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Ultraschall während der Schwangerschaft: Gibt es Risiken?

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Schwangerschaft  

Ultraschall in der Schwangerschaft gefährlich? Das sagen Experten

09.08.2012, 16:26 Uhr | mmh, t-online.de

Ultraschall während der Schwangerschaft: Gibt es Risiken?.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ultraschall - wie viel Risiko bedeutet er für das ungeborene Baby? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Baby-TV, Fötus-Partys, Baby-Kamera - ist der Baby-Ultraschall in der Schwangerschaft die ideale Einstimmung auf die Geburt für Mutter und Kind, ein notwendiger Baustein der Pränatalmedizin bei den Gynäkologen oder ein riskanter Störfaktor. Ultraschall ist in Verruf gekommen, seit findige Geschäftemacher ein Event aus den Bildern aus dem Mutterleib konstruieren. Wie gefährlich und wie wichtig ist der Ultraschall in der Schwangerschaft? Das sagen Experten.

Ultraschall: Risiko für das Ungeborene oder uneingeschränkter Nutzen?

"So laut wie ein einfahrender U-Bahn-Zug" oder "minimales Risiko, das vom medizinischen Nutzen überwogen wird" - diese beiden Thesen stehen gegeneinander. Die einen kritisieren einen überzogenen Technik-Einsatz in der Geburtshilfe und -vorbereitung, der die natürliche Geburt verdrängt, die anderen betonen die Vorteile der Früherkennung von Risiken in der Schwangerschaft, oft an der Grenze zur Panikmache, wie ihnen Kritiker vorwerfen. Viele Forschungen weisen daraufhin, dass schon vorgeburtliche Eindrücke den Menschen prägen, Gefühle, Vorlieben und Ängste aufbauen. Auch deshalb wird Schwangeren empfohlen, angenehme Musik zu hören, werdende Väter sollen mit dem Ungeborenen sprechen, damit es mit der Stimme vertraut wird. Was also löst das Ultraschall-Geräusch beim Baby aus? Will es den werdenden Eltern wirklich zuwinken oder wendet es sich ab und will vor dem Brummen fliehen?

Ultraschall-Bilder wecken Emotionen bei den Eltern

Festzuhalten ist, Ultraschall-Untersuchungen sollten sparsam eingesetzt werden und sie bieten der Pränataldiagnostik die Möglichkeit, frühzeitig Auffälligkeiten festzustellen und einzugreifen. Fest steht auch, dass es kaum werdende Eltern gibt, die nicht gebannt auf dem Bildschirm das erste Mal die Bewegungen ihres Babys verfolgen. Ein emotionaler Moment, den viele gerne auskosten und ausweiten wollen. Fötus-Partys mit Baby-TV sind die Konsequenz. Sie sind in den USA ein Renner, hierzulande aber eher skeptisch betrachtet und von den Fachärzten eingedämmt.

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Experten: Ungeborene spüren oder hören Ultraschallwellen nicht

Doch was sagen diejenigen dazu, die täglich mit dem Thema zu tun haben, wie die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)? "Für ungeborene Kinder bestehen keine gesundheitlichen Risiken durch Ultraschalluntersuchungen. Dennoch sollten sie ausschließlich von Experten und zur medizinischen Diagnostik durchgeführt werden - nicht zum sogenannten 'Babyfernsehen'“, so die DEGUM-Einschätzung.

Drei Untersuchungen während der Schwangerschaft

Mittels Sonografie können Ärzte Fehlbildungen bei Kindern im Mutterleib immer früher und genauer feststellen oder ausschließen. Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge kann jede Frau in Deutschland drei Ultraschalluntersuchungen ihres Babys in Anspruch nehmen. Schwangere fragen dabei den Arzt häufig, ob und wie viel ihr Baby vom Ultraschall hört, spürt oder ob es dadurch geschädigt werden könnte. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) weist nun in einer Stellungnahme in der Fachzeitschrift "Ultraschall in der Medizin" darauf hin, dass die Sonografien für das Kind nach den heutigen Kenntnissen unschädlich und nicht spürbar sind.

So funktioniert Ultraschall

"Ultraschall ist eine Schallwelle, die mechanische Wirkungen und Temperaturerhöhungen in den von ihr durchlaufenen Geweben hervorruft", erklärt Professor Eberhard Merz, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt. Dass das Kind den Ultraschall im Mutterleib tatsächlich höre, sei jedoch ausgeschlossen, so der Experte. "Die Frequenzen beim diagnostischen Ultraschall betragen in etwa fünf bis zehn Megahertz. Das sind fünf bis zehn Millionen Schwingungen pro Sekunde“, erläutert Merz. Die Schwelle des menschlichen Gehörs liege aber bei zwanzigtausend Schwingungen pro Sekunde, also mindestens fünfzigfach niedriger.

Kein Beweis ob Babys reagieren

Der Ultraschall wird bei der Untersuchung allerdings nicht kontinuierlich, sondern in kurzen, rasch aufeinander folgenden Impulsen freigesetzt. Dass die Pulswiederholungsrate zu einem akustischen Phänomen führt, wurde bislang nicht nachgewiesen. "Es gibt bislang keinen unabhängig bestätigten, in hochwertigen Fachzeitschriften publizierten Beweis, dass der Fötus tatsächlich die Pulswiederholungsrate hört, darauf reagiert oder dadurch geschädigt wird“, so Merz.

Auch bestehe kein Risiko, dass es durch die vorgeburtliche Ultraschalluntersuchung zu einer gefährlichen Erwärmung des Feten kommt, sofern die Schwangere nicht Fieber habe. Lediglich bei einer längeren, über mehrere Minuten dauernden, gepulsten Doppleruntersuchung beobachteten Forscher im Tierversuch einen Temperaturanstieg von bis zu vier Grad Celsius. Dieses Verfahren kommt im Rahmen der Schwangerenvorsorge nur dann zum Einsatz, wenn der Ultraschallspezialist Herz und Gefäße des Ungeborenen untersucht. "Diese Untersuchung dauert nur wenige Sekunden", so Merz. "Dass es dabei zu einer relevanten lokalen Temperaturerhöhung kommt, ist sehr unwahrscheinlich." Wärme entsteht beim Ultraschall, wenn die Druckwellen vom Gewebe absorbiert, sprich abgeschwächt, werden.

Keine Hinweise auf Schädigung

Insgesamt gibt es derzeit keine Hinweise, dass das Ungeborene durch eine Ultraschalluntersuchung in irgendeiner Weise geschädigt wird. Dennoch: "Vorsicht ist das oberste Gebot in der Medizin", erklärt Merz. In der Diagnostik gelte das sogenannte ALARA-Prinzip ("as low as reasonably achievable"): so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Für Professor Merz bedeutet dies: Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft sollten nur von Ärzten mit entsprechender Aus- und Weiterbildung und nur dann durchgeführt werden, wenn sie wirklich notwendig sind. Die DEGUM spricht sich ausdrücklich gegen alleinige Ultraschalluntersuchungen aus, die nur zum Zwecke des "Babyfernsehens" auf Wunsch der Eltern durchgeführt werden.

Ultraschalldiagnostik ist nicht mehr wegzudenken

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) sieht sich als Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint mehr als 9000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen 1 bis 3.

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