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Überstürzte Geburt: Wenn es das Baby besonders eilig hat

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Überstürzte Geburt  

Wenn es Babys besonders eilig haben: Sophies kuriose Geburt

23.09.2014, 08:26 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Überstürzte Geburt: Wenn es das Baby besonders eilig hat. Hoppla, hier bin ich: Manchmal kann es Babys bei der Geburt nicht schnell genug gehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hoppla, hier bin ich: Manchmal kann es Babys bei der Geburt nicht schnell genug gehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Geburt in nur wenigen Minuten: Wenn so etwas ungewollt zuhause, auf dem Rücksitz des Autos oder in aller Öffentlichkeit stattfindet, spricht der Volksmund von Sturzgeburt. Tatsächlich aber handelt es sich in den meisten Fällen "nur" um eine überstürzte Geburt, wie sie auch Yvonne und Robert erleben mussten. Damit in solchen Fällen möglichst alles komplikationsfrei läuft, sollte man sich an einige Regeln halten.

Nur etwas mehr als zwei Stunden von der ersten leichten Wehe bis zur Geburt - fragt man Erstgebärende, so würden viele das wahrscheinlich für wünschenswert halten. Tatsächlich aber bleibt bei einer solchen Geburt, die man "überstürzt" nennt, dem Körper und auch der Seele sehr wenig Zeit, sich auf das Kommende einzustellen. Aber nicht nur Körper und Seele geht es zu schnell: "Bis ich mich mal innerlich darauf gefasst gemacht hatte, war das Kind schon da!"

Robert schüttelt immer noch fassungslos den Kopf, wenn er sich an die Geburt seiner großen Tochter Sophie erinnert, die es einfach nicht erwarten konnte, das Licht der Welt zu erblicken. Es kam zu einer Hausgeburt, die so nicht geplant war. "Als Yvonne die ersten Wehen bekam, dachte ich, wir hätten noch massig Zeit. Aber plötzlich kamen sie im Abstand von einer Minute. So schnell war ich noch nie am Telefon."

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Zeitpunkt des Wehenbeginns schwer feststellbar

Ein so schneller Geburtsablauf ist vor allem bei Erstgebärenden eher selten. Und wenn, verläuft das Ganze meist ohne Komplikationen. Im Gegensatz zu einer echten Sturzgeburt, bei der das Kind sich seinen Weg nach draußen dermaßen überraschend sucht, dass es dabei nur schwer aufgefangen werden kann. Das sind die Fälle, bei denen das Baby auf dem Boden oder in der Toilettenschüssel landet. Die für Mutter und Kind sehr gefährlichen Sturzgeburten sind allerdings extrem selten.

Genaue Zahlen aber gibt es nicht, so die Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Erklärung: In den offiziellen Statistiken wird die Dauer der Entbindung nicht erfasst, weil es kaum Möglichkeiten gibt, den Beginn der Geburtswehen wirklich eindeutig festzulegen und von den Vorwehen abzugrenzen.

Aus dem Bauch heraus die richtige Stellung gewählt

Doch auch von dieser Seite wird bestätigt, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass man beim ersten Kind ziemlich lange warten muss, bis sich das Gewebe entsprechend gedehnt hat. Eine durchschnittliche Geburt dauert zwischen acht und zwölf Stunden. Da bleibt genug Zeit, die Hebamme zu verständigen beziehungsweise ins Krankenhaus zu fahren.

Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und im Fall von Yvonne waren die Sanitäter die ersten, die da waren. In der Zwischenzeit hatten die Presswehen bereits eingesetzt und Yvonne saß, der Natur folgend, im Vierfüßlerstand auf dem Bett. Laufen konnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Also ließ man sie auf allen Vieren ins Bad krabbeln. Warum, das wissen die beiden bis heute nicht. Links von ihr das Katzenklo, rechts die Badewanne, unter ihr die harten Fliesen und vor ihr der Notarzt, der inzwischen eingetroffen war. Für die Sanitäter war kein Platz mehr in dem kleinen Bad, sie versammelten sich in der Tür. "Mein Kopf hat sich da einfach ausgeschaltet“, erinnert sich Yvonne verwundert. "Ich war nur froh, dass mein Mann bei mir war. Komischerweise hatte ich auch gar keine Angst."

Bei Mehrgebärenden muss man eher mit schnellen Geburten rechnen

Ihr Gefühl hat sie nicht getrogen. Denn tatsächlich ist es so, dass eine Geburt in der Regel nur dann schnell vorangeht, wenn die Bedingungen für das Baby optimal sind. Es also richtig im Geburtskanal liegt, der Muttermund weit genug geöffnet ist und die Wehen entsprechend stark sind, um dem Baby nach außen zu helfen. Klaus Friese, Direktor der Kliniken und Polikliniken für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in München, bestätigt allerdings gegenüber t-online.de, dass eine solche Geschwindigkeit wie bei Sophies Geburt bei einer Erstgebärenden extrem selten ist. "Wenn aber zum Beispiel bei einer Drittgebärenden die ersten beiden Kinder sehr schnell kamen, dann kann selbst die spontane Entbindung einer Beckenendlage innerhalb von einer Stunde stattfinden."

Eine Hebamme bringt ein Kind sogar im Handstand auf die Welt

Yvonnes Baby wollte aber glücklicherweise nicht auch noch mit dem Po zuerst auf die Welt, sondern ganz klassisch. "Ich habe gespürt, dass es super vorangeht und dass die Kleine richtig mitmacht. Alles andere war mir in diesem Moment total egal." Was der werdenden Mutter allerdings nicht egal war, waren die für sie fast unerträglichen Rückenschmerzen. Ihr Körper wehrte sich gegen die unnatürliche Haltung, die man ihr aufzwang. "Eine Hebamme bringt dein Kind sogar auf die Welt, wenn du Handstand machst, aber ich musste mich auf den Rücken legen, weil der Notarzt nicht wusste, wie er das Baby sonst entbinden soll. Wahrscheinlich stand in seinem Lehrbuch nur diese Position. Irgendwie waren alle mit der Situation total überfordert."

Rettungsleitstellen tun, was sie können

Was vielleicht nicht passiert wäre, wenn eine Hebamme anwesend gewesen wäre. Doch auf die Schnelle eine zu finden, ist nicht leicht, bestätigt ein Mitarbeiter der Rettungsleitstelle Aschaffenburg. "Wir müssen in einer solchen Notfallsituation einfach auf die Mittel zurückgreifen, die uns innerhalb von Sekunden zur Verfügung stehen." Und das ist der normale Rettungsdienst mit Notarzt. "Wir schicken so schnell wie möglich einen zweiten Wagen los mit einer Crew der Kinderklinik, bestehend aus Kinderarzt und Kinderschwester."

Seelische Begleitung durch eine Hebamme hat gefehlt

So schnell wie möglich wurden auch Yvonne und ihr Baby ins nächste Krankenhaus transportiert. Allerdings getrennt, denn im Babynotarztwagen war kein Platz für die frischgebackene Mama, die unterwegs dann noch heftig von den Nachgeburtswehen überrascht wurde. "Darauf hat mich keiner vorbereitet." Eine Situation, die man nur noch mit Coolness oder purer Verzweiflung für sich lösen kann. Yvonne entschied sich für Ersteres. "Naja, da lag die Plazenta halt auf der Pritsche und die Sanis haben sie dann gleich mitgenommen. Musste ja jemand mal drauf schauen, ob alles in Ordnung ist."

Noch heute muss Yvonne lachen, wenn sie an Sophies kuriose Geburt denkt. Die Kleine ist jetzt sechs Jahre alt und hat inzwischen eine Schwester. Auch Kim ist zu Hause auf die Welt gekommen. Diesmal aber geplant und in aller Ruhe.

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