Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Schwangerschaft >

Kinderwunsch: Medizinerin empfiehlt genetische Beratung für Kinderlose

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Kinderwunsch  

Wann eine genetische Beratung sinnvoll ist

02.07.2014, 14:34 Uhr | dpa

Kinderwunsch: Medizinerin empfiehlt genetische Beratung für Kinderlose. Ungewollte Kinderlosigkeit kann auch genetische Ursachen haben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ungewollte Kinderlosigkeit kann auch genetische Ursachen haben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jahre vergehen - der Kinderwunsch bleibt unerfüllt. Wenn Paare damit zum Arzt kommen, wird alles Mögliche untersucht. Zu kurz kommt dabei oft die Frage nach der genetischen Ursache.

Genetische Gründe werden bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch nach Expertenmeinung zu wenig beachtet. Besonders bei künstlicher Befruchtung könne eine genetische Beratung teure und belastende Fehlversuche ersparen und unter bestimmten Umständen die Schwangerschaftschancen erhöhen, sagt die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, Tina Buchholz.

Viele wissen nicht, dass sie betroffen sind

Buchholz fordert mehr Aufmerksamkeit für genetische Fragen: "Man muss sich die Zeit nehmen und hinschauen." Andernfalls gehe oft wertvolle Zeit verloren. "Dann werden in drei, vier Zyklen künstliche Befruchtungen versucht - und dann kommt heraus: Da hat einer der Partner eine Translokation."

UMFRAGE - KüNSTLICHE BEFRUCHTUNG
Würden Sie sich bei einem Kinderwunsch einer künstlichen Befruchtung unterziehen, wenn Sie anders keine Kinder bekommen könnten?

Bei dieser Form der Chromosomenveränderung sind Chromosomenabschnitte an eine andere Position innerhalb des Chromosomenbestandes verlagert. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie betroffen sind, denn es gibt keine sichtbaren Auswirkungen. Dies kann jedoch eine Schwangerschaft verhindern, zu Abgängen führen oder bei den Kindern Defekte auslösen. Weitere Versuche könnten dann vermieden werden, denn die Aussicht auf eine erfolgreiche Befruchtung ist bei diesen Paaren deutlich geringer. Andere Ursachen von genetisch bedingter Unfruchtbarkeit lassen sich unter Umständen behandeln.

Wann eine genetische Beratung sinnvoll ist

Spätestens nach wenigen gescheiterten Anläufen bei einer künstlichen Befruchtung müssten deshalb auch genetische Ursachen abgeklärt werden, sagt die Medizinerin und Humangenetikerin. "Es muss nicht unbedingt eine aufwendige, teure genetische Diagnostik sein. Aber man muss viel mehr Wert darauf legen, dass man bei all diesen Paaren genetische Beratung macht, mit ausführlichem Stammbaum über drei Generationen." Dabei zeige sich in etwa das Verhältnis von erfolgreichen und nicht erfolgreichen Versuchen, Kinder zu bekommen und, ob es eine Häufung von Fehl- oder Totgeburten gab.

Jährlich 10.000 Kinder durch künstliche Befruchtung

Rund 80.000 Befruchtungen in der Petrischale gibt es in einschlägigen Zentren jedes Jahr in Deutschland, darauf folgen gut 10.000 Geburten. "Es wird immer wieder hervorgebracht: Nach so einer künstlichen Befruchtung ist die Gefahr für eine Fehlbildung größer", sagt Buchholz. Das sei aber letztlich anhand von Studien nicht belegbar. Durch die Methode selbst ist das Risiko nicht erhöht."

Embryo vorgeburtlich untersuchen

Die in Deutschland lange umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) sei nicht immer angebracht. Denn die Entnahme von Zellen aus dem Embryo - je nach Untersuchungsmethode - kann wiederum die Gefahr einer Fehlgeburt oder eines Behandlungsmisserfolges erhöhen.

Schwangerschaftskalender 
Das passiert nach der Befruchtung

Verfolgen Sie Woche für Woche die faszinierende Entwicklung des ungeborenen Lebens. mehr

Seit 2011 ist laut Buchholz unter bestimmten Bedingungen zulässig, dass in der Petrischale gezeugte Embryonen vor der Einpflanzung auf Erbkrankheiten untersucht werden. Paare dürfen jedoch nur zu der Methode greifen, wenn ihre Erbanlagen eine Tot- oder Fehlgeburt oder schwere Krankheit des Kindes wahrscheinlich machen. Embryonen mit Schäden sollen dann der Mutter nicht eingepflanzt werden. Die Hürden und die Kosten für eine solche PID sind allerdings sehr hoch, unter anderem muss eine Ethikkommission dem Antrag der Frau zustimmen. Die genauen Rahmenbedingungen sind Buchholz zufolge erst im vergangenem Jahr präzise formuliert worden und noch nicht überall in Deutschland umgesetzt.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal