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Babyentwicklung in der Schwangerschaft: Warum Ungeborene im Mutterleib so oft gähnen

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Babyentwicklung  

Warum Ungeborene im Mutterleib so oft gähnen

22.11.2012, 09:32 Uhr | Nadja Podbregar, dapd

Babyentwicklung in der Schwangerschaft: Warum Ungeborene im Mutterleib so oft gähnen. Warum gähnen Babys im Mutterleib?  (Quelle: dapd)

Warum gähnen Babys im Mutterleib? (Quelle: dapd)

Noch nicht auf der Welt und doch schon so müde? Oder gibt es andere Gründe dafür, dass Ungeborene so oft gähnen? Britische Forscher haben festgestellt, dass Babys im Mutterleib doppelt so häufig gähnen wie den Mund einfach so zu öffnen. Das ergab die Analyse hochauflösender 3D-Ultraschall-Filmaufnahmen von 15 Ungeborenen zu verschiedenen Zeiten der Schwangerschaft. Langweilig ist ihnen bestimmt nicht, im Gegenteil in der Babyentwicklung tut sich dann nämlich enorm viel.

Anhand dieser Aufnahmen habe man auch erstmals verfolgen können, wie sich das Gähnen im Laufe der Entwicklung des Kindes verändere, berichten die Forscher im Fachmagazin "PloS ONE" (doi:10.1371/journal.pone.0050569). Es werde von der 28. Schwangerschaftswoche an weniger - möglicherweise, weil dann ein wichtiger Abschnitt der Gehirnentwicklung allmählich abgeschlossen werde.

Nur den Mund aufgerissen oder wirklich gegähnt?

Erwachsene gähnen normalerweise, weil sie müde sind oder weil ihnen ein anderer Mensch etwas vorgegähnt hat. Typischerweise verläuft ein Gähnen dabei so: "Man öffnet langsam den Mund sehr weit und atmet dabei tief ein. Dann folgt ein kurzes Ausatmen, und die Kiefer schließen sich relativ schnell wieder", beschreiben Nadja Reissland von der University of Durham und ihre Kollegen den Vorgang. Auch Ungeborene reißen ab und zu den Mund weit auf. Bisher sei jedoch umstritten gewesen, ob es sich dabei um ein dem Gähnen vergleichbares Verhalten handele oder einfach nur um bloßes Öffnen des Mundes.

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An Sauerstoffmangel liegt es nicht

Warum Kinder im Mutterleib gähnen, sei ebenfalls noch immer unklar. "Im Gegensatz zu uns tun sie dies nicht, weil sie müde sind", erklärt Erstautorin Reissland. Auch die Vermutung, dass zu wenig Sauerstoff oder zu viel Kohlendioxid im Blut des Kindes für das Mundaufreißen sorge, habe sich inzwischen als falsch erwiesen. Die neuen Beobachtungen liefern nun neue Hinweise auf mögliche Zusammenhänge. Denn die Gähnhäufigkeit nahm bei allen beobachteten Ungeborenen im Laufe der Schwangerschaft deutlich ab.

These: Gähnen ist an Entwicklung des Nervensystems gekoppelt

Die Forscher halten es daher für wahrscheinlich, dass das Gähnen nicht an die momentane Aktivität oder Befindlichkeit des Kindes gekoppelt ist, sondern an seinen Entwicklungszustand. "Unsere Befunde stützen die Theorie, nach der das Gähnen mit der Reifung des zentralen Nervensystems zusammenhängt", sagen Reissland und ihre Kollegen. Ob das tatsächlich der Fall sei, müsse man nun aber in weiteren Studien untersuchen.

Auf die Öffnungszeit des Mundes kommt es an

Um in ihrer Studie echtes Gähnen vom normalen Mundöffnen unterscheiden zu können, betrachteten Reissland und ihre Kollegen den zeitlichen Ablauf dieses Verhaltens. "Wir haben gemessen, wie lange es jeweils vom Mundöffnen bis zur vollen Größe dauerte und dann von dort bis zum Mundschluss", erklären sie. Wenn die Öffnungsphase länger dauere als das Schließen, handele es sich typischerweise um ein Gähnen. Nach gängiger Definition nehme dabei die Öffnung bis zu drei Viertel der Gesamtzeit in Anspruch.

Ungeborenen auf den Mund geschaut

Die Forscher zeichneten mit hochauflösenden Ultraschallgeräten das Verhalten von acht weiblichen und sieben männlichen Ungeborenen jeweils in der 24., 28., 32. und 36. Schwangerschaftswoche auf. Jede Aufnahmephase dauerte 20 Minuten. "Insgesamt filmten wir dabei 56 Mal ein Gähnen und 27 Mal ein normales Mundöffnen", berichten die Wissenschaftler. Im Durchschnitt hätten die Ungeborenen sechs Mal in der Stunde gegähnt, aber nur knapp drei Mal so den Mund geöffnet. Die meisten Gähner seien in den ersten Aufnahmen zu sehen, gegen Ende der Schwangerschaft dagegen nur noch wenige.

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