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Sehschwäche in der Schwangerschaft: Darum sehen Schwangere schlechter

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Schwangerschaft  

Darum sehen Schwangere schlechter

28.07.2014, 08:48 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Sehschwäche in der Schwangerschaft: Darum sehen Schwangere schlechter. Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft wirken sich auch auf die Sehkraft der Frauen aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft wirken sich auch auf die Sehkraft der Frauen aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es gibt Menschen, die behaupten, sie könnten an den Augen einer Frau erkennen, ob sie schwanger ist oder nicht. Doch ob das im Rahmen einer Irisdiagnose wirklich möglich ist, darüber herrschen geteilte Meinungen. Eins aber ist sicher: Die Augen verändern sich während der Schwangerschaft. Denn sie sind, genau wie der Rest des Körpers, von der Hormonumstellung betroffen.

Auf Lasern während der Schwangerschaft besser verzichten

Wer schwanger ist und plötzlich den Joghurtbecher weiter weghalten muss, um die Inhaltsstoffe zu lesen, ist nicht allein. Eine Verschlechterung der Sehschärfe kommt in dieser Zeit häufig vor. Vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft kann es zu einer Veränderung der Hornhautkrümmung, der Hornhautdicke und der Linse kommen. Den genauen Grund dafür kennen die Wissenschaftler nicht, haben aber eine Vermutung: "Man nimmt an, dass durch die hormonelle Veränderung Wasser ins Gewebe einströmt", erklärt die Privatdozentin Dr. Friederike Mackensen von der Universitätsaugenklinik Heidelberg. "Das kann bis zu 1,25 Dioptrien ausmachen."

Durchaus ein Nachteil im Alltag - nicht zuletzt beim Autofahren. "Hier kann es sich lohnen, sich eine günstige Brille mit den neuen Werten zuzulegen", rät sie im Gespräch mit dem Elternportal von t-online.de und warnt: "Auf das Lasern sollte man aber unbedingt verzichten, denn die Ergebnisse sind bis zu einem Jahr nach der Schwangerschaft nicht verlässlich."

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Vor allem Kontaktlinsenträgerinnen leiden

Ein weiteres, noch viel häufigeres Augenproblem in der Schwangerschaft ist die veränderte Tränenzusammensetzung. Der Tränenfilm, der eigentlich dafür zuständig ist, die Hornhaut zu schützen, wird dünner. Die Menge der Tränen nimmt ab und das macht vor allem Kontaktlinsenträgerinnen zu schaffen: Die Linsen schwimmen jetzt nicht mehr im Auge, sondern kleben mehr oder weniger fest und fühlen sich daher plötzlich wie ein unangenehmer Fremdkörper an. Auch der Sitz der Kontaktlinse kann sich durch die Hornhautveränderung verschlechtern.

Künstliche Augentropfen sind unschädlich für das Baby

Wer auf seine Kontaktlinsen nicht verzichten möchte, der bekommt in der Apotheke oder beim Optiker Tränenersatzmittel. "Diese künstlichen Tränen kann man auch in der Schwangerschaft bedenkenlos einnehmen", beruhigt Mackensen. "Und wenn man ganz auf Nummer sicher gehen will, dann nimmt man konservierungsmittelfreie Tropfen." Eine weitere, homöopathische, Alternative bilden Euphrasia-Tropfen oder auch -salben aus einer Pflanze mit dem treffenden Namen "Augentrost".

Sie unterstützt die Tränenflüssigkeit und lässt so deren keimtötende Inhaltsstoffe wirken. Sind diese nämlich aufgrund der Augentrockenheit zu gering, kann es auch zu einer Augeninfektion kommen. Doch selbst dann braucht man sich keine Sorgen machen: Denn auch antibiotische Augensalben schaden dem Baby nicht. Richtig eingenommen scheitern sie an der Plazentaschranke. 

Sehstörungen nicht auf die leichte Schulter nehmen 

Aber auch PC-Arbeit kann Probleme auslösen. Die Augen sind trocken, sie sind schnell gerötet und gereizt. Hier kann man mit einfachen Maßnahmen schon große Erfolge erzielen: die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen, Räume mit Klimaanlage oder extrem geheizte Räume möglichst meiden, die Augen öfter mal schließen oder bewusst blinzeln, viel an die frische Luft gehen, Zugluft und Zigarettenqualm meiden.

Haben Schwangere allerdings das Gefühl, dass Veränderungen sehr plötzlich oder sehr stark sind oder kommt es gar zu richtigen Sehstörungen wie schwarzen Punkten, die langsam im Sichtfeld herabregnen, Gesichtsfeldausfällen oder Lichtblitzen, dann sollte man bald einen Augenarzt aufsuchen. "Denn der kann oft schon als Erster durch Gefäßveränderungen an der Netzhaut einen hohen Blutdruck erkennen. Der wiederum kann ein Zeichen für eine für Mutter und Kind höchstgefährliche Schwangerschaftsvergiftung sein."

Auch zuckerkranken Frauen rät die Expertin der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), sich während der Schwangerschaft regelmäßig von einem Augenarzt untersuchen zu lassen, da durch die Krankheit bereits bestehende Netzhautschäden sich gerade während dieser neun Monate ganz schnell verschlechtern können. 

Während der Geburt den Blick nach innen richten

Auch wenn es während der gesamten Schwangerschaft keine Probleme mit den Kontaktlinsen gibt, für die Geburt sind sie nur bedingt geeignet. Lange waren sie sogar tabu. Heute sieht man das etwas lockerer, da die Kontaktlinsen viel schneller und einfacher zu entfernen sind und man Tageslinsen auch einfach mal schnell aus den Augen nehmen und wegschmeißen kann.

Kontaktlinsenträgerinnen sollten das Thema aber auf alle Fälle bei der Aufnahme mit der Hebamme absprechen. Wobei diese dann - zumindest bei nur geringer Sehschwäche - in der Regel dazu raten wird, sowohl Brille als auch Kontaktlinsen während der Geburt gleich ganz wegzulassen, den Blick sozusagen mehr nach innen zu richten. In der Nähe behalten sollte man die Sehhilfe auf alle Fälle, denn schließlich will man ja nach der Geburt sein Baby ausführlich betrachten.

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