben Jahr beginnen Babys damit, den Eltern sehr genau auf die Gabel zu sehen. Sie machen Kaubewegungen, greifen nach dem Essen und versuchen, sich Nahrungsmittel in den Mund zu stecken. Jetzt ist die Zeit gekommen, Beikost zuzufüttern und langsam eine Mahlzeit nach der anderen zu ersetzen. Das bedeutet aber nicht, dass man abstillen muss.

Der richtige Zeitpunkt für das Abstillen

Die Nationale Stillkommission, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die amerikanische Akademie der Kinderärzte, die WHO und auch Unicef empfehlen eine Mindeststillzeit von sechs Monaten und eine Gesamtstillzeit von bis zu zwei Jahren und darüber hinaus – wenn Mutter und Kind das wollen. Und das ist das Entscheidende: "Der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist dann, wenn es einem von beiden nicht mehr gefällt", erklärt eine Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland. "Das ist individuell ganz verschieden und hängt von vielen Faktoren ab."

Der Mensch als Säugetier

Katherine A. Dettwyler, eine Anthropologin der Universität von Texas, hat sich intensiv mit dem Abstillalter bei Affen und anderen Säugetieren beschäftigt und diese Zeiten auf den Menschen hochgerechnet. So gelangt sie zu der Vermutung, in welchem Alter Menschen natürlicherweise abstillen würden, wenn es keine kulturbedingten Regelungen dafür gäbe. "Das natürliche Alter zum Abstillen scheint bei einem Mindestalter von zweieinhalb Jahren und bei einem Höchstalter von sieben Jahren zu liegen. (...) In Kulturkreisen, in denen Kinder solange gestillt werden, ‚wie sie es selbst wünschen‘, setzt das Abstillen in der Regel im Alter von drei bis vier Jahren von alleine ein – ohne Anzeichen von Unzufriedenheit und ohne emotionale Traumata."

Nicht aus Pflichtgefühl stillen

Auch wenn es zum Beispiel in China und Japan vielerorts noch bis heute üblich ist, Kinder bis zu einem Alter von vier bis fünf Jahren zu stillen, bei uns würde es etwas seltsam anmuten, wenn ein Vorschulkind noch nicht von der Brust entwöhnt ist. Trotzdem sollte man sich in dieser Frage nicht von außen beeinflussen und sich durch Dritte zum Abstillen bewegen lassen. Stillgruppen bieten da die nötige Unterstützung. Genauso wenig aber, wie man ein Baby zum Stillen zwingen kann, sollte man sich auch als Mutter verpflichtet fühlen. Denn die durch das Stillen bewiesenermaßen entstehenden gesundheitlichen Vorteile für das Kind wiegen einen eventuellen seelischen Konflikt nicht auf. Wenn die Mutter nicht mehr stillen will und eine Abneigung dagegen entwickelt, dann spürt das Baby das. Die heutige Säuglingsnahrung ist der Muttermilch sehr ähnlich und Nähe, Wärme und Trost können auch auf andere Weise gegeben werden.

Sanftes Abstillen

Ganz unabhängig davon, ob das Abstillen von der Mutter oder vom Kind ausgeht, es sollte langsam geschehen und nicht in einer seelisch angespannten Phase. Das ist nicht nur besser für das Baby, sondern auch für den weiblichen Körper. Denn ein plötzlicher Abfall des milchbildenden Hormons Prolaktin kann Depressionen auslösen bzw. verstärken. Beim langsamen Abstillen bildet sich die Milchmenge allmählich zurück und so werden auch eine übervolle Brust und ein eventueller Milchstau, der zu schmerzhaften Empfindungen führen kann, vermieden. Unterstützen kann man diesen Prozess zum Beispiel mit bestimmten Kräutern wie Salbei oder Pfefferminze und auch mit homöopathischen Mitteln. „Die beste und sanfteste Art für Mutter und Kind aber ist es, die Brust einfach nicht anzubieten. Und auch nicht abzulehnen“, so die Empfehlung der Stillberaterin. „Gestillt wird nur, wenn das Kind wirklich danach verlangt. Das ist eine sehr sanfte und wirkungsvolle Art, die aber, darauf muss man sich einstellen, sehr lange dauern kann.“

Plötzliches Abstillen kann schlimme Folgen haben

Vielen Müttern, die sich in extremen Stresssituationen befinden und überfordert fühlen, wird zum schnellen Abstillen geraten. Bevor man sich aber dazu entschließt, sollte man sich bewusst machen, dass Stillen weit weniger aufwendig ist als das Zubereiten des Fläschchens und dass die Momente des Stillens auch beruhigende Inseln im hektischen Alltag sein können. Für die Mutter genauso wie für das Baby. Entscheidet sich eine Frau aber trotzdem aus Stressgründen, abzustillen, so sollte sie ebenfalls langsam vorgehen, denn abruptes Abstillen kann zu einem emotionalen Trauma beim Kind führen und hat auch für die Mutter häufig unangenehme Folgen. Körperlich wie seelisch.

Abstillen ist aus medizinischen Gründen nur selten notwendig

Eine Krankheit des Babys ist in der Regel kein Grund zum Abstillen. Im Gegenteil: Muttermilch liefert wertvolle Abwehrstoffe und kann einen Krankheitsverlauf abmildern und verkürzen. Ist allerdings die Mutter krank, steht eine Operation bevor oder ist die Frau gezwungen, Medikamente zu nehmen, dann kann es vorkommen, dass ein Abstillen ratsam ist. Dies trifft allerdings nur in den seltensten Fällen zu. Auch bei einer Operation ist es nicht unbedingt notwendig, abzustillen. Häufig gibt es Alternativen, die auch den behandelnden Ärzten nicht bekannt sind. Rat holen kann man sich bei der Embryonaltoxikologie in Berlin. Bei diesem öffentlich geförderten, unabhängigen Institut bekommt man Auskunft darüber, welche Medikamente alternativ eingesetzt werden können.

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