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Vierlinge mit 65: Jetzt spricht die künftige Mutter

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65-Jährige schwanger mit Vierlingen  

"Ich gehe einfach davon aus, dass ich gesund und fit bleibe"

13.04.2015, 22:34 Uhr | Claudia Staub, t-online.de

Vierlinge mit 65: Jetzt spricht die künftige Mutter. Die damals 55-jährige Annegret R. mit ihrer Tochter Lelia - das 13. Kind der Lehrerin. (Quelle: dpa)

Die damals 55-jährige Annegret R. mit ihrer Tochter Lelia im Jahr 2005 - das 13. Kind der Lehrerin. Zehn Jahre später bekam sie Vierlinge. (Quelle: dpa)

Auf diese Mutter ist ganz Deutschland neugierig. Wie tickt eine Frau, die sich mit 65 Jahren künstlich befruchten lässt, Vierlinge erwartet und bereits 13 Kinder hat? In einem TV-Interview bei RTL-"Extra" stellte sich Annegret R. den Fragen, die viele bewegen, seit ihre ungewöhnliche Schwangerschaft bekannt wurde.

Erster Eindruck: Diese Frau lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Unbekümmert, beinahe sorglos spricht Annegret R. mit Birgit Schrowange über ihre späte Schwangerschaft. An ihrer Seite hat sie ihre jüngste Tochter Lelia. Die beiden wirken innig und vertraut, schmusen und kabbeln, wie normale Mütter und Töchter das tun.

"Ich kenne mich mit Kindern aus"

Normal ist allerdings ein Wort, das auf Annegret R. nicht passt, denn das Leben der Lehrerin ist auch ohne die Vierlingsschwangerschaft alles andere als gewöhnlich: 13 Kinder im Alter von neun bis 44, sieben Enkel, alleinerziehend. Einen Mann hat sie nicht. "Meine Erfahrungen mit Männern war immer die, dass es immer der falsche war." Die Kinder stammen von fünf Vätern. Das erste Kind kam 1971 zur Welt, das 13. Kind 2005.

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Jetzt ist sie im fünften Monat mit Vierlingen schwanger. Zu verunsichern scheint sie das nicht. "Ich kenne mich mit Kindern aus", ist eine der Antworten, die sie im Lauf des Gesprächs gibt. "Wird schon", eine andere.

Tochter Lelia wollte ein Geschwisterchen

Dass Annegret R., obwohl sie schon 13 Kinder hat, überhaupt noch einmal schwanger geworden ist, begründet sie damit, dass sich Tochter Lelia ein Geschwisterchen gewünscht hat. Dabei galt schon die Geburt der Neunjährigen als Sensation. Damals war Annegret R. mit 55 Jahren auf natürliche Weise schwanger geworden und damit eine der ältesten Mütter Deutschlands.

Die älteste Vierlingsgsmutter der Welt

Wenn die Kinder wie geplant im Sommer auf die Welt kommen, wird sie die älteste Vierlingsmutter der Welt sein. Den Eindruck, dass sie auf Rekorde aus oder im Mittelpunkt stehen will, macht sie nicht. Im Herbst geht sie in Rente. Für die Zeit nach der Geburt ist auch noch ihr Umzug von Berlin nach Nordrhein-Westfalen vorgesehen, weil dort einige ihrer älteren Kinder wohnen. Über den Wohnortwechsel verliert Annegret R. kein weiteres Wort, dass er mit Arbeit und Stress verbunden sein wird, das alte Haus verkauft, das neue renoviert werden muss, sie dann fünf Kinder zu versorgen hat, schockt höchstens noch die Nachbarin: "Immer muss sie alles alleine machen."

Zur künstlichen Befruchtung in die Ukraine gereist

Für ihre Schwangerschaft nahm die 65-Jährige einiges in Kauf. Eine Eizell- und eine Samenspende waren nötig, ihr Körper musste entsprechend vorbereitet werden. Mit Hilfe von künstlicher Befruchtung wurde sie schließlich schwanger. Und das gleich vierfach, weil sie vier befruchtete Eizellen eingesetzt bekam, was bei einer Kinderwunschbehandlung in Deutschland nicht zulässig ist. Anders als die meisten anderen Frauen entschied sie sich dagegen, nur ein Baby auszutragen und die anderen eingenisteten Eizellen abzutöten.

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Über die Kosten und die Anzahl der Versuche, die dazu nötig waren, verrät Annegret R. nichts. Nur, dass sie mehrmals in Ukraine reisen musste, weil die Behandlung in Deutschland nicht möglich war.

Weil die Risiken für Mutter und Kinder wegen der besonderen Umstände so hoch sind, wird Annegret R. engmaschig untersucht. Bisher verläuft die Schwangerschaft gut. Mehrlinge werden fast immer zu früh geboren, der Fokus liegt deswegen vor allem darauf, die Babys so lange wie möglich im Bauch zu behalten. Wichtig sei aber auch die hohe Motivation und die positive, psychologische Grundstimmung, so der behandelnde Gynäkologe über seine ungewöhnliche Patientin.

"Wie muss man denn mit 65 sein?"

Doch ist die 65-Jährige tatsächlich so locker, wie sie sich gibt? Auf die Frage, wie es in fünf Jahren sein wird, wenn Lelia in der Pubertät ist und gleichzeitig fünf Kleinkinder zu versorgen sind, antwortet sie: "Angst hab ich eigentlich nicht. Ich gehe einfach davon aus, dass ich gesund und fit bleibe." Und wie wird es in 15 Jahren sein, wenn Annegret L. 80 sein wird? Macht sie sich Gedanken darüber, wer für die Kinder sorgen wird, wenn sie es nicht mehr kann? "Werde ich tun, denke ich."

Vermutlich sagt ihre Art, wie sie auf Fragen reagiert, mehr über Anngret R. aus als ihre Antworten. Probleme, die anstehen, will sie meistern, so wie sie es bisher in ihrem Leben offenbar immer getan hat. Ihr Alter lässt sie als Begrenzung nicht gelten: "Wie muss man mit 65 sein? Man muss ja offensichtlich immer irgendwelchen Klischees entsprechen. Was ich ziemlich anstrengend finde. Ich finde, das muss man für sich selber entscheiden."

Was wird aus den Kindern, wenn die Mutter sie nicht mehr versorgen kann?

Aber entscheidet Annegret L. wirklich nur für sich selbst? Sie wird Hilfe brauchen und auf ihre älteren Kinder angewiesen sein. Auch das Leben ihrer jüngsten Tochter wird sich drastisch ändern.

Ja, auch jüngere Eltern greifen in das Leben ihrer Kinder ein, auch sie können erkranken und sterben. Ältere Männer werden noch spät Vater, und es gibt viele Familien, in denen die Eltern weniger liebevoll mit ihren Kindern umgehen als Annegret R. Ein schaler Beigeschmack bleibt dennoch.

Selbst über den eigenen Körper bestimmen zu können, ist ein hohes Gut, moderne Medizin ist ein Segen. Dass eine Behandlung medizinisch machbar heißt aber nicht, dass man sie auch machen muss. Die Gedanken an Krankheit und Tod stellt sich niemand gern. Sie mit 65 Jahren und mit Vierlingen schwanger zu verdrängen, grenzt an Kindeswohlgefährdung

Jede Frau mit Kinderwunsch weiß, wie übermächtig der Wunsch nach einer Schwangerschaft werden kann. Elternschaft bedeutet aber auch Verantwortung, Liebe Zuwendung, Pflege. Was wird aus den Kindern, wenn die Mutter sie nicht mehr versorgen kann?

Der riesigen Welle an Vorurteilen, die ihr entgegenschwappt, tritt Annegret R. gelassen entgegen. Wird das so bleiben? Man wünscht es ihr und ihren Kindern. Die wesentlichen Fragen hat sie nicht beantwortet.

Die Leser von t-online.de haben das Thema rege kommentiert. Hier lesen Sie einige repräsentative Meinungen zum Fall der 65-Jährigen, die Vierlinge erwartet.

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