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Kinder im Straßenverkehr - was ist in Spielstraßen erlaubt?

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Kinder dürfen nicht alles  

Eine Spielstraße ist kein Abenteuerspielplatz

13.11.2016, 12:34 Uhr | mmh, t-online.de

Kinder im Straßenverkehr - was ist in Spielstraßen erlaubt?. Hier haben Kinder Vorfahrt. Aber nicht alles ist erlaubt. (Symbolbild) (Quelle: imago/epd)

Hier haben Kinder Vorfahrt. Aber nicht alles ist erlaubt. (Symbolbild) (Quelle: imago/epd)

Spielstraßen sind eine feine Sache für Kinder. Sie haben immer Vorfahrt. Selbst die dicksten Autos müssen kriechen. Dürfen Kinder im verkehrsberuhigten Bereich wirklich alles? Wir haben bei einem Verkehrsexperten nachgefragt.

Mit dem Auto im Zeitlupen-Tempo um die Ecke schleichen, warten bis die Torwand abgebaut ist, weiterkriechen. Den kleinen Jungen, der auf dem Straßenpflaster sitzt, aus dem offenen Fenster ermuntern, aufzustehen und seine Kreiden einzusammeln, um schließlich ein paar Meter weiter das Auto abzustellen, auszusteigen und die Mülltonnen, die offensichtlich einen Parcours für den Einrad-Slalom gebildet haben, zur Seite zu schieben. Alles ganz normal in einem verkehrsberuhigten Bereich in einem Wohngebiet.

Geduldsprobe für Autofahrer

Die Fahrt durch eine Spielstraße an einem Nachmittag kann zur Geduldsprobe werden. Das Problem dabei ist auch, dass eigentlich kein Verkehrsteilnehmer genau weiß, welche Rechte und Pflichten er hier hat. Denn: Es gibt keine verbindlichen Regelungen, nur einige einzelne Rechtssprechungen.

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Gegenseitige Rücksichtnahme ist zwar das oberste Gebot, was das aber in der konkreten Situation bedeutet, lässt sich nicht immer genau definieren.  

Das erste Missverständnis: Was landläufig als Spielstraße bezeichnet wird - auch die gibt es - ist eigentlich ein verkehrsberuhigter Bereich. In einer echten Spielstraße ist gar kein Durchgangsverkehr erlaubt.

"Es gibt so gut wie keine Rechtsprechung dazu", sagt Stephan Miller vom ADAC. Grundsätzlich gilt: Jeder darf sich dort auf der Straße aufhalten und Fußgänger müssen nicht - wie sonst - den kürzesten Weg nehmen. Das bedeutet für Autofahrer, sich in Geduld zu üben. 

Miller nennt ein Beispiel aus der Rechtsprechung: Ein achtjähriger Junge darf in der Nähe seiner Eltern auf einer Spielstraße alleine Rad fahren. "Eltern haben immer die Aufsichtspflicht", betont der Experte. Und: "Sie müssen den Kindern beibringen auf Autos zu achten."

Doch Kleinkinder beherrschen das noch nicht. Wenn sie auf der Straße spielen, vergessen sie die Autos um sich herum. 

Wie lange muss man warten?

Doch was kann ein Autofahrer dann tun? "Warten", sagt ADAC-Mann Miller. "Es gibt keine Anhaltspunkte, wie lange." Sachte hupen dürfe man nach einer angemessenen Wartezeit. Dieses zulässige Warnzeichen könnte auch begleitende Eltern herbeirufen. Doch wenn sich nichts bewegt und keine Eltern auftauchen, bleibt dem Fahrer nur, auszusteigen und das Kind an den Straßenrand zu begleiten. Ein Horror für Paketzusteller unter Zeitdruck.

Ratlosigkeit bei Autofahrern 

Viele Autofahrer begleitet ein mulmiges Gefühl auf dem Weg durch diese Zone zwischen den blauen Verkehrsschildern. Zwar sind alle Verkehrsteilnehmer verpflichtet, beim Einbiegen auf die Straße aus Wegen, Gärten und Zufahrten den fahrenden Verkehr zu beachten, doch beim Herumtollen mit Skateboard, Fahrrad, Bobbycar und Gokart wird das von Kindern schnell vergessen. 

Nicht selten wird die Fahrbahn auch zum Bolzplatz. Gegen Schuhe und Jacken als angedeutete Torpfosten sei dann - so Miller - auch nichts einzuwenden, doch stabile Torwände seien nicht angebracht. "Alles muss schnell weggeräumt werden können." 

Spielstraße ist das falsche Wort

"Spielstraße" ist der gebräuchliche, aber falsche Begriff für den - laut Straßenverkehrsordnung korrekten - "verkehrsberuhigten Bereich". Hier gelten bestimmte Regeln, kein Verkehrsteilnehmer ist von seinen Pflichten befreit: 

  • Spielende Kinder und Fußgänger dürfen die komplette Straße nutzen.
  • Fußgänger dürfen nicht behindert oder gefährdet werden.
  • Fußgänger und KFZ-Fahrer sind gleichberechtigt.
  • Autos müssen warten, wenn nötig anhalten.
  • Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig aufhalten.
  • Nur Schrittgeschwindigkeit - zwischen vier und sieben km/h - ist erlaubt, das gilt auch nachts.
  • Bis zu zehn km/h werden toleriert.
  • Bei überhöhter Geschwindigkeit gibt es Geldstrafen und sogar Fahrverbot.
  • Sonderfälle sind temporäre Spielstraßen in manchen Gemeinden zu festgelegten Zeiten.
  • Überholen ist verboten, man muss nicht damit rechnen, überholt zu werden.
  • Es gilt nicht rechts vor links.
  • Parken ist nur in gekennzeichneten Flächen erlaubt; Halten zum Be- und Entladen oder Ein- und Aussteigen ist erlaubt.
  • Der verkehrsberuhigte Bereich endet nicht genau an dem aufhebenden Schild, sondern erst an der Einmündung in eine andere Straße.
  • Eltern sind dort nicht von ihrer Aufsichtspflicht befreit.

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