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Regeln für Nebenjobs: Was Arbeitnehmer dürfen

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Zuverdienst im Nebenjob  

Was Sie wissen müssen, wenn Sie einen Nebenjob haben

18.11.2017, 12:50 Uhr | Julia Ruhnau, dpa

Regeln für Nebenjobs: Was Arbeitnehmer dürfen. Zuverdienst im Nebenjob: So wird aus mehr Arbeit auch mehr Geld (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Zuverdienst im Nebenjob: So wird aus mehr Arbeit auch mehr Geld (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Das Einkommen reicht nicht, der Hauptjob ist zu langweilig: Immer mehr Arbeitnehmer suchen sich eine zweite Beschäftigung – aus ganz verschiedenen Gründen. Damit es mit dem Zweitjob klappt, müssen sie allerdings nicht nur eine passende Stelle finden.

Kathrin Fischeidl ist 26, hat ein Studium absolviert, zwei Abschlüsse und drei Jobs. Einmal in der Woche arbeitet die Kunsthistorikerin im Minijob bei einem Auktionshaus und an drei weiteren Tagen in der IT-Abteilung eines Museums. Zusätzlich macht sie über die Volkshochschule Nachmittagsbetreuung für Grundschüler. "Mein Ziel ist schon irgendwann eine Vollzeitstelle im Kunst- und Kulturbereich", sagt sie. "Doch das ist nicht so einfach."

3,2 Millionen Menschen sind mehrfachbeschäftigt

Fischeidl ist nicht die einzige Berufstätige, die mehr als einen Job hat. Ende 2016 zählte die Bundesagentur für Arbeit 3,2 Millionen Mehrfachbeschäftigte. Nach Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat sich ihre Zahl seit 2003 mehr als verdoppelt. Die meisten kombinieren eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung mit einem Minijob bis 450 Euro. Andere haben zwei sozialversicherungspflichtige Jobs, wieder andere verdienen nebenbei als Selbstständige, und manche üben mehrere Minijobs gleichzeitig aus.

Wenn der Hauptjob zuwenig abwirft

"Minijobs gibt es meist bei Tätigkeiten, wo man Arbeitsspitzen hat", erklärt Wolfgang Buschfort, Pressesprecher der Minijob-Zentrale, die alle geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse registriert und verwaltet. Das ist zum Beispiel in der Gastronomie und im Einzelhandel der Fall, wo in der Hochsaison mehr Arbeit anfällt als im Rest des Jahres. "Für die meisten ist das keine Lebensperspektive. Die wollen sich über einen bestimmten Zeitraum ein bisschen was dazu verdienen", sagt Buschfort. Laut IAB verdienen Mehrfachbeschäftigte in ihrem Hauptjob durchschnittlich rund 570 Euro weniger als Menschen, die nur eine Stelle haben.

Geringfügige Beschäftigung ohne Abzüge

Eine geringfügige Beschäftigung hat den Vorteil, dass sie als Zweitjob neben einer regulären Stelle steuer- und sozialversicherungsfrei ist. Auch von der Rentenversicherungspflicht können Minijobber sich befreien lassen – und kommen trotz dieser Vergünstigungen in den Genuss von Urlaubsanspruch oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die Bedingung dafür ist, dass der Zuverdienst die Grenze von insgesamt 450 Euro nicht überschreitet, auch wenn man mehrere Minijobs gleichzeitig hat. Außerdem ist zusätzlich zur Hauptbeschäftigung nur ein Minijob abgabenfrei.

Auch kurzfristige Beschäftigungen, die nicht länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage dauern, sind für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei. Allerdings kann Lohnsteuer fällig werden, wenn diese nicht vom Arbeitgeber pauschal abgeführt wird. "Wenn die Haupttätigkeit mit der Steuerklasse I abgerechnet wird, fällt die zweite Beschäftigung automatisch in die Steuerklasse VI", erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Das heißt konkret, dass zunächst einmal relativ viel Lohnsteuer abgezogen wird – die man sich dann zum Teil über die Steuererklärung zurückholen kann. Wer den hohen Steuerabzug vermeiden möchte, kann eventuell einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung beim Finanzamt stellen, sagt Klocke.

Einverständnis beim Arbeitgeber einholen

Ob man überhaupt eine zweite Arbeit ausüben darf, hängt vom Arbeitgeber ab. "Arbeitsrechtlich gesehen darf man einen Nebenjob haben, sofern er nicht den Interessen des Arbeitgebers entgegensteht", sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht.

In den meisten Arbeitsverträgen gebe es entsprechende Passagen, die eine weitere Beschäftigung nach Absprache erlauben. Verbieten kann der Chef zum Beispiel einen Zweitjob bei der Konkurrenz oder Tätigkeiten, die auf Kosten der Leistung seiner Angestellten gehen: Zum Beispiel wenn der Arbeitnehmer müde ins Büro kommt, weil er nachts Taxi fährt.

Wie viel darf nebenbei gearbeitet werden?

Wie viel man nebenbei arbeiten darf, hängt von der Stundenzahl ab. Die wird bei mehreren abhängigen, also nicht selbstständigen Beschäftigungsverhältnissen zusammengerechnet: Mehr als 48 Stunden pro Woche dürfen es nicht sein. "Wenn man nebenher selbstständig beschäftigt ist, ist das Arbeitszeitgesetz dagegen kein Thema", erklärt Oberthür.

Problematisch wird es dann höchstens, wenn die Arbeitszeit sich überschneidet. Wenn die Schicht an der Kinokasse bereits anfängt, der Chef aber möchte, dass das Angebot an den Geschäftspartner fertig gestellt wird, haben Arbeitnehmer kein Recht zu gehen.

Darf während des Urlaubs gearbeitet werden?

"Normalerweise gibt der Arbeitgeber die Arbeitszeiten vor", sagt Oberthür. Zwar müssen Angestellte die Möglichkeit haben, ihren privaten Interessen nachzugehen. Ob eine weitere Beschäftigung als privates Interesse gewertet wird, ist aber fraglich. Knifflig wird es auch bei der Frage, ob man im Urlaub arbeiten darf: Schließlich könnte man die freien Tage in einem Job hervorragend nutzen, um in Ruhe seinem Zweit- oder Drittjob nachzugehen.

"Eigentlich darf man während des Urlaubs keine Erwerbstätigkeit ausüben", sagt Oberthür. Schließlich ist er zur Erholung da. Bei einer genehmigten Nebentätigkeit ist das allerdings anders. Arbeitnehmer müssen also nicht in beiden Jobs gleichzeitig Urlaub zu nehmen - Arbeit im einen und Urlaub im anderen Job dürfen sich überschneiden.

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