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Mundfäule bei Kindern: Herpes-Viren als Ursache

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Fauliger Atem: Es könnte Mundfäule sein

25.03.2013, 17:32 Uhr | dpa, t-online.de

Mundfäule bei Kindern: Herpes-Viren als Ursache. Mundfäule: Die Infektion mit den Herpes-Viren erfolgt meistens im Kleinkindalter. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Infektion mit den Herpes-Viren erfolgt meistens im Kleinkindalter. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Etwa 95 Prozent der Menschen tragen Herpes-simplex-Viren (Herpes-Virus Typ 1) in sich, ohne daran zu erkranken. Aktiv wird das Virus meistens erst dann, wenn das Immunsystem durch andere Krankheiten oder auch psychische Faktoren geschwächt ist. Die sogenannte Mundfäule geht deshalb häufig mit hohem Fieber einher, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) erläutert. Wenn Kleinkinder zum ersten Mal in Kontakt mit Herpesviren kommen, können sich schmerzhafte Bläschen und oberflächliche kleine Geschwüre im gesamten Mund entwickeln. In Mitleidenschaft gezogen ist bei Mundfäule meist auch das Zahnfleisch. Es ist schmerzhaft geschwollen und blutet bei Berührung leicht. Das Kind hat einen typischen fauligen Mundgeruch.

Bei Mündfäule Kindern weiche und kühle Nahrung geben

"Eltern sollten ihren erkrankten Kindern bevorzugt weiche und kühle Nahrung wie Eiscreme, kalten Pudding, Joghurt geben", rät BVKJ-Sprecher Ulrich Fegeler. "Auch Nudeln ohne Tomatensoße, Reis, Milch- und Gemüsebrei sind geeignet." Ein Strohhalm könne das Trinken erleichtern. Geeignet seien beispielsweise Wasser, kalter Kamillentee und kühle Milch. "Meiden sollten Kinder alles, was scharf, sauer, heiß oder hart ist, aber auch Obstsäfte, die die Mundschleimhaut reizen."

Kinder verweigern oft das Trinken

Bei kleinen Kindern besteht die Gefahr, dass sie wegen der Schmerzen nicht mehr trinken wollen und die Nahrung verweigern. Im schlimmsten Fall müssen sie ins Krankenhaus, um Flüssigkeit über eine Magensonde oder sogar einen venösen Zugang in den Körper zu bekommen und dadurch ein Austrocknen zu verhindern. Schmerzlindernde Gele oder Salben und eventuell fiebersenkende Zäpfchen reichen jedoch meist aus, um die Beschwerden zu lindern.

Für Mund fäule besonders gefährdete Kinder

Für die meisten Kinder ist Mundfäule zwar ausgesprochen unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Bei Kindern mit Abwehrschwäche allerdings - etwa Kinder mit Leukämie - können innere Organe befallen werden. Die Folge könnte eine Lungen- oder Leberentzündung oder sogar eine Hirnhautentzündung oder Gehirnentzündung sein. Kinder mit Neurodermitis sind ebenfalls durch eine Übertragung des auslösenden Virus auf die vorgeschädigte Haut gefährdet - sie können dann ein schweres Herpesekzem entwickeln.

Hohe Ansteckungsgefahr bei Mundfäule

Die Erstinfektion mit Herpes-simplex-Viren erfolgt meist zwischen dem zehnten Lebensmonat und dem vierten Lebensjahr, häufig über die infizierten Eltern. Da betroffene Kinder ansteckend sind, sollten sie zu Hause bleiben, bis das Fieber abgeklungen ist und die Bläschen abgeheilt sind. Das dauert etwa eine bis zwei Wochen. Die Viren sind danach zwar noch im Körper, werden aber erst wieder aktiv, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Bei den meisten Virenträgern bilden sich dann Fieberbläschen an den Lippen, bei manchen brechen die Herpesbläschen auch an anderen Stellen des Körpers aus.

Unbedingt Hygieneregeln bei Mundfäule einhalten

Durch die weite Verbreitung des Virus gibt es keine reelle Chance, dem Erreger aus dem Weg zu gehen. Auch eine Impfung gibt es nicht. Eltern mit Lippenherpes sollten daher darauf achten, die Krankheit nicht auf ihr kleines Kind zu übertragen. Daher waschen sie am besten häufig ihre Hände, küssen ihr Kind nicht und lecken auch nicht seinen Schnuller ab. "Der Inhalt der Bläschen ist hoch ansteckend", warnt Fegeler. "Die darin enthaltenen Herpesviren werden bei Berührung der Bläschen oder beim gemeinsamen Gebrauch von Gläsern, Besteck, Handtüchern und Zahnbürsten weitergegeben."

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