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Umstrittener Bluttest auf Down-Syndrom kommt später

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Umstrittener Bluttest auf Down-Syndrom kommt später

30.07.2012, 11:22 Uhr | AFP, dpa

Umstrittener Bluttest auf Down-Syndrom kommt später. Neuer Bluttest zur Analyse des Embryo-Erbguts.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Neuer Bluttest zur Analyse des Embryo-Erbguts. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kritiker warnen vor Selektion, der Hersteller will Schwangeren riskante Eingriffe ersparen: Ein Bluttest auf das Down-Syndrom sorgt seit Wochen für kontroverse Diskussionen. Jetzt verzögert sich die Markteinführung.

Einführung des Bluttests verzögert sich

Der umstrittene vorgeburtliche Bluttest auf das Down-Syndrom kommt später auf den Markt als geplant. Der Start werde in den August verlegt, teilte der Konstanzer Hersteller LifeCodexx am 28. Juli mit. "Wir warten das abschließende Gespräch mit dem Regierungspräsidium Freiburg Anfang kommende Woche für die formale Freigabe des 'PraenaTests' durch das Präsidium ab." Der Test sollte ursprünglich im Juli auf den Markt kommen.

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Neuer Termin erst nach Behördengesprächen

Die Freigabe habe sich verzögert, da das Unternehmen nachträglich Fragen erhalten habe, die das Medizinprodukterecht betreffen. "Diese wurden nun vollständig geklärt." Ob es im Anschluss an das Treffen sofort losgehen kann oder die Markteinführung noch mal einige Wochen braucht, war zunächst unklar.

Behindertenbeauftragter und Kirchen sind gegen den Test

Ein Verbot des Bluttests auf den Chromosomen-Fehler Trisomie 21 hatte unter anderem der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, gefordert. Er stützte sich auf ein Rechtsgutachten, demzufolge der Test mit geltendem Recht nicht vereinbar sei - weder mit der Menschenwürde noch mit Artikel 3 des Grundgesetzes. Auch Ethiker und Kirchen hatten sich gegen das neue Verfahren ausgesprochen. Viele sehen die Gefahr der Selektion.

Baden-Württemberg wird den Test nicht verbieten

Das Land Baden-Württemberg, Sitz des Herstellers und damit zuständig, wird den Test nach früheren Angaben des Sozialministeriums nicht verbieten. Dafür seien die rechtlichen Voraussetzungen nach dem Gendiagnostikgesetz nicht gegeben. Der "PraenaTest" ermöglicht die Erkennung des Down-Syndroms ohne Eingriff in den Mutterleib.

Bisher war eine Fruchtwasseruntersuchung nötig

Trisomie 21 führt zu geistigen Behinderungen und körperlichen Auffälligkeiten. Bisher wird mit einer Fruchtblasenpunktion getestet, die medizinische Probleme bis hin zur Frühgeburt verursachen kann. Beim neuen Test genügt eine Blutprobe der Mutter. Im Blut von schwangeren Frauen finden sich Teile der Erbinformation des Embryos, die im Labor analysiert und auf Hinweise einer Chromosomenveränderung abgesucht werden. Beim Down-Syndrom liegt das Chromosom 21 dreifach statt doppelt vor. Der Test kann nach Unternehmensangaben die Trisomie "risikofrei" und "zuverlässig" erkennen. Nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums entscheiden sich schon jetzt neun von zehn Frauen für eine Abtreibung, wenn die Fruchtwasseruntersuchung eine Trisomie 21 ergibt.

Zulassung in der Schweiz

Die Schweiz hat dagegen grünes Licht für den Bluttest gegeben. Wie die "Neue Zürcher Zeitung am Sonntag" berichtete, entschied das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, die Tests ab Mitte August freizugeben. Auch in Österreich und Liechtenstein soll der Test vermarktet werden.

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