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Fehlerhafte DNA: Teenager-Väter vererben eher Mutationen

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Junge Spermien, gute Spermien?  

Sperma von Teenager-Vätern hat hohe DNA-Fehlerquote

18.02.2015, 17:28 Uhr | dpa

Fehlerhafte DNA: Teenager-Väter vererben eher Mutationen. Eine Studie lässt vermuten, dass die Spermaproduktion von Teenagern zu Beginn der Pubertät noch fehlerbehaftet ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Studie lässt vermuten, dass die Spermaproduktion von Teenagern zu Beginn der Pubertät noch fehlerbehaftet ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Spermien junger Männer sind frisch. Teenager-Väter sollten also alten Vätern gegenüber im Vorteil sein - falsch gedacht.

Teenager-Väter geben einer Studie zufolge häufiger durch Mutationen belastetes Erbgut an ihre Kinder weiter als Zwanzig- bis Dreißigjährige. Dies könnte erklären, warum Kinder sehr junger Väter sogar ein ähnlich hohes Risiko wie die Nachkömmlinge von 35-jährigen Erzeugern für genetisch bedingte Krankheiten haben, etwa Schizophrenie oder offenen Rücken (Spina bifida), glaubt der deutsch-britische Forscher Peter Forster.

24.000 Proben untersucht

Er und seine Kollegen von den Universitäten in Münster, Salzburg und im britischen Cambridge haben 24.000 DNA-Proben von Eltern und deren Kindern aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika untersucht. Das Ergebnis veröffentlichen sie im Journal "Royal Society Proceedings".

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Nur "stumme" Genomteile untersucht?

Wie weitreichend die Ergebnisse sind, ist allerdings umstritten. Nach Ansicht des Humangenetikers Jörg Epplen von der Ruhr-Universität Bochum sind die Befunde noch kein Beweis für den Zusammenhang zwischen den Mutationen und einem Krankheitsrisiko. Die Studienautoren hätten "stumme" Genomteile unter die Lupe genommen, die nach bisherigem Stand der Wissenschaft keine Bedeutung für Eigenschaften oder weitergegebene Krankheiten der Nachkommen hätten.

Eigentlich steigt die Mutationsmenge mit dem Alter

Bislang war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass ein jüngerer Erzeuger seltener Erbkrankheiten überträgt als ein älterer. Der Grund: Die Fortpflanzungsstammzellen eines Mannes reproduzieren sich Zeit seines Lebens. In diesem fortwährenden Teilungsprozess kann es bei jeder Kopie zu neuen Gen-Veränderungen kommen. So steigt die Mutationsmenge in den Fortpflanzungszellen der Männer mit ihrem Alter. Wie Forster und seine Kollegen jedoch jetzt festgestellt haben, sind Spermien pubertierender Jungen eine Ausnahme.

"Hohe Fehlerquote während der Pubertät"

Kinder von Teenager-Vätern (zwölf bis 19 Jahre) wiesen demnach in ihrem Erbgut etwa 30 Prozent mehr sogenannte de-novo-Mutationen auf als Kinder von 20 bis 30 Jahre alten Vätern. Das sind Veränderungen der DNA, die in den Keimzellen - den Eizellen oder Spermien - entstehen und die sich somit erst nach der Befruchtung bei den Kindern manifestieren. "Wir halten es für möglich, dass der Apparat, der Spermazellen produziert, zu Beginn der Pubertät noch nicht ganz justiert ist und zunächst mit hoher Fehlerquote arbeitet", sagte Forster.

Keimzellen von Jungen teilen sich öfter als gedacht

Noch ein Ergebnis überraschte das Team: Zu Beginn der Fortpflanzungsfähigkeit ist die Mutationsmenge in den Keimzellen von Jungen sechs Mal so hoch wie in denen der Mädchen. Dies könnte darauf hindeuten, dass eine männliche Keimzelle vor der Fruchtbarkeit wesentlich mehr Teilungsprozesse hinter sich hat als die Genforschung bislang annahm. Forster erklärt: "Laut Lehrbuchmeinung sind es bei Mädchen und Jungen zwischen 22 und 23 Teilungen vor der Pubertät. Unsere Ergebnisse könnten aber bedeuten, dass sich männliche Samenzellen bei Eintritt in die Pubertät bereits über 100 Mal geteilt haben."

Bei Frauen bleibt die Mutationsmengeden Wissenschaftlern zufolge ein Leben lang etwa auf gleichem Niveau. Das liegt daran, dass weibliche Embryonen mit einem lebenslangen Vorrat an Eizellen geboren werden, die dann keine weiteren Zellteilungen und DNA-Kopien benötigen.

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