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Aids-Heilung: Baby macht Hoffnung auf HIV-Therapie

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Aids  

Gesundes Baby nährt Hoffnung auf Aids-Therapie

25.10.2013, 14:47 Uhr | dpa, AFP

Aids-Heilung: Baby macht Hoffnung auf HIV-Therapie. Kein Aids aufgrund frühzeitiger Therapie: Der Fall eines Mädchen in den USA gibt neue Hoffnung im Kampf gegen die Krankheit. (Symbolfoto) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kein Aids aufgrund frühzeitiger Therapie: Der Fall eines Mädchen in den USA gibt neue Hoffnung im Kampf gegen die Krankheit. (Symbolfoto) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der bisherige Behandlungserfolg bei einem mit dem HI-Virus zur Welt gekommenen Mädchen lässt Wissenschaftlern zufolge hoffen, dass eine frühe Therapie den Ausbruch von Aids bei Neugeborenen verhindern kann. Bei der heute Dreijährigen aus dem Bundesstaat Mississippi (USA) könne von einer "funktionellen Heilung" gesprochen werden, heißt es in einer in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie.

Bei dem Kind, das im Mutterleib durch seine HIV-positive Mutter infiziert worden war, war weniger als 30 Stunden nach seiner Geburt - und damit deutlich früher als üblich - eine antiretrovirale Therapie eingeleitet worden. Schon 29 Tage nach seiner Geburt seien bei ihm keine HI-Viren mehr nachweisbar gewesen.

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Die antiretrovirale Therapie ist eine medikamentöse Behandlungsstrategie bei HIV-Patienten. Dabei werden sogenannte "Reverse-Transkriptase-Hemmer" eingesetzt, die ein Schlüsselenzym der HIV-Vermehrung in den befallenen Zellen blockieren.

Kein Aids dank frühzeitiger Therapie

Die Medikamente wurden dem Mädchen bis zum Alter von 18 Monaten verabreicht, danach verloren ihre Ärzte zehn Monate lang den Kontakt zu der Patientin. Doch obwohl sie nun insgesamt 18 Monate lang keine antiretroviralen Medikamente bekam, brachen bei ihr keine Symptome der durch HIV ausgelösten Immunschwächekrankheit Aids aus.

"Unsere Beobachtungen legen nahe, dass dieses Ausbleiben kein Zufall ist, sondern wahrscheinlich das Ergebnis einer sehr frühzeitigen aggressiven antiviralen Therapie, die das HI-Virus daran gehindert hat, sich in den Abwehrzellen des Kindes einzunisten", erklärt die Virologin Deborah Persaud vom renommierten Johns Hopkins Hospital in Baltimore. Auf dieser Grundlage soll nun Anfang kommenden Jahres eine durch US-Bundesmittel geförderte Studie zur frühzeitigen antiviralen Therapie bei HIV-infizierten Neugeborenen gestartet werden.

Einzig bekannter Fall von Aids-Heilung: der "Berliner Patient"

Obwohl eine antiretrovirale Therapie während der Schwangerschaft die Infektion von Föten in 98 Prozent der Fälle verhindert, kommen jährlich immer noch mehr als 260.000 Kinder zur Welt, die im Mutterleib mit HIV infiziert wurden. Besonders häufig sind diese Fälle in Entwicklungsländern.

Die bisher einzige anerkannte Heilung eines Aids-Patienten ist der Fall des US-Bürgers Timothy Brown, bei dem in den 90er Jahren in Berlin Aids diagnostiziert worden war. Die Heilung setzte bei dem als "Berliner Patient" bekannt gewordenen Brown ein, nachdem ihm wegen einer Leukämie-Erkrankung Spender-Knochenmark transplantiert worden war, das eine seltene genetische Veränderung aufwies. Diese Therapie kann aber nicht massenhaft bei den 33 Millionen HIV-Infizierten weltweit angewendet werden.

Hoffnung für Babys in aller Welt

Nun soll eine großangelegte Studie zu der neuen Behandlungsmethode folgen. Im Süden Afrikas oder einer anderen Region mit hoher HIV-Infektionsrate solle geprüft werden, ob auch bei anderen Neugeborenen mit dieser Methode das Einnisten des HI-Virus in sogenannte Schläferzellen verhindert werden kann, so der Direktor des US-Aidsforschungsinstitutes NIAID, Anthony Fauci, in Bethesda.

Perspektive für Erwachsene?

Es sei ein ermutigender Fall, "Aber noch kein Grund zum Jubeln", dämpfte Fauci. Auf die Frage, ob die Befunde des Kindes auch für Erwachsene neue Perspektiven bieten, etwa mit einer Therapie unmittelbar nach der Ansteckung durch einen Partner, antwortete der Aidsforscher: "Nein. Es ist extrem schwer, bei ihnen den genauen Zeitpunkt der Infektion zu ermitteln. Der Ansatz bietet sich für Babys an, weil wir sie innerhalb von Stunden nach der Geburt therapieren können. Erwachsene haben das Virus Wochen, Monate und Jahre in sich, bevor wir ihre Infektion erkennen und mit der Behandlung beginnen können."

Die Forscher werden den Fall weiter verfolgen. "Mein Gefühl ist, dass er das Vorgehen bei Neugeborenen von HIV-infizierten Müttern, die in der Schwangerschaft nicht vorbeugend behandelt wurden, schon beeinflussen könnte. Aber es ist Vorsicht geboten", so Faucis Einschätzung. "Wir brauchen Studien mit viel mehr Babys. Dann werden wir sehen, ob eine extrem frühe Behandlung, die irgendwann abgesetzt wird, tatsächlich diese Wirkung hat. Ich würde nicht von Heilung sprechen, sondern von einer anhaltenden Remission."

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