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Transplantation geglückt: Frau erhält Gebärmutter ihrer Mutter

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Erstmalig in Deutschland  

Transplantation geglückt - Frau erhält Gebärmutter ihrer Mutter

11.11.2016, 14:30 Uhr | dpa

Transplantation geglückt: Frau erhält Gebärmutter ihrer Mutter. Sara Brucker, Ärztliche Direktorin des Forschungsinstituts für Frauengesundheit der Universität Tübingen (Quelle: dpa)

Sara Brucker, Ärztliche Direktorin des Forschungsinstituts für Frauengesundheit der Universität Tübingen (Quelle: dpa)

In zwei Jahren könnte auch in Deutschland eine Frau mit einer gespendeten Gebärmutter ein Baby zur Welt bringen. In Tübingen ist die Transplantation geglückt. Und das Klinikum plant schon weitere.

Nach der ersten Transplantation einer Gebärmutter in Deutschland könnte die Patientin schon in einem Jahr schwanger werden. Wie das Tübinger Ärzteteam am Mittwoch mitteilte, gab es seit der Operation am 14. Oktober keine Komplikationen. "Der Patientin geht es sehr gut", sagte Professorin Sara Brucker in Tübingen.

Die 23 Jahre alte Frau kam wegen einer angeborenen Fehlbildung ohne Scheide und Gebärmutter zur Welt. Eine Scheide war bei ihr bereits 2009 in Tübingen angelegt worden. Die Gebärmutter stammt von ihrer Mutter, die zeitgleich operiert wurde. Auch sie hat den Angaben zufolge die Operation gut überstanden.

Nächste Transplantation 2017

Eine zweite Transplantation war gescheitert, noch bevor die Gebärmutter in die Empfängerin eingesetzt werden konnte. Die nächste Transplantation plant das Uniklinikum schon für Anfang 2017.

Werde die Gebärmutter nicht abgestoßen und verheile alles gut, könne der 23-Jährigen in einem Jahr eine bereits entnommene, mit Sperma ihres Mannes befruchtete und tiefgefrorene Eizelle eingesetzt werden. "Und dann bekommt sie hoffentlich ein gesundes Kind", sagte Brucker. Das Kind werde dann per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, um das Risiko eines Abreißens der Gebärmutter von der Scheide oder dem Geburtskanal zu vermeiden.

15.000 Frauen in Deutschland betroffen

Laut Brucker können rund 15.000 Frauen in Deutschland keine Kinder bekommen, weil sie ihre Gebärmutter entweder früh verloren haben - etwa durch Krebs oder Unfälle - oder gar keine haben.

Wegen der angeborenen Fehlbildung namens Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKHS) kämen Jahr für Jahr in Deutschland 80 bis 100 Mädchen zur Welt. Darüber zu sprechen, sei lange tabu gewesen. Derzeit gebe es allein hierzulande bis zu 8000 Betroffene. Ihnen fehlen von Geburt an Scheide und Gebärmutter. Eierstöcke, Brüste, Klitoris und Schamlippen seien hingegen normal ausgebildet. Diesen Frauen habe sie bisher sagen müssen, dass sie nie ein eigenes Kind zur Welt bringen werden, berichtete Brucker. Da in Deutschland die Leihmutterschaft verboten ist, sei nur die Adoption geblieben.

Geburt nach Transplantation in Schweden

An den Operationen war den Angaben zufolge auch ein Team des schwedischen Gynäkologen Mats Brännström vom Universitätsklinikum Göteborg beteiligt. Brännström hat dort bereits gezeigt, dass der Eingriff machbar ist und dass auf diesem Weg gesunde Kinder geboren werden können. 2014 brachte in Göteborg zum ersten Mal weltweit eine Frau mit einer gespendeten Gebärmutter ein gesundes Baby zur Welt.

Wie weit sind andere Länder?

Die Zahl der weltweit gelungenen Transplantationen wird von Experten auf rund 20 geschätzt. Die Dunkelziffer der Misserfolge liege deutlich höher.

Welche Organe sind für eine Transplantation geeignet?

Als am erfolgversprechendsten gilt die Transplantation von Organen von lebenden Verwandten - etwa die Gebärmutter der Mutter oder der Schwester. Im Tübinger Fall war es die Mutter der 23-Jährigen, die ihrer Tochter das Organ spendete. Denkbar seien bisher nur Lebendspenden, erklärte Brucker. Versuche mit Gebärmuttern von Toten seien anderswo fehlgeschlagen.

Woher stammen die Organspenden?

Die Gebärmutter, in der das Baby in Schweden heranwuchs, stammte von einer 61-jährigen Freundin der Familie, die schon sieben Jahre vor der Operation die Wechseljahre durchlaufen hatte, wie das britische Fachmagazin "The Lancet" berichtete. Anders als die Eierstöcke lasse sich eine Gebärmutter hormonell wieder verjüngen, erklärte Brucker. Voraussetzung für eine Eignung sei, dass die Spenderin mindestens einmal schwanger war.

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