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Alternative: Discountzertifikate schlagen Aktien

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Spannende Alternative  

Discountzertifikate schlagen Aktien

16.05.2014, 15:35 Uhr | Von Anke Leuschke für T-Online.de

Alternative: Discountzertifikate schlagen Aktien. Siebenkämpferin Alina Biesenbach beim Hochsprung ganz in Adidas-Sportbekleidung: Discount-Zertifikate bringen in bestimmten Marktsituationen bessere Ergebnisse als Aktien (Quelle: dpa)

Siebenkämpferin Alina Biesenbach beim Hochsprung ganz in Adidas-Sportbekleidung (Quelle: dpa)

Gerade in Zeiten hoher Volatilität oder seitwärts laufender Börsen können Discountzertifikate eine spannende und lukrative Alternative zu Aktien sein.

Die Party an den Aktienmärkten geht in ihr sechstes Jahr. Gerade hat der Deutsche Aktienindex DAX einen neuen historischen Höchststand markiert. Nach den kräftigen Kursanstiegen der vergangenen Jahre sind Aktien aber keine Schnäppchen mehr. Wer jetzt noch einsteigen will, hat die Wahl. Er kann warten, bis die Aktien wieder günstiger werden. Sein Geld liegt in der Zwischenzeit fast unverzinst auf dem Tagesgeldkonto.

In Börsen-Seitwärtsphasen partizipieren

Discountzertifikate bieten einen Ausweg aus diesem Dilemma. Sie ermöglichen einen Rabatt (Discount) auf den Preis der Aktie. Als Basiswert kommen einzelne Aktien infrage, aber auch ganze Aktienindizes wie DAX, Währungen oder Rohstoffe.

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Der Discount wirkt wie ein Sicherheitspuffer. Anleger können selbst dann eine positive Rendite erzielen, wenn der Kurs des Basiswerts sich kaum bewegt, also seitwärts läuft oder leicht fällt. Die Kursgewinne sind nach oben begrenzt (Cap). Steigt eine Aktie über den Cap, partizipiert der Anleger nicht mehr von dem Höhenflug des zugrunde liegenden Papiers.

Am Laufzeitende wird der Kurs des Basiswerts, auch Underlying genannt, geprüft. Emittenten zahlen das Papier zum festgelegten Höchstpreis (Cap) zurück, wenn der Kurs des Underlyings auf oder über dem Cap liegt.

Liegt der Kurs am Laufzeitende unter dem Cap, wird dem Anleger bei Aktien-Discountzertifikaten die Aktie ins Depot gebucht. Bei Discountern auf Indizes, Währungen oder Rohstoffe erhält er einen Barausgleich. Im roten Bereich landet der Privatanleger erst, wenn der Kurs des Basiswerts unter den Preisnachlass gerutscht ist.

Beispiel: Discountzertifikat auf Adidas

Kostet beispielsweise die Adidas-Aktie an der Börse aktuell 79,50 Euro, kann der Privatanleger mit einem Discountzertifikat auf Adidas für rund 72 Euro einsteigen. Damit hat er im Vergleich zum direkten Kauf der Aktie rund neun Prozent gespart.

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Diese Ersparnis ist gleichzeitig sein Sicherheitspuffer. Fällt die Adidas-Aktie bis zum Laufzeitende des Zertifikats um diesen Prozentsatz, erleidet der Anleger keinen Verlust. "Discountzertifikate ermöglichen einen sicherheitsorientierten Einstieg in den Aktienmarkt", erklärt Hubert Thaler, Vorstand der TOP Vermögen AG.

Bessere Rendite als Aktie möglich

Discounter eignen sich nicht nur, wenn sich Aktienkurse auf Rekordniveaus bewegen. "Mit Discountern sind trotz der Seitwärtsbewegung der zugrunde liegenden Aktie attraktive Jahresrenditen drin", rechnet Thaler vor.

Dieser Umstand ist dem sogenannten Cap zu verdanken. Diese Gewinngrenze legt der Emittent des Zertifikates bei der Ausgabe fest. Liegt der Kurs der Adidas-Aktie am Laufzeitende des Beispiel-Zertifikates oberhalb des Caps von 74,50 Euro, erhält der Anleger den Cap-Betrag. Da er beim Kauf nur 72 Euro bezahlt hat, entspricht das einer Rendite von rund 3,5 Prozent nach sechs Monaten.

Gewinne allerdings begrenzt

Einen Haken hat der Cap: Er begrenzt den Gewinn. Steigt die Adidas-Aktie am Rückzahlungstag des Discounters beispielsweise auf 80 Euro, bekommt der Anleger trotzdem nur 74,50 Euro ausbezahlt. Den Mehrbetrag kassiert der Emittent des Zertifikats als Gewinn. Sollte der Aktienkurs am Laufzeitende unterhalb des Caps liegen, geht der Anleger nicht leer aus. Vielmehr bekommt er vom Zertifikate-Emittenten die Aktie ins Depot gebucht.

Ganz ohne Risiko sind Discountzertifikate nicht. Rein rechtlich gesehen sind Zertifikate Anleihen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld im schlimmsten Fall verloren. Dieses Risiko lässt sich reduzieren, wenn Anleger bei der Wahl des Zertifikates auf die Kreditwürdigkeit des Emittenten achten (siehe Interview mit Guido vom Schemm).

Fast 70 Prozent der Discounter langfristig mit Gewinn

Dass Discounter langfristig eine gute Alternative sind, zeigt eine Studie der Deutschen Bank. Trotz des Absturzes des Neuen Marktes, Bilanzskandalen, Lehman-Pleite und Finanzkrise erzielten von 1999 bis 2013 fast 70 Prozent der Discounter eine positive Wertentwicklung. Bei den Basiswerten gelang dies gerade einmal rund 49 Prozent.

Fonds mit Rabatt

Wem die Auswahl geeigneter Discountzertifikate zu aufwendig ist: Im vergangenen Jahr gehörten einige Discounter-Fonds zu den besten in Deutschland zugelassenen Mischfonds, ermittelte die Ratingagentur Morningstar. 

Ein Investment in Fonds mit Discountzertifikaten führt zur Minimierung des Einzelrisikos. Im folgenden drei Beispiel-Fonds - mit Hinweisen zu einer günstigen Order.

Fondsname

WKN

Mindestanlage

Ausgabeaufschlag
in %

Wertentwicklung
5 Jahre

Axxion Focus – Discount

A0M6N1

500 Euro*

2,501

52,7 %

Pioneer Investments Discount Balanced

701270

500 Euro*

1,752

38,9 %

DWS Diskont Basket

A0D8UU

500 Euro*

1,503

27,7 %

* bei Comdirect; 1000 Euro bei DAB Bank
1 bei Kauf über Comdirect und DAB Bank; regulärer Ausgabeaufschlag 5,00%
2 bei Kauf über Comdirect; über DAB Bank 0,00%; regulärer Ausgabeaufschlag 3,50%
3 bei Kauf über Comdirect und DAB Bank; regulärer Ausgabeaufschlag 3,00%


Zum Abschluss zum Thema Discountzertifikate noch ein kurzes Interview mit Guido vom Schemm, Geschäftsführer der GVS Financial Solutions GmbH in Dreieich. Er nennt aus Sicht eines Vermögensverwalters Gründe, die für ein Investment in Zertifikate sprechen.

"Es gibt für jeden Anlegertyp passende Zertifikate"

Anke Leuschke: Herr vom Schemm, spätestens seit der Lehman-Pleite haben Zertifikate einen eher zweifelhaften Ruf. Kaufen Sie für Ihre Kunden dennoch Zertifikate?

Guido vom Schemm: Ja. Es gibt für jeden Anlegertyp passende Zertifikate. Sowohl für den sicherheitsorientierten als auch spekulativen Privatanleger. Ein paar Voraussetzungen sollten Anleger aber mitbringen. Dazu gehören erweiterte Kapitalmarktkenntnisse und klare Investmentziele. Sprich: Über welchen Zeitraum soll das Geld investiert werden, ist das Vermögen beispielsweise für die Altersvorsorge bestimmt oder welche Schwankung hält der Anleger aus? Wir kaufen grundsätzlich nur risikosenkende Produkte, die einfach, transparent und liquide sind, um böse Überraschungen zu vermeiden. Komplexe Zertifikate enthalten oftmals höhere versteckte Provisionen für den Emittenten und Vertrieb.

Können mit Zertifikaten andere Anlagen gleichwertig ersetzt werden?

Insbesondere Bonus- und Discountzertifikate können ein guter Aktienersatz sein. Vor allem ausländische und dividendenstarke Aktientitel sollten über Zertifikate abgebildet werden. Sie haben gegenüber dem Aktien-Direktinvestment steuerliche Vorteile. Erstens vermeidet der Anleger damit in der Regel die Doppelbesteuerung in Form von Quellen- und Abgeltungsteuer. Zweitens fallen die Dividende in Form des Rabatts auf den Aktienpreis und mögliche Kursgewinne bzw. -Verluste steuerlich in einen Topf und können so miteinander verrechnet werden.

Welches Kriterium ist bei der Wahl des Emittenten ausschlaggebend?

Ganz klar die Kreditwürdigkeit. Vergleicht man Produkte mit gleicher Struktur, Laufzeit und zugrundliegendem Basiswert, macht sich die unterschiedliche Qualität der Kreditwürdigkeiten im Zertifikate-Preis bemerkbar. Die Faustregel: Je teurer das Produkt, desto besser die Bonität. Der Anleger muss damit leben können, dass er sich neben dem Kursrisiko des Basiswertes ein zusätzliches Emittentenrisiko einkauft.
Für sicherheitsorientierte Anleger gibt es übrigens sogenannte "COSI-Zertifikate", unter anderem von Vontobel. Diese sind zusätzlich mit Sicherheiten hinterlegt, die bei Ausfall des Emittenten verwertet werden. Damit wird das Emittentenrisiko zusätzlich reduziert.  

 

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