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Schneider Bad Kreuznach: Top-Technik aus Rheinland-Pfalz für die NASA und Hollywood

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Top-Technik aus Bad Kreuznach für die NASA und Hollywood

13.02.2013, 09:58 Uhr | dapd, t-online.de

Schneider Bad Kreuznach: Top-Technik aus Rheinland-Pfalz für die NASA und Hollywood. Ein Mitarbeiter von Schneider Bad Kreuznach prüft ein Kino-Projektionsobjektiv (Quelle: Schneider Optische Werke GmbH)

Ein Mitarbeiter von Schneider Bad Kreuznach prüft ein Kino-Projektionsobjektiv (Quelle: Schneider Optische Werke GmbH)

Spitzentechnik aus Rheinland-Pfalz hat schon für die NASA den Mond beleuchtet: In Bad Kreuznach an der Nahe werden seit 100 Jahren Präzisionsobjektive gefertigt. In Hollywood hat Schneider Kreuznach sogar einen Technik-Emmy abgestaubt. Die Innovationen des Unternehmens stecken aber auch in Smartphones oder den Blitzgeräten der Polizei.

Weltall abgelichtet

Stolz blickt Wolfgang Berger, verantwortlich für das Marketing bei Schneider, auf ein Schwarz-Weiß-Bild. Es ist ein Foto aus dem Weltall, aufgenommen vor mehr als 46 Jahren aus der ersten "Lunar Orbiter"-Sonde des Apollo-Raumfahrtprogramms der NASA. "Es war das erste Mal, dass die Mondoberfläche mit der aufgehenden Erde im Hintergrund abgelichtet wurde", sagt Berger. Das Objektiv der Weltall-Kamera kam bereits im Jahr 1966 aus Bad Kreuznach.

Der Weinbauer Joseph Schneider hatte das Unternehmen dort im Jahr 1913 als Optische Anstalt Jos. Schneider & Co. gegründet. Auslöser war damals das Patent einer "Einrichtung an einem Cinematographen mit stetig bewegtem Bild zum optischen Ausgleich der Bildwanderung". Seit 1921 firmiert das Unternehmen unter Jos. Schneider Optische Werke.

Präzisions-Linsen für die NASA

In den 1960er Jahren machte sich die Firma mit ihren Präzisionsobjektiven auch international als Schneider Kreuznach einen Namen. Allerdings, verrät Berger, wusste man in der Frühphase noch gar nicht, dass die NASA-Ingenieure sich für die Linsen von der Nahe interessierten. "Anfangs kauften die Amerikaner unsere Objektive einfach im Foto-Fachhandel ein", berichtet Berger. Kurz darauf belieferte die Firma auch offiziell die US-Raumfahrtagentur - eine imageträchtige Partnerschaft, die noch immer Bestand hat.

Schneider Kreuznach, das sein 100-jähriges Bestehen feiert, setzte im Geschäftsjahr 2011 mehr als 85 Millionen Euro um. Das Unternehmen beschäftigt heute weltweit 660 Mitarbeiter, etwas mehr als die Hälfte davon an seinem Stammsitz in Rheinland-Pfalz. Das Werksgebäude stammt noch aus den 30er Jahren, in den Hallen sind Mitarbeiter an Maschinen beschäftigt - sie schleifen und polieren Spezialglas, fräsen Metalle für die Optiken.

Emmy für Infrarot-Filter

Die Fotoobjektive für den Profibereich seien inzwischen nur eine Säule im Produktportfolio der Firma, erklärt Geschäftsführer Josef Staub. Im kalifornischen Los Angeles vertreibe Schneider Kreuznach Filter für Filmkameras. Für einen Infrarot-Filter erhielt das US-Tochterunternehmen jüngst einen Technik-Emmy.

In Asien würden die Optiken zudem in der Fertigungskontrolle für elektronische Geräte wie Smartphones und Tablet-PCs verwendet. Auch in Mautbrücken auf deutschen Autobahnen kommt Schneider-Technik zum Einsatz. "Und wenn Sie am Steuer geblitzt werden, ist es gut möglich, dass es ein Schneider-Objektiv war", sagt Staub und lächelt.

Nach einer Krise wieder auf Erfolgskurs

So rosig sah es nicht immer für Schneider Kreuznach aus. Einst stark präsent bei Objektiven für Super-8-Kameras, musste das Unternehmen im Jahr 1982 Insolvenz anmelden. Der Markt für die in den 1970er Jahren beliebten Schmalfilme war zusammengebrochen und riss auch Schneider Kreuznach in die Krise. Erst mit einem neuen Investor und der Erschließung neuer Geschäftsfelder wie der Fotofilter kam das Unternehmen wieder auf die Beine.

Nun blickt es optimistisch in die Zukunft. Laut Staub wird das Unternehmen auch künftig flexibel bleiben müssen, um auf Markttrends reagieren zu können. "Ein wichtiger Faktor sind künftig sicher OLED-Fernseher mit ultrahochauflösendem Bild", sagt der Geschäftsführer. Für die nächste Generation der TV-Geräte würden auch neue Kameras benötigt. "Und die brauchen dann auch wieder unsere neuen Optiken", ist sich Staub sicher.

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