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Wehen: Was Wehen sind und wie sie sich anfühlen

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"Liebe Wehe, ich lasse mich nicht unterkriegen!"  

Das sollten Schwangere über Wehen wissen

25.07.2014, 13:55 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Wehen: Was Wehen sind und wie sie sich anfühlen. Wehen schmerzen, aber sie helfen dem Baby auf die Welt.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wehen schmerzen, aber sie helfen dem Baby auf die Welt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wehen - bei einer spontanen Geburt geht ohne sie gar nichts. Viele Frauen entscheiden sich mittlerweile vor allem aus Angst vor den Schmerzen während der Geburt für einen geplanten Kaiserschnitt. Doch Hebammen und die meisten Ärzte sind sich einig, dass die natürliche Geburt der bessere Weg ins Leben ist. Sehen Sie die Wehen nicht als Übel der Geburt an, sondern als eine Hilfe für Sie und Ihr Kind, damit es sicher und natürlich ins Leben treten kann.

Wehen sind Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur. Jede Kontraktion beginnt am oberen Ende der Gebärmutter, wo sich die Muskelzellen befinden. Dann erfasst sie die Mitte des Uterus und schließlich den Muttermund. Während der Wehen ist die obere Uterushälfte länger aktiv und zieht sich intensiver zusammen als die untere.

Wie merke ich, dass es losgeht?

Den Satz "du wirst schon spüren, wenn es los geht!" hören werdende Mütter des Öfteren, doch so einfach ist es häufig nicht. Natürlich spüren Frauen ungefähr, wenn es losgeht. Doch manche sind noch damit beschäftigt ihren Nesttrieb auszuleben; andere denken, sie haben Bauchweh, weil sie beim Griechen zu Abend gegessen haben; wieder andere haben tagelang Vorwehen und laufen mehrmals im Krankenhaus ein, bevor es endlich losgehen kann. Klar ist: Rufen Sie lieber einmal zu viel Ihre Hebamme an oder gehen Sie zu früh ins Krankenhaus und fahren gegebenenfalls lieber wieder heim, als dass Sie sich "zusammenreißen" und sich den Kopf zermartern, ob das jetzt schon "richtige" Wehen sind oder eben nicht.

UMFRAGE
Haben Sie die Geburtsschmerzen als so unerträglich empfunden, dass Sie eine PDA brauchten?

Wann immer Sie unsicher sind, nehmen Sie Hilfe in Anspruch. Gerade in der Endphase der Schwangerschaft sind Sie ganz klar die Hauptperson. Ihre Hebamme kann anhand eines tragbaren Wehenschreibgeräts oder Handauflegen erkennen, wie kräftig sich Ihre Gebärmuttermuskulatur bereits zusammenzieht. Sie selbst erkennen durch ein warmes Bad, ob Ihre Wehen schon Geburtswehen sind oder noch Vorwehen. Die Vorwehen verschwinden durch die warme Entspannung, die Geburtswehen werden dadurch intensiver. Dann heißt es ab ins Krankenhaus. Achtung: Steigen Sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr allein in die Wanne oder aus ihr heraus!

Was kann ich in den Phasen der Geburt tun?

Sie bestimmen, wie die Geburt abläuft: Ihre Hebamme und Ihr Partner sind Ihre Begleiter und Ihre Unterstützer. Bleiben Sie deshalb stark und aktiv während den Wehen. Das heißt nicht, dass Sie sich nicht fallen lassen dürfen, aber wollen Sie beispielsweise von der Liege auf den Gebärhocker wechseln, tun Sie das. Ist der Gebärhocker nicht so bequem, wie Sie noch vor Kurzem dachten, ändern Sie Ihre Position wieder. Das muss Ihnen nicht unangenehm sein.

Sie erbringen bei der Geburt eine riesige Leistung und es steht Ihnen zu, die für Sie beste Stellung zu finden oder Wünsche zu äußern, die Ihnen Ihren "Job" erleichtern. Nennen Sie Ihre Wünsche auch in Dingen, die Sie im Vorfeld der Geburt für sich ausgeschlossen haben. Möglicherweise brauchen Sie doch mehr medikamentöse oder psychische Hilfe, als Sie dachten. Akzeptieren Sie das und hadern Sie nicht mit sich selbst, wenn Sie doch eine PDA verlangen oder es mit der "normalen" Geburt dieses Mal nicht klappen sollte. Ziel ist, dass Ihr Kind auf die Welt kommt, auch auf Umwegen.

Denken Sie während der Wehen an Ihr Kind

Gedanken wie "gleich sehen wir uns", "wie siehst du wohl aus?" oder "ich freue mich so auf dich!", helfen Ihnen mental und psychisch durch die Stunden der Geburt. Sie nehmen Kontakt zu ihrem Baby auf und können sich dadurch besser fallenlassen und öffnen. Berühren Sie Ihren Bauch oder lassen Sie sich von Ihrem Partner streicheln. Dadurch stehen Sie zu dritt im Kontakt, da er Ihre Wehen durch die Bauchdecke spürt und ein klein wenig teilen kann. Sie können auch mit Ihren Wehen Verbindung aufnehmen: "Oh, du warst besonders stark, danke. Du hast mich meinem Kind ein Stück näher gebracht" oder "liebe Wehe, ich lasse mich nicht unterkriegen, je stärker du bist, umso schneller hilfst du meinem Kind auf die Welt."

Wie fühlt sich eine Wehe an?

Die Stärke der Wehen beziehungsweise welche Schmerzen sie auslösen, ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Es kann völlig normal sein, dass Sie schon starke Schmerzen haben und auf dem Wehenschreiber nur kleine Hügelchen zu sehen sind. Andererseits sprechen manche Frauen davon, dass die Geburt "einfach Arbeit" sei und sie ihre Wehen weniger als Schmerzen denn als Anstrengung empfunden hätten. Unterhalten Sie sich mit anderen Frauen über ihre Erfahrungen. Sie werden schnell merken, wie unterschiedlich die Wehen empfunden wurden.

Die meisten Frauen beschreiben Wehen ähnlich wie Menstruationsschmerzen, nur stärker. Manche sprechen aber auch von einem Energiestoß oder einem scharfen Schmerz oder einem intensivem Stechen. Einige Frauen empfinden den Schmerz als eher dumpf, andere sprechen von einem sehr starken Ziehen. Das Besondere an Wehen: Sie schmerzen wirklich nur, wenn sie da sind. Dieses Phänomen ist eindrucksvoll, da wir normalerweise nur Schmerzen kennen, die langsam abebben, etwa wenn wir uns gestoßen haben oder eine Wunde heilt. Doch nach einer Wehe tut wirklich nichts im Unterleib oder Bauch weh. Oftmals tritt sogar ein seliges Gefühl ein, was die Mutter in den Phasen zwischen den Wehen in einen beglückten und schönen Zustand versetzt.

Wie gehe ich mit dem Schmerz der Wehen um?

Der weibliche Körper ist darauf ausgelegt, mit Geburtsschmerzen umzugehen. Bei einer normalen Geburt werden in Ihrem Gehirn Endorphine ausgeschüttet. Diese Hormone wirken wie ein natürliches Schmerz- und Entspannungsmittel. Durch das bewusste und intensive Atmen wird die Sauerstoffzufuhr erhöht und die Hormone gelangen schneller in den Blutkreislauf. Das heißt, das "Schmerzmittel" wirkt schneller und besser. Außerdem verteilen Sie durch das Atmen den Schmerz in alle Regionen Ihres Körpers und er wird abgeschwächt. Wichtig ist außerdem, dass Sie sich eine bequeme Stellung suchen. Die kann in den unterschiedlichen Phasen der Geburt stark variieren. Nennen Sie Ihrem Partner die Stellen Ihres Körpers, an denen Sie gerne gestreichelt oder massiert werden möchten.

Manchen Frauen hilft es, sich den Vorgang der Öffnung und des Schiebens durch den Geburtskanal zu visualisieren. Stellen Sie sich beispielsweise das Meer vor, wie es manche Wellen seicht an die Küste schickt und andere an eine Steilküste peitscht. Oder wie sich eine Blüte in rhythmischen Bewegungen immer weiter öffnet oder wie sich Ihr Kind den Weg nach draußen mit aller Kraft sucht - Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie können Ihre Hebamme nach schmerzlindernden homöopathischen Mitteln fragen. Viele Hebammen empfehlen beispielsweise Magnesium D6, das entkrampfend und beruhigend wirkt. Manche Hebammen lindern die Schmerzen der Schwangeren mit Akupunktur. Das ist allerdings nicht möglich, wenn die Wehen sehr stark sind und sich der Körper der Frau stark bewegt.

Schmerzmittel während der Geburt

Halten Sie die Schmerzen nicht mehr aus, stehen Ihnen verschiedene Schmerzmittel zur Verfügung. Das natürliche Schmerzmittel Endorphin wird nach Einnahme der Arzneimittel allerdings nicht mehr ausgeschüttet. Daraus entsteht ein Problem: Viele der Schmerzmittel werden kurz vor der letzten Endphase der Geburt abgesetzt, damit die Frau aktiv mitpressen kann. Da nun keine Endorphine den Schmerz verringern, empfinden viele Frauen die Wehen als doppelt heftig.

Die gängigen Schmerzmittel sind:

  • Periduralanästhesie (PDA): wird vor allem bei stark empfundenen Schmerzen und langem Geburtsverlauf gegeben

  • entkrampfende Zäpfchen (Spasmolytika): sie unterstützen durch Entkrampfung bei der Mutter die Öffnung des Muttermundes

  • Schmerzspritze in den Gesäßmuskel: diese Opiate werden meistens in der Eröffnungsperiode gegeben und wirken schmerzstillend und beruhigend

  • Lokalanästhesie im Dammschnittbereich: wird nur bei einem Dammschnitt vorgenommen

  • Spinalanästhesie: wird bei einem Kaiserschnitt als Narkose vorgenommen

Bleiben Sie gelassen und lassen Sie los

Sie haben diesen Satz wahrscheinlich schon im Geburtsvorbereitungskurs gehört und vielleicht ärgern Sie sich während der Geburt über ihn und wissen nicht, wie Sie das anstellen sollen. Dann lassen Sie sich von Ihrem Mann und Ihrer Hebamme helfen und daran erinnern - einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen. Die Wehen werden schmerzhafter, wenn Sie sich verkrampfen, gegen die Wehen ankämpfen oder falsch atmen. Ihr Partner wird sich freuen, Ihnen wenigstens ein bisschen helfen zu können und wenn es nur mit einem freundlichen "tief einatmen, langsam ausatmen" ist. Die Geburt ist ein Auf und ab. Die Wehen kommen und gehen in wellenartigen Schmerzen und auch Ihre Gefühle können wie ein kleines Boot im offenen Meer hin- und her geworfen werden. Lachen Sie, wenn Ihnen danach ist oder weinen Sie, schimpfen Sie oder erzählen Sie Witze. Nichts muss Ihnen peinlich sein und je lockerer Sie mit der Situation umgehen, umso schneller ist Ihr Baby auf Ihrem Arm.

Wehe ist nicht gleich Wehe

Mediziner unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Wehen, die unterschiedlich stark sind und verschiedene Funktionen erfüllen. Lesen Sie hier, welche verschiedenen Wehen es gibt.

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