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Sperma-Test: Das bringen Fruchtbarkeits-Tests zum Selbermachen

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Sperma-Check für zu Hause  

Das bringen Fruchtbarkeits-Tests zum Selbermachen

13.11.2013, 10:24 Uhr | Maria M. Held, t-online.de

Sperma-Test: Das bringen Fruchtbarkeits-Tests zum Selbermachen . Unfruchtbar oder nur ein dummer Zufall? Unerfüllter Kinderwunsch ist auch Männersache.    (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unfruchtbar oder nur ein dummer Zufall? Unerfüllter Kinderwunsch ist auch Männersache. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Was taugt der Spermacheck aus dem Online-Handel? Die Produktbeschreibung liest sich verheißungsvoll: schnell, einfach, aufschlussreich. Aber liefern die Spermien-Tests wirklich eine belastbare Diagnose, ob ein Mann nicht nur kann, sondern auch zeugungsfähig ist? Ein Androloge spricht über Männer, Fruchtbarkeit, Zeugungsfähigkeit, Sex-Irrtümer und seinen Beruf.

Männer hören keine biologische Uhr ticken wie die Frauen. Sie sind beinahe unbegrenzt zeugungsfähig, sogar ein bisschen über den Tod hinaus, erwähnt Matthias Trottmann, Androloge oder umgangssprachlich "Männerarzt". Demzufolge sind Trottmanns Patienten auch zwischen 20 und 70 Jahre alt, ein weites Spektrum. Doch nicht immer heißt "kommen" auch zeugen können. Unfruchtbarkeit hat nichts mit Impotenz zu tun. Nicht die Quantität der Spermien ist entscheidend, sondern die Qualität. Und deren Analyse bedarf einiger Übung, sagt der Kinderwunsch-Experte.

Kinderwunsch: Verheißungsvolle Sperma-Tests für den Eigengebrauch

Trotzdem greifen immer häufiger Männer zu den verheißungsvollen Tests für Zuhause, um zu prüfen, ob sie zeugungsfähig sind. Es hat sich herumgesprochen, dass Kinderwunsch nicht nur Frauensache ist, dass immerhin in einem Drittel der Fälle von unerfülltem Kinderwunsch die biologische Ursache beim Mann liegt. Es ist glücklicherweise inzwischen immer häufiger so, dass sich auch echte Kerle nicht gekränkt fühlen, wenn ihre Partnerin darauf hinweist, dass auch er sich mal untersuchen lässt.

"Es ist nicht so einfach, wie es sich anhört", warnt Trottmann, der am Klinikum der Universität in München tätig ist. Ein solcher Schnellcheck könne ein fachkundig durchgeführtes Spermiogramm nicht ersetzen. Dabei soll es so einfach wie ein Schwangerschaftstest sein, statt mit Urin mit Ejakulat, Streifen oder Verfärbungen zeigen das Ergebnis an: Ja oder nein, Spermien vorhanden oder nicht. Je nach Produkt in rund 20 Minuten, Kostenpunkt zwischen 20 und 50 Euro. Dabei unterscheiden die Selbst-Test allerdings nicht zwischen gesunden und ungesunden, langsamen oder schnellen Spermien.

Fakten über Spermien

Wer das Ergebnis einschätzen will, muss ein bisschen über Sperma Bescheid wissen: Die Spermakonzentration wird pro Milliliter gerechnet. Bei einem Samenerguss werden zwischen zwei und sechs Milliliter Samenflüssigkeit ausgestoßen, wobei ein Milliliter zwischen 20 und 150 Millionen Spermien enthält. Nur etwa 0,5 Prozent des Ejakulats sind Spermien, der Rest ist Samenflüssigkeit. Das Ejakulat eines gesunden Mann um die 30 Jahre enthält im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Millionen Samenzellen pro Milliliter. In den späten 80er-Jahren waren es noch um die 74 Millionen. Insgesamt sank die Spermiendichte von durchschnittlich 113 Millionen pro Milliliter im Jahr 1940 auf 66 Millionen im Jahr 1990.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert fruchtbares Sperma folgendermaßen: Ein Mann ist dann zeugungsfähig, wenn pro Milliliter Ejakulat über 20 Millionen Spermien vorhanden sind und mehr als 50 Prozent eine normale Form oder Bewegungsfähigkeit haben. Schätzungsweise sieben Prozent der Männer weltweit gelten nach dieser Definition als nicht zeugungsfähig.

Das beeinflusst die Samenqualität

Die Qualität der Spermien kann durch Faktoren wie Rauchen, Drogen, Alkohol, Stress, extreme Arbeitsbedingungen (Kälte, Hitze), manche Sportarten, Medikamente, Fettleibigkeit eingeschränkt sein, auch Kinderkrankheiten können Folgen haben, ebenso eine genetische Abweichung.

Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn ein Paar ein Jahr trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr ohne Verhütung kein Kind bekommt. Davon ist jedes sechste bis siebte Paar in Mitteleuropa betroffen - eine hohe Zahl. Dabei stellen einige Paare ihr Problem nie einem Arzt vor.

Spermatest für Zuhause contra Spermiogramm

Ein Test im Do-it-youself-Verfahren kann nur eine grobe Einschätzung geben. Medizinische Tests im Labor dagegen überprüfen das Ejakulat auf die Anzahl der Spermien, auf deren Beweglichkeit und deren Form. Daraus lassen sich Schlüsse ziehen, ob ein Mann fähig ist, mit seinem Samen eine Frau zu befruchten.

Denn nicht die Menge der Spermien, sondern deren Beschaffenheit ist wichtig. In manchen Fällen wiegt also ein Ergebnis aus dem Selbsttest Paare sogar in falscher Sicherheit.

Die Kosten von etwa 300 Euro übernehmen bei ungewollter Kinderlosigkeit oft die Krankenkassen, bei einem Test im Eigenverfahren nicht.

Der Weg vom Test zum Wunschkind

"Ein Spermiogramm braucht ein paar Tricks und Zeit, das kann auch noch kein Medizinstudent im ersten Semester, das braucht viel Übung", darauf weist Matthias Trottmann hin. "Nur die Konzentration der Spermien im Ejakulat zu kennen, bringt uns nicht weiter."

Ist ein Spermiogramm auffällig, wird immer ein zweiter Test gemacht, denn die Spermien sind sensibel und reagieren zeitversetzt. Schon ein Tag Fieber sechs Wochen vor dem Test verfälschten die Labor-Probe.

Viele Paare nicht richtig aufgeklärt

Ein Fruchtbarkeitsproblem allerdings stellt auch Trottmann und seine Kollegen vor Rätsel: Viele Paare sind nicht richtig über Verhütung und Empfängnis aufgeklärt. Nicht wenige Männer denken, eine Frau kann uneingeschränkt an jedem Tag des Zyklus schwanger werden.

Dabei beobachtet Trottmann, dass immer häufiger Männer von selbst kommen. "Obwohl den Andrologen kaum jemand kennt." Andrologen sind spezialisierte Urologen. Dabei, so glaubt der Infertilitätsfachmann, spielt das Internet als Informationsquelle mit den zahlreichen Foren betroffener Paare, eine große Rolle. Der übliche Weg führt Paare erst zum Frauenarzt, da man die Ursache zuerst bei der Frau sucht. Wird hier keine Auffälligkeit festgestellt, sucht der Mann Rat beim Hausarzt, der ihn zum Urologen schickt und der wiederum zum Andrologen. Nach der üblichen Anamnese mit äußerem Befund, Ultraschall und Spermiogramm, dem "kleinen Labor", steht der Befund. Bei einem Normalbefund, konzentriert sich die Ursachensuche auf die Frau, ist er auffällig, schließt sich ein zweites Spermiogramm an.

Hoffnung auf Vaterfreuden schon bei einem einzigen Spermium

Hormonbehandlungen sind ein Teil des Behandlungsspektrums, doch vor allem die künstliche Befruchtung in Kinderwunschzentren verspricht gute Prognosen für den Kinderwunsch. Theoretisch kann ein Mann mit einem einzigen Spermium Vater werden. Vorausgesetzt dieses eine wird auch gefunden. "Wir suchen", versichert Trottmann.

Bei einer so stark eingeschränkten Zeugungsfähigkeit durch zu wenige oder unbewegliche Spermien schenkt die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) Männern Hoffnung auf Vaterfreuden. Bei ICSI - im Medizinerjargon "Befruchtung auf der Werkbank" genannt - werden Eizelle und Samenzelle im Labor direkt und unterstützt zusammengeführt.

Baby-Take-Home-Rate - was für Männer wirklich zählt

Schon heute wird jedes 50. Kind in Deutschland nach einer künstlichen Befruchtung mit In-vitro-Fertilisation (IVF) oder ICSI geboren, etwa jedes 13. Kind wurde nach medizinischer Hilfe in irgendwelcher Form empfangen, das kann eine hormonelle Behandlung, eine operative sein.

Die Schwangerschaftsrate liegt nach assistierten Befruchtungen in Deutschland inzwischen bei 29,3 Prozent, die natürliche Fruchtbarkeitsrate bei 27 und 30 Prozent pro Zyklus.

Was etwas flapsig "Baby-Take-Home"-Rate pro Embryo-Transfer genannt wird, ist für Männer mit Kinderwunsch das einzige, was zählt: Vater werden. Und diese Rate - der tatsächlichen Geburten nach einer künstlichen Befruchtung, nicht nur eine Schwangerschaft - steigt immer weiter, denn die Verfahren werden immer besser. Heute liegt laut Deutschem IVF-Register die Baby-Take-Home-Rate der deutschen Kinderwunschzentren pro Embryotransfer zwischen 17 und 21 Prozent.

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