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Cotard-Syndrom: Haley (17) dachte, sie sei tot

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Cotard-Syndrom  

Haley (17) hielt sich drei Jahre lang für tot

02.03.2015, 15:12 Uhr | t-online.de

Cotard-Syndrom: Haley (17) dachte, sie sei tot. Cotard-Syndrom: Haley Smith mit ihrem Freund Jeremy. Das Mädchen hat seine Erkrankung überwunden und kann wieder lachen. (Quelle: PA REAL LIFE)

Haley Smith mit ihrem Freund Jeremy. Das Mädchen hat seine Erkrankung überwunden und kann wieder lachen. (Quelle: PA REAL LIFE)

Drei Jahre lang hielt sich die heute 17-jährige US-Amerikanerin Haley Smith für tot. Was unglaublich klingt, lässt sich auf das äußerst seltene Cotard-Syndrom zurückführen, bei dem Betroffene überzeugt sind, tot zu sein oder Organe verloren zu haben. Das berichtet die "Daily Mail".

Auf den ersten Blick wirkt Haley wie ein normaler Teenager. Sie liebt roten Lippenstift, Disneyfilme und ihren Freund Jeremy. Auf dem Foto strahlt sie glücklich in die Kamera. Das Bild zeigt nicht, dass Haley gerade die drei schlimmsten Jahre ihres Lebens hinter sich hat. Sie litt an einer Krankheit, von der die meisten noch nie etwas gehört haben.

Horrorfilme zur Entspannung

In einem Alter, in dem andere Teenagermädchen von der ersten Liebe träumen, verbrachte Haley ihre Zeit auf dem Friedhof, weil sie anderen Toten nahe sein wollte. "Ich stellte mir Picknicks auf dem Friedhof vor und verbrachte viel Zeit damit, Horrorfilme anzusehen. Es entspannte mich, Zombies zu sehen, es war wie bei meiner Familie zu sein", sagt sie der "Daily Mail".

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"Ich konnte es nicht abschütteln"

Haley war 14 Jahre alt, als sie erstmals Symptome ihrer Erkrankung spürte. Sie erzählt der Zeitung, dass ihre Eltern sich gerade scheiden ließen und sie damit nicht gut umgehen konnte. "Eines Tages im Englischunterricht hatte ich das wirklich seltsame Gefühl, dass ich tot war, und ich konnte es nicht abschütteln."

"Mein Körper fühlte sich taub an"

Das Mädchen suchte zunächst Rat bei der Schulkrankenschwester, die aber nichts feststellen konnte. Auch Ausschlafen brachte keine Hilfe - der seltsame Zustand kehrte zurück und ließ sich nicht abschütteln. "Mein Körper fühlte sich taub an", erzählt sie. "Ich dachte, ich werde verrückt." Zwei Jahre lang sah sich Haley als eine wandelnde Leiche, bevor sie endlich den Mut fasste, sich erst einem Freund und dann ihrem Vater anzuvertrauen.

Ein Psychiater konnte ihr schließlich helfen. Nach der Diagnose "Cotard-Syndrom" wusste Haley, dass sie an einer Krankheit leidet und begann eine Therapie. "Es war so eine Erleichterung zu erfahren, dass es wirklich eine Krankheit ist und dass ich nicht die einzige bin", beschreibt sie ihre Gefühle in der "Daily Mail".

Um anderen Betroffenen Mut zu machen, hat Haley sich entschieden, ihre Geschichte öffentlich zu machen.

"Mademoiselle X" ist der erste bekannte Fall

Erstmals wurde die Krankheit 1880 von dem französischen Neurologen Jules Cotard erwähnt. Er beschrieb eine Frau, die er "Mademoiselle X" nannte. Diese glaubte, kein Gehirn zu haben und tot zu sein und wollte deshalb verbrannt werden. Auch die Bezeichnung "Walking Corpse Syndrome" ist gebräuchlich. Manche Erkrankte beschreiben, dass sie ihr verfaulendes Fleisch riechen können oder Würmer unter der Haut fühlen. Andere stellen das Essen ein, weil sie in ihrem Wahn, tot zu sein, denken, sie bräuchten keine Nahrung mehr.

Die gestörte Wahrnehmung lässt sich auf eine Störung der Gehirnfunktion zurückführen. Sie kann bei Psychosen wie zum Beispiel Schizophrenie oder bipolaren Störungen auftreten, aber auch nach Hirnverletzungen oder im Verlauf einer Depression. Genaue Zahlen zur Häufigkeit gibt es nicht, das Cotard-Syndrom gilt jedoch als extrem selten.

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