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Dickmach-Enzym: Die einen haben es, die anderen nicht

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Dickmach-Enzym entlarvt  

Fettleibigkeit kann in den Genen liegen

23.08.2017, 16:03 Uhr | Larissa Koch

Dickmach-Enzym: Die einen haben es, die anderen nicht. Deutsche Forscher finden ein Enzym, das schuld am Übergewicht ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/undrey)

Deutsche Forscher finden ein Enzym, das schuld am Übergewicht ist. (Quelle: undrey/Thinkstock by Getty-Images)

Leiden Sie unter Übergewicht, einer Fettleber oder Insulinresistenz? Auslöser könnte ein bestimmtes Enzym sein, das aus genetischen Gründen vermehrt in Ihrer Leber gebildet wird und die unangenehmen Folgen hat. Und das, obwohl Sie auf Ihr Trink- und Essverhalten achten.

Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) haben den Übeltäter ermittelt: Er heißt DPP4 und steht für ein Enzym, das vor allem von der Leber gebildet wird. Manche Menschen scheinen davon mehr zu bilden als andere und bekommen dann dafür die Quittung in Form einer Fettleber, Übergewicht und Insulinresistenz – bei dieser ist die Wirksamkeit des Hormons Insulin geschwächt. So kann wiederum ein Typ-2-Diabetes entstehen. Und das, obwohl die Betroffenen nicht mehr essen als andere, die bei gleicher Ernährung schlank bleiben.

Das Enzym scheint Ursache, nicht Folge der Probleme zu sein

Die Ernährungswissenschaftler haben den Mechanismus zumindest eindeutig bei Mäusen feststellen können. Es gab zwei Grüppchen Mäuse. Die eine Gruppe hatte wegen einer genetischen Veränderung einen erhöhten DPP4-Spiegel im Blut. Die andere Mäusegruppe bildete deutlich weniger von dem Enzym. Alle Nager aus beiden Gruppen bekamen rund sechs Monate fette Kost. Und siehe da: Die mit dem hohen DPP4-Spiegel waren die gelackmeierten – sie setzen etwa ein Drittel mehr an, ihre Leber speicherte doppelt so viel Fett und die Kraft ihres Insulins war herabgesetzt.

„Diese von uns in Molecular Metabolism veröffentlichten Ergebnisse legen in Kombination mit unseren Beobachtungen aus Human- und Zellstudien nahe, dass eine erhöhte DPP4-Produktion in der Leber deren Verfettung sowie eine Insulinresistenz verursacht und nicht eine Folge der Leberverfettung ist“, so Studienleiterin Annette Schürmann vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE). 

Kann man dem Enzym den Garaus machen?

Während den Mäusen Hüftspeck und Fettleber wohl ziemlich wurst sein dürften, ist Gleiches für den Menschen eine unerhörte Benachteiligung. Da dies aber genetisch bedingt zu sein scheint, ist der Einzelne relativ machtlos gegen die Menge des Enzyms in seiner Leber. Aber: Es gibt Medikamente, die dieses Enzym ausschalten können – sogenannte DPP4-Inhibitoren. Sie werden bereits eingesetzt, um Patienten mit Diabetes zu behandeln. Denn das Enzym hemmt bestimmte Hormone im Darm, die am Zuckerstoffwechsel beteiligt sind, und ist insofern ein Auslöser für Diabetes. 

"Nach unserer Ansicht ließen sich daher die bereits aus der Diabetestherapie bekannten DPP4-Inhibitoren künftig nicht nur nutzen, um den Zuckerstoffwechsel zu verbessern, sondern auch, um eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung zu behandeln", erklärt der Erstautor der Studie, Christian Baumeier vom DIfE einen möglichen Ausweg aus der Enzymfalle.

Das DPP4-Enzym wird von einem Gen gesteuert

Die Wissenschaftler haben zusätzlich Untersuchungen an menschlichen Leberzellkulturen und an isolierten Leberzellen von Mäusen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass bereits normale Mengen von DPP4 genügen, um die Zellen unempfindlicher gegenüber Insulin zu machen – und zwar unabhängig von ihrem Fettgehalt.

Darüber hinaus beobachteten die Stoffwechselexperten, dass bei Menschen, die sowohl unter einer Insulinresistenz als auch unter einer nicht-alkoholischen Fettleber leiden, im Vergleich zu Gesunden die Menge an aktivem DPP4 im Blut erhöht ist. Man habe bereits in früheren Untersuchungen herausgefunden, dass Veränderungen des DPP4-Gens, die zu einer erhöhten Produktion des Hormons in der Leber führen, bereits bei jungen Mäusen den Leberstoffwechsel verschlechterten. 

Die Wissenschaftler vom DIfE sprechen sich für weitere Studien aus, um herauszufinden, ob DPP4-Inhibitoren in Zukunft auch zur Vorbeugung und Behandlung einer nicht-alkoholischen Fettleber zum Einsatz kommen können. 

Da Messungen dieses Enzyms im Blutspiegel beim Hausarzt aber (noch) nicht üblich sind, ist es nicht so einfach, herauszufinden, ob man zu den in dieser Hinsicht genetisch Benachteiligen gehört. Bis dahin heißt es für Menschen mit mutmaßlich erhöhtem DPP4 Spiegel wohl weiterhin: FdH (Friss die Hälfte). 

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