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Vierlinge von Flüchtlingspaar in Jena geboren

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Erschöpftes "Dankeschön" an die Ärzte  

Vierlinge eines Flüchtlingspaares erblicken in Jena das Licht der Welt

16.10.2015, 15:43 Uhr | Christian Thiele, dpa

Vierlinge von Flüchtlingspaar in Jena geboren. Vierlinge: Der kleine Frederic liegt im Brutkasten. Er ist einer der Vierlinge, die eine aus Albanien geflohene Frau in der Uni-Klinik Jena zur Welt gebracht hat. (Quelle: dpa/Martin Schutt)

Der kleine Frederic liegt im Brutkasten. Er ist einer der Vierlinge, die eine aus Albanien geflohene Frau in der Uni-Klinik Jena zur Welt gebracht hat. (Quelle: Martin Schutt/dpa)

Diese Geburt ist ein kleines Wunder. Eine Frau, die aus Albanien geflohen ist, hat in Jena Vierlinge zu Welt gebracht. Eine Vierlingsgeburt ist immer kompliziert, doch in ihrer Heimat hätten die Babys wohl gar keine Chance gehabt. 

Oltjana Koci atmet leise auf. Die 26-Jährige hat wenige Augenblicke zuvor in der Uni-Klinik Jena Vierlinge zur Welt gebracht. Die Erschöpfung steht ihr ins Gesicht geschrieben. In gebrochenem Deutsch sagt sie "Dankeschön" und blickt dabei die Ärzte an.

Entbindung im Minutentakt

Im Kreißsaal ist es an diesem Vormittag eng. Acht Kinderärzte kümmern sich neben vielen Schwestern und Assistenten um Oltjana Koci und ihre Babys. Im Minutentakt hatte der Direktor der Geburtshilfe, Professor Ekkehard Schleußner, die Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. 

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Ob die Geburt der vier Kinder in ihrer Heimatstadt Tirana so reibungslos verlaufen wäre, weiß die Albanerin nicht. "Die medizinische Versorgung ist nicht so gut", sagt ihr Mann Vebi Keta. Albanien sei ein armes Land, Krankenhäuser seien schlecht ausgestattet.

Eltern von Gefühlen überwältigt

Die Babys Olivia, Amelia, Xhesika und Frederic werden die nächsten acht Wochen in der Klinik bleiben. Sie wiegen zwischen 1200 und 1655 Gramm. Der Vater blickt sie strahlend an, der Mutter kullern Tränen übers Gesicht. Für sie sind es die ersten Kinder.

Frühchen können noch nicht allein atmen 

Den drei Mädchen und dem Jungen gehe es "den altersgemäßen Umständen entsprechend gut", berichtet der Leiter der Neonatologie, Professor Hans Proquitté, nach der ersten Untersuchung. Weil sie in der 32. Schwangerschaftswoche entbunden wurden – etwa sechs Wochen früher als bei einer normalen Schwangerschaft –, brauchen sie noch Atemunterstützung. Drei der vier Babys bekommen ein Medikament, das die Lunge stabilisiert.

In Albanien hätten die Vierlinge womöglich nicht überlebt

"Die Chance, in Albanien, eine solche Schwangerschaft intakt zu Ende zu bringen, ist nicht null, aber sie geht gegen null", sagt Proquitté. Das sei den Eltern klar signalisiert worden. Deshalb hätten sie sich der Klinik als Flüchtlinge vorgestellt, die wegen der schlechten medizinischen Versorgung Albanien verließen.

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Seit Juli sind die 26-Jährige und ihr 36 Jahre alter Mann in Deutschland. Sie arbeitete in Albanien in einer Fabrik, er als Zahntechniker. Über Dortmund kamen sie zunächst in die Erstaufnahmeunterkunft im ostthüringischen Eisenberg. Der Asylantrag sei gestellt, erzählt Vebi Keta, dem ein Dolmetscher zur Seite steht. Eine Entscheidung steht noch aus.

"Flüchtlinge haben einen Anspruch auf Hilfe"

Der Geburtsmediziner Schleußner hat sich für die Familie eingesetzt. "Flüchtlinge, die registriert sind, haben einen Anspruch auf Hilfe bei Krankheit und auch bei Schwangerschaft", betont er.

Die Klinik selbst rechnet wegen der vielen Flüchtlinge mit steigenden Patientenzahlen. Darauf müssten sich alle Krankenhäuser in Deutschland einstellen, sagt Proquitté. "Auch die Kinderkliniken, denn man geht davon aus, dass bis zu 40 Prozent der Flüchtlinge Kinder sind."

So selten sind Vierlinge

Vierlinge sind extrem selten. "Auf 600.000 Geburten kommt rechnerisch eine Vierlingsschwangerschaft", sagt Schleußner.

Ob Zwillinge, Drillinge, Vierlinge: In der Schwangerschaft haben die werdenden Mütter oft mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die Babys werden meistens als Frühchen geboren. In der Folge drohen Komplikationen wie Hirnblutungen, Infektionen und Lungenschäden. 

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten 2013 in Deutschland 12.355 Frauen eine Mehrlingsgeburt. Die meisten waren Zwillinge (12.119). In 230 Fällen kamen Drillinge zur Welt, fünfmal Vierlinge und einmal sogar Fünflinge.

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