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Listerien: Schwangere sind besonders gefährdet

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Schwangere besonders gefährdet  

Listerien können tödlich sein

11.11.2015, 19:11 Uhr | cst, t-online.de

Listerien: Schwangere sind besonders gefährdet. Listerien lassen sich in einer Blutkultur nachweisen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Listerien lassen sich in einer Blutkultur nachweisen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schwangere achten besonders auf ihre Ernährung - aus gutem Grund: viele Lebensmittel enthalten Bakterien, die dem ungeborenen Kind schaden können. Besonders gefährlich sind Listerien. Hier erfahren Sie, wo Listerien vorkommen und wie sich werdende Mütter schützen können.

Listerien sind weit verbreitet und kommen überall auf der Welt vor. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist über kontaminierte Lebensmittel. Dabei können die Bakterien eine Infektionskrankheit, die sogenannte Listeriose auslösen. Die Krankheit ist meldepflichtig und tritt mit einer Häufigkeit von rund 300 bis 500 Fällen pro Jahr auf. 2012 erkrankten laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes in Deutschland 430 Menschen an Listeriose, 2013 waren es 467.

Schwangere haben ein erhöhtes Risiko

Die Abwehrkräfte von gesunden Erwachsenen werden mit den Listerien normalerweise gut fertig. Die Betroffenen merken oft nicht einmal, dass sie sich infiziert haben, weil keine oder nur schwache Symptome auftreten. In Einzelfällen kann es zu grippeähnlichen Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Durchfall oder Erbrechen kommen, die von selbst wieder abklingen.

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Gefährdet sind aber Menschen mit schwachem Immunsystem wie etwa chronisch Kranke, Ältere, Schwangere oder ungeborene Kinder. Hier nimmt die Infektion oft einen schwereren Verlauf. Typische Symptome sind Magen-Darm-Beschwerden, Fieber, Kopfschmerzen. Es können aber auch Komplikationen wie Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung eintreten. Wird die Krankheit nicht oder zu spät behandelt, breiten sich die Erreger im Körper aus und befallen die Organe, dann oft mit tödlichem Ausgang.

Inkubationszeit kann mehrere Wochen betragen

Nachgewiesen wird eine Listeriose im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Weil die Inkubationszeit mehrere Wochen betragen kann, lässt sich manchmal nicht ermitteln, welches Nahrungsmittel die Listeriose verursacht hat.

Babys können sich über die Mutter infizieren

Unbehandelt kann eine Listeriose bei einer Schwangeren zu einer Früh- oder Totgeburt führen. Über die Nabelschnur oder den Geburtskanal kann sich auch der Fötus im Mutterleib infizieren. Weil Föten und Neugeborene noch kein ausgebildetes Immunsystem haben, sind sie den Erregern sehr stark ausgeliefert. Komplikationen wie Lungenentzündung, Blutvergiftung oder Meningitis sind nicht ungewöhnlich. Auch die Babys werden mit Antibiotika behandelt, die Sterblichkeitsrate ist allerdings sehr hoch.

Diese Lebensmittel sind besonders betroffen

Die beste Möglichkeit, eine Infektion mit Listerien zu verhindern, ist bestimmte Lebensmittel zu meiden und penibel auf Küchenhygiene zu achten. So sollte beispielsweise Obst und Gemüse, das roh gegessen wird, mit einem anderen Messer und Schneidebrett verarbeitet werden als Fleisch und Fisch. Vor und nach der Zubereitung von rohen Lebensmitteln sollten die Hände gewaschen werden, der Kühl- und Gefrierschrank regelmäßig gereinigt werden.

Werden Lebensmittel auf über 70 Grad erhitzt, sterben Listerien ab. Zu beachten ist aber, dass gekochte und gekühlte Produkte nachträglich von Listerien befallen werden können, wenn sie beispielsweise im Kühlschrank neben infizierten Lebensmitteln lagern.

Auf diese Produkte sollten Schwangere am besten verzichten:

  • rohe Tierprodukte aller Art
  • Milch und Milchprodukte aus Rohmilch
  • Rohwürste und Salami
  • ungewaschenes Obst und Gemüse
  • geschnittene und verpackte Mischsalate
  • Käse mit Oberflächenschmiere (zum Beispiel Harzer Käse)
  • Käserinden
  • geräucherter oder gebeizter Fisch

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