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Fruktoseunverträglichkeit: Wenn Fruchtzucker krank macht

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Fruktoseunverträglichkeit  

Wenn Obst und Gemüse krank machen

28.02.2013, 11:01 Uhr | cme

Fruktoseunverträglichkeit: Wenn Fruchtzucker krank macht. Fruktoseunverträglichkeit: Magenkrämpfe und Blähungen treten nach dem Genuss von Obst und Gemüse auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fruktoseunverträglichkeit: Magenkrämpfe und Blähungen treten nach dem Genuss von Obst und Gemüse auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bauchkrämpfe, Blähungen oder Durchfall: Jeder dritte Erwachsene verträgt kein oder nur wenig Obst und Gemüse. Viele Betroffene wissen nicht, dass häufig eine Fruchtzuckerunverträglichkeit, auch Fruktose-Malabsorption genannt, hinter den Beschwerden steckt. Ein Atemtest schafft Klarheit, ob wirklich der Fruchtzucker schuld an den Symptomen ist. Völlig auf Obst und Gemüse verzichten müssen Betroffene meist dennoch nicht. In unserer Tabelle sehen Sie, wie viel Fruktose im Essen steckt.

Magen-Darm-Probleme nach roten Paprika

Leckerer Obstsalat, ein Honigbrot oder rote Paprika: Rebelliert der Darm speziell nach solchen Genüssen, kann die Ursache eine Fruktoseunverträglichkeit sein. Die Zuckerart kommt besonders in Früchten und Honig, aber auch in einigen Gemüsesorten vor. Besonders viel Fruktose enthalten beispielsweise rote Paprika, Bohnen, Weiß- und Rotkohl, aber auch Karotten und Tomaten.

Wenn der Körper Fruktose nicht mehr verarbeiten kann

Normalerweise wird Fruktose vom Dünndarm aufgenommen und ins Blut weitergeleitet. Dies funktioniert aber nur bis zu einer Menge von etwa 35 bis 50 Gramm Fruchtzucker pro Stunde. Bei einem Übermaß an dem Zucker - beispielsweise durch größere Mengen Trockenfrüchte, Säfte oder Limonaden - können auch gesunde Menschen Darmbeschwerden bekommen. Doch immer mehr Betroffene reagieren bereits auch bei kleineren Mengen mit Beschwerden.

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Atemtest erkennt Unverträglichkeit

Wer den Verdacht hat, Fruchtzucker nicht zu vertragen, kann beim Arzt einen Fruktose-H2-Atemtest durchführen lassen. Nach Angaben von Ärzten sollte man am Tag vor der Untersuchung auf Kohlenhydrate verzichten und sich ballaststoffarm ernähren. Ab 17 Uhr sollte man zudem nicht mehr rauchen und essen, ab 22 Uhr nichts mehr trinken. Am Untersuchungstag misst der Arzt zuerst den Ausgangswert aus der Ausatemluft des Betroffenen. Danach wird dem Patienten Testzucker verabreicht und alle zehn Minuten eine Messung der H2-Konzentration in der Ausatemluft vorgenommen. Die Untersuchung dauert rund vier Stunden.

Ab 25 Gramm Fruktose streikt der Darm

Jeder dritte Erwachsene kann laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) täglich nicht mehr als etwa 25 Gramm Fruktose aufnehmen. Das entspricht etwa der Fruchtzuckermenge in 300 Gramm Weintrauben. Auslöser ist ein gestörtes Transportsystem im Darm. Nach dem Genuss süßer Früchte kann die Fruktose nicht oder nur noch begrenzt von den Zellen der Dünndarmschleimhaut aufgenommen werden.

Sie wandert dann in den Dickdarm. Dort führt der Versuch, sie zu verdauen, zu Gasen und schmerzhaften Bauchkrämpfen. Wie stark die Reizdarmsymptome ausfallen, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Zuckerersatz blockiert Transport

Außerdem wird der Transport durch Sorbit, einen Zuckeralkohol, blockiert. Fruktose und Sorbit (E 420) werden seit einigen Jahren in der Lebensmittelindustrie vermehrt eingesetzt, etwa als Zuckerersatz in kalorienreduzierten Produkten wie Diät-Joghurt oder Light-Konfitüren oder auch in Softdrinks, Süßigkeiten, Kaugummis.

Nicht ganz auf Obst und Gemüse verzichten

Steht die Diagnose Fruktose-Malabsorption fest, heißt es für den Betroffenen, die Ernährung unter Anleitung eines Ernährungsberaters umzustellen. Stark fruchtzuckerhaltiges Obst, Trockenfrüchte, Obstsäfte oder -kompott sollten dann möglichst gemieden werden. Der komplette Verzicht ist aber nicht ratsam. Sonst wird der Darm entwöhnt, so dass bald schon geringste Mengen zu Beschwerden führen können.

Zudem gehört Obst wegen seines Vitamingehalts zu einer ausgewogenen Ernährung. Anders bei der seltenen, angeborenen (hereditären) Fruchtzuckerintoleranz: Dabei müssen Betroffene jeglichen Fruchtzucker meiden.

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