Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Gesundheit >

Dicke Kinder kosten das Gesundheitssystem 10.000 Euro im Jahr

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Übergewicht  

Was dicke Kinder das Gesundheitssystem kosten

10.04.2014, 11:11 Uhr | cst, t-online.de, Pressetext

Dicke Kinder kosten das Gesundheitssystem 10.000 Euro im Jahr. Wissenschaftler haben in einer Studie ermittelt, dass jedes dicke Kind das Gesundheitssystem 14.000 Euro kostet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wissenschaftler haben in einer Studie ermittelt, dass jedes dicke Kind das Gesundheitssystem 14.000 Euro kostet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Adipositas in der Kindheit verursacht medizinische Mehrkosten von knapp 14.000 Euro pro Kind und Jahr über die ganze Lebenszeit hinweg, verglichen mit einem normalgewichtigen Kind, haben Forscher der amerikanischen Duke University errechnet. In Deutschland belaufen sich diese Kosten auf etwa 10.000 Euro.

Multipliziert mit der Zahl aller übergewichtigen Zehnjährigen in den Vereinigten Staaten, ergibt das Kosten von über zehn Milliarden Euro allein für diese Altersgruppe. Die finanzielle Belastung reduziert sich auf etwa 9500 Euro pro Kind und Jahr, wenn es erst später als Erwachsener dick wird. "Fettleibigkeit in der Kindheit zu reduzieren, hat in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge eine hohe Priorität, was zu erheblichen gesundheitlichen und ökonomischen Vorteilen führen kann", stellt der leitende Forscher Eric Andrew Finkelstein fest.

Die Forscher betonen, dass ihre Studie nur die direkten medizinischen Kosten analysiert, wie etwa Arztbesuche und Medikamente. Nicht kalkuliert haben die Experten indirekte Kosten, wie beispielsweise Arbeitsausfälle und geringere Produktivität bei Arbeitnehmern.

UMFRAGE
Wie oft dürfen Ihre Kinder naschen?

Situation in Deutschland

"Für deutsche Verhältnisse sind 14.000 Euro pro Kind und Jahr bezogen auf die gesamte Lebenszeit etwas zu hoch", sagt Günter Neubauer, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik aus München gegenüber T-Online.de. Richtig sei, dass übergewichtige Kinder das Gesundheitssystem mehr kosten als normalgewichtige. "Bei jüngeren Kindern sind die Mehrkosten noch nicht so gravierend, aber sie steigen im Lauf der Zeit, weil Übergewichtige viel früher unter anderem an Diabetes, Gelenkschäden, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen leiden."

Die zusätzlichen Kosten für das Gesundheitssystem schätzt Neubauer pro übergewichtigem Kind und Jahr bezogen auf die gesamte Lebensdauer auf rund 10.000 Euro. Bei einer geschätzten Lebenserwartung von 70 Jahren würden das allein für ein übergewichtiges Kind im Laufe seines Lebens insgesamt rund 700.000 Euro Mehrkosten bedeuten.

In Deutschland sind laut Kinderaerzte-im-netz.de rund 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig. Wenn man von rund elf Millionen Kindern in dieser Altersgruppe ausgeht (Daten vom statistischen Bundesamt, 2010), sind insgesamt also etwa 1,65 Millionen Kinder in Deutschland übergewichtig. Daraus würden sich für das Gesundheitssystem Mehrkosten von 16,5 Milliarden pro Jahr ergeben.

Nicht nur die Kosten betrachten

"Das Problem der übergewichtigen Kinder ist im wahrsten Sinne des Wortes eine große Last," sagt dazu Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt aus Berlin. Übergewichtige seien enorm bedroht, vor allem die adipösen Kinder, weil sie sehr schnell Folgeerkrankungen entwickelten, früh medikamentenabhängig seien und eine deutlich verkürzte Lebenserwartung hätten. "Häufig ist die Fettsucht nur eine Facette. Sehr oft handelt es sich um Kinder aus bildungsfernen Schichten, die ohne Strukturen aufwachsen, denen es schwer fällt, den Alltag zu bewältigen, denen sprachlich und kognitiv Anregungen fehlen."

Die sich daraus ergebenden sozialen Folgen von Übergewicht schätzt Fegeler sogar als noch dramatischer ein, denn die Belastungen der Sozialsysteme wegen Berufsunfähigkeit, Fehlzeiten oder Sozialtransfers lägen um ein Vielfaches höher als die medizinischen Kosten.

Größtes Problem: "Herkömmliche Therapieansätze helfen adipösen Kindern wenig", so Fegeler. Die betroffenen Kinder und ihre Familien müssten zu Hause aufgesucht und behandelt werden. "Das können wir Kinderärzte so nicht leisten."

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren! 

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal