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Schwangerschaft und Ernährung: Erlaubte und verbotene Lebensmittel

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Sensibler Speiseplan für zwei  

Erlaubte und verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft

30.11.2015, 09:10 Uhr | dpa-tmn

Schwangerschaft und Ernährung: Erlaubte und verbotene Lebensmittel. Ernährung in der Schwangerschaft: Salat und Gemüse liefern Vitamine. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Salat und Gemüse liefern Vitamine - allerdings sollen Schwangere geschnittene Salatblätter aus der Tüte meiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Darf ich in der Schwangerschaft keinen Kaffee mehr trinken? Was muss ich essen, um genug Folsäure aufzunehmen? Die Vielzahl von Ratschlägen zur richtigen Ernährung in der Schwangerschaft kann Frauen verunsichern. Unsere Tabelle der erlaubten und verbotenen Lebensmittel in der Schwangerschaft bietet einen schnellen Überblick.

"Da sind ständig neue Empfehlungen, die sich teils widersprechen. Ich beobachte das skeptisch", sagt Susanne Schäfer, Vorstandsmitglied des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands. Ein zu stark eingeschränkter Speiseplan ist eher kontraproduktiv. Schließlich müssen die werdende Mutter und ihr Baby alle wichtigen Nährstoffe bekommen. Die Unterschiede zu einer normalen, gesunden Mischkost sind gar nicht so groß:

Liste für Lebensmittel in der Schwangerschaft

erlaubte Lebensmittelverbotene Lebensmittelmit Vorsicht zu genießen
reichlich frisches Obst und Gemüsevorgeschnittene, abgepackte Salate und Früchte, rohe Sprossenrohes Obst und Gemüse waschen
Fleisch und Fisch gekocht oder gebratenrohes Fleisch und roher Fisch, z.B. Tartar, Sushi, Salami, RäucherlachsInnereien, Schwertfisch, Merlin
Milchprodukte, Eier und EierspeisenRohmilchkäse, nicht pasteurisierte Milch, rohes Ei (z.B. in Tiramisu)
kalt gepresste Pflanzenöle, z.B. OlivenölSahne, Schmalz
Fertigprodukte und Fastfood, Süßigkeiten
Wasser, ungesüßter Tee, verdünnte Fruchtsäftealkoholische GetränkeKaffee, Softdrinks, chininhaltige Limonaden (z.B. Bitter Lemon)

Obst und Gemüse

Schwangere sollen reichlich frisches Obst und Gemüse essen. Sie liefern wichtige Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. In der Schwangerschaft ist Folsäure (Vitamin B9) besonders wichtig. Folsäure-Lieferanten sind zum Beispiel Kohl, Brokkoli, Spinat und Spargel, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot und rote Beete.

Zwar gibt es den Rat, Hülsenfrüchte und Lauchgewächse wie Zwiebeln zu meiden, weil sie schwer verdaulich sind und Blähungen oder Übelkeit auslösen können. "Wer sie verträgt, kann aber ruhig zugreifen," sagt Schäfer.

Verbote gibt es nur bei Produktwahl und Zubereitung. Das gilt zum Beispiel für abgepackte Fertigsalate, vorgeschnittene Früchte und nicht erhitzte Sprossen. Sie können mit Keimen belastet sein, die dem Baby schaden. Außerdem sollten Schwangere rohes Obst und Gemüse nie ungewaschen verzehren.

Fleisch und Fisch

Fleisch und Fisch enthalten Proteine und versorgen Schwangere außerdem mit Eisen und Jod.

Aber: Alle Produkte, die roh, nicht ausreichend erhitzt oder nur kaltgeräuchert sind, sind in der Schwangerschaft tabu. Dazu zählen rohes Fleisch, Tatar und Sushi, sowie Räucherlachs und Rohwurstwaren wie Salami. "Diese Lebensmittel können mit gefährlichen Keimen kontaminiert sein, die zu Erkrankungen, Wehen und Fehlgeburten führen können", sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Außerdem sollten stark mit Quecksilber belastete Fischsorten wie Schwertfisch oder Merlin nur selten auf den Teller kommen. Auch Innereien wie Leber können Schadstoffe wie Schwermetalle enthalten.

Milchprodukte und Eier

Milchprodukte decken am besten den erhöhten Bedarf an Kalzium. Eier und Eierspeisen versorgen den Körper unter anderem mit Eisen und Folsäure. Aber auch hier gilt: Nicht roh essen! Nicht pasteurisierte Milchprodukte wie Rohmilch-Camembert können mit Krankheitserregern belastet sein. Das gilt auch für Speisen mit rohem oder halbgarem Ei, zum Beispiel Tiramisu oder Mayonnaise.

Fertigprodukte und Fastfood

Experten halten Fertigprodukte und Fastfood in der Schwangerschaft für problematisch. Das gilt besonders, wenn sie künstliche Zusätze wie Geschmacksverstärker, Zuckersatzstoffe oder Farbstoffe enthalten. Sie belasten den Organismus der Mutter und können beim ungeborenen Kind das Allergierisiko erhöhen.

Ein weiterer Aspekt: Auch Schwangere müssen auf ihr Gewicht achten. "Übergewicht kann zu Krankheitsbildern wie Bluthochdruck führen. Außerdem kommt es bei überernährten Babys häufiger zu Komplikationen wie einer Frühgeburt", erklärt Albring.

Getränke in der Schwangerschaft

Zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag sind während der Schwangerschaft nötig, größtenteils Wasser und ungesüßte Getränke. "Oberste Priorität hat der Verzicht auf Alkohol, da dieser das zentrale Nervensystem des Ungeborenen nachweislich stark schädigt", warnt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik..

Chininhaltige Getränke wie Bitter Lemon können in großer Menge Wehen anregen und sollten zurückhaltend genossen werden. Das gilt auch für Koffein. Kaffee und Co. sind in der Schwangerschaft nicht verboten - erlaubt sind täglich etwa 300 Milligramm, was ein bis zwei Tassen Kaffee entspricht.

Schwangerschaftskalender: So entwickelt sich das Ungeborene von der 1. bis 40. SSW

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