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Bauch geht vor Job

31.03.2010, 11:13 Uhr | Simone Blaß

Schwangerschaft geht vor Job. Bauch geht vor Job.

Während der Schwangerschaft sollten Schwangere seelischen Stress vermeiden. (Bild: Imago)

Nicht selten haben werdende Mütter vorzeitige Wehen, die nichts mit den so genannten "Übungswehen" zu tun haben. Manche landen deswegen sogar im Krankenhaus. Der Grund kann Stress sein. Die Frauen haben sich körperlich und/oder seelisch überanstrengt und dabei auch die Gesundheit ihres Babys aufs Spiel gesetzt. Viele Schwangere muten sich zu viel zu und statt Kraft für die kommende Zeit zu sammeln, setzen sie sich selbst massiv unter Druck. Aber es ist auch nicht einfach, fünf gerade sein zu lassen. Vor allem nicht im Beruf.

Stress sollte vermieden werden

Stress wirkt sich negativ auf das Ungeborene aus. Das merken schwangere Frauen schnell selbst am eigenen Leib. Der Bauch wird hart, das Kind verhält sich anders als sonst. "Wenn eine Frau sehr aufgeregt ist, können zum Beispiel auch die Herztöne des Babys schneller werden", bestätigt Roswitha Glimm, die auf eine langjährige Erfahrung als Hebamme zurückgreifen kann. "Auch wenn die Natur bei einer gesunden Frau natürlich schon für einen Schutz des Babys sorgt, psychischer und physischer Stress haben ihre Auswirkungen auf die Schwangerschaft."

In einigen Berufen ist besondere Vorsicht geboten

Stellt eine Arbeit eine Gefahr für die Frau oder das Ungeborene dar, darf sie nicht oder nur eingeschränkt ausgeführt werden. Hier gibt es durch das Mutterschutzgesetz strenge Richtlinien. Verboten sind zum Beispiel Arbeiten, bei denen man mit gesundheitsgefährdenden Stoffen in Berührung kommt. Auch Lärm und Erschütterungen sind tabu. Akkord- und Fließbandarbeit sind ebenso wenig erlaubt wie stundenlanges Stehen beziehungsweise Arbeiten, bei denen man sich strecken oder beugen muss. Ebenfalls unter besonderem Schutz steht die werdende Mutter in Bezug auf Überstunden, Nachtarbeit und Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Der Arbeitgeber darf der Schwangeren aber eine andere, zumutbare Arbeit zuweisen. Das heißt eine Pilotin zum Beispiel darf zum Bodenpersonal versetzt werden. Vorausgesetzt ausreichende Erholungspausen sind genauso gewährleistet wie die Freistellung für Arztbesuche, diese Zeit muss übrigens nicht nachgearbeitet werden.

Auch Selbstständige sollten sich Ruhe gönnen

Das Mutterschutzgesetz gilt für alle, die eine feste Anstellung haben, also auch für Azubis und Teilzeitkräfte. Ist eine Frau selbstständig, so ist sie aber auch in Bezug auf ihre Schwangerschaft für sich selbst verantwortlich. Gerade für Frauen, die ein kleines Unternehmen ihr eigen nennen, vielleicht sogar alleine arbeiten, ist das eine schwierige Situation. Denn erstens möchten sie ihre Kunden nicht an die Konkurrenz verlieren und zweitens erwarten sie in der Regel von sich selbst, schon in Ermangelung einer Vertretung, dass die bestehenden Aufträge in vollem Umfang erfüllt werden. Sieht die Schwangere keine Möglichkeit, die Arbeit etwas zurückzufahren, dann sind entspannte Momente zum Ausgleich umso wichtiger für sie und das Kind. Die meisten Selbstständigen haben den Vorteil, sich ihre Zeit selbst einzuteilen zu können. Längere Pausen, ein regelmäßiger Mittagsschlaf, Bewegung zwischendurch und immer wieder Momente, in denen man in aller Ruhe Kontakt zum Kind aufnehmen kann, können beruflichem Stress entscheidend entgegenwirken. Und nicht zuletzt sollte man sich klar machen, dass man von nun an nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich ist.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Besonders von weiblichen Führungskräften wird häufig erwartet, dass sie nach kürzester Zeit wieder voll an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und zwar bestens vorbereitet. Doch davon sollte sich eine Schwangere nicht unter Druck setzen lassen, denn: "Nur weil in einem Unternehmen noch nie eine Führungskraft Teilzeit gearbeitet hat, heißt das nicht, dass das nicht geht", so Astrid Schulte und Maren Blum. Die beiden sind Autorinnen von "MamaHappy – Gelassen und glücklich mit Kind und Job". In ihrem Ratgeber weisen sie darauf hin, dass man sich zunächst darüber klar werden sollte, was man selbst und was der Partner möchte und wie man sich die Zukunft mit Kind überhaupt vorstellt. Um dann im Gespräch mit den Vorgesetzten Perspektiven formulieren zu können. "Weisen Sie darauf hin, dass es sich nur um eine Perspektive handelt, da die Erfahrungswerte fehlen – schließlich kennen Sie Ihr Kind noch nicht. Sie wissen heute einfach noch nicht, was es braucht und wie Sie sich als Mutter fühlen werden."

Schuldgefühle sind nicht angebracht

"Eine schwangere Mitarbeiterin bedeutet für jeden Vorgesetzten ganz konkret Arbeit und Unwägbarkeiten. Es muss eine Vertretung organisiert und eingearbeitet werden. Der Ablauf von Projekten ändert sich vielleicht. Eventuell treten strengere Arbeitsschutzbedingungen in Kraft – Mutterschutz und Elternzeit verursachen Mehraufwand und Zusatzkosten." Doch die beiden Autorinnen, selbst berufstätige Mütter, warnen vor Schuldgefühlen. "Kinder sind nun mal Teil des Lebens. Sie dürfen erwarten, dass Ihr Gegenüber die Situation professionell und sachlich handhabt." Eine Schwangerschaft ist kein Grund für eine Entschuldigung. Ein bisschen diplomatisches Geschick kann aber trotzdem nicht schaden. Schließlich möchte man ja auch in den kommenden Monaten unbeschwert seiner Arbeit nachgehen können.

Vorsicht vor Versprechungen

"Nur zu leicht ist man versucht, Zugeständnisse zu machen wie 'Auch wenn ich schon sechs Wochen vor dem Stichtag in Mutterschutz gehen darf: Ich bleibe natürlich bis zum letzten Tag!' Hier sollte man abgegrenzt bleiben!", raten die Autorinnen. Anbieten sollte man nur, was man auch tatsächlich erfüllen kann. Wer dann kurz vor der Geburt noch arbeiten möchte, der darf das, kann aber jederzeit damit aufhören, wenn es ihm zu viel wird. Grundsätzlich sollte man seine Ziele, die man sich bis zur Geburt gesetzt hat, gründlich daraufhin überprüfen, ob sie nicht zu hoch gesteckt sind. Tabu sollten Überstunden sein, um Projekte noch fertigzustellen. Gegebenenfalls muss man eben eine entsprechende Übergabe vorbereiten, denn auch, wenn man sich belastbar fühlt, das Kind ist gezwungen, Belastungen ebenfalls auszuhalten. Auch sollte man sich nie scheuen, Kollegen um Hilfe zu bitten, zum Beispiel wenn es um das Tragen von Lasten geht.

Seelischer Stress ist Grund für Beschäftigungsverbot

Selbstverständlich ist eine Schwangerschaft keine Krankheit. Eine Zeit, in der man etwas langsamer treten sollte, aber ist es schon. Gönnen Sie sich Momente der Entspannung auch während des Berufsalltags und hören Sie genau auf die Signale, die Ihr Körper Ihnen gibt. Mutterschutzleitlinien haben ihren Sinn und sollten daher auch ernst genommen werden. Ist das Vermeiden von Stress, zum Beispiel auch seelischer Art, nicht möglich, dann kann der Arzt ein Attest ausschreiben. Dieses Beschäftigungsverbot besteht notfalls bis der gesetzliche Mutterschutz eintritt. Der Arbeitgeber muss sich an das Beschäftigungsverbot zwar halten, er kann aber bei begründeten Zweifeln eine Nachuntersuchung verlangen. Den Arzt dafür darf die Schwangere bestimmen und die Kosten für die Untersuchung muss der Arbeitgeber dann selbst übernehmen. 

ratgeber.t-online.de: Stress in der Schwangerschaft - Risiko für das Kind

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