Sie sind hier: Home > Gesundheit > Ernährung >

Experten-Tipps: Sieben Ernährungssmythen im Check

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Macht Kohlensäure Blähungen?  

Sieben Ernährungsmythen im Check

07.08.2017, 09:35 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Experten-Tipps: Sieben Ernährungssmythen im Check. Hände am Bauch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/A-Basler)

"Viele vermeintliche Ernährungsfehler können wir getrost in das Reich der Mythen verbannen", sagt die Ökotrophologin Brigitte Neumann. (Quelle: A-Basler/Thinkstock by Getty-Images)

Rumoren im Bauch, Druckgefühl, Blähungen: Wer kennt sie nicht, die Beschwerden, die so manches Mal nach dem Essen auftreten. Ratschläge für eine gute Verdauung gibt es viele: "Zum Essen sollte man nichts trinken", "kalte Getränke schaden dem Magen" oder "du musst länger kauen", sind nur einige. Doch stimmt das? Wir haben Verdauungsexperten um ihre Einschätzung gebeten.

Gerät unsere Verdauung aus dem Takt, nimmt das Einfluss auf den gesamten Alltag. Und wir fragen uns, warum wir von dem Grummeln im Bauch und dem Gurgeln im Darm geplagt sind. "Viele vermeintliche Ernährungsfehler können wir getrost in das Reich der Mythen verbannen", beruhigt die Ökotrophologin Brigitte Neumann. "Ein Großteil der Ratschläge macht uns das Leben unnötig schwer." Folgende Mythen nehmen wir genauer unter die Lupe:

  1. Mythos eins: Während des Essens besser nichts trinken
  2. Mythos zwei: Kalte Getränke schaden dem Magen
  3. Mythos drei: Kohlensäure macht Blähungen
  4. Mythos vier: Für eine gute Verdauung brauchen wir fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag
  5. Mythos fünf: Besser nicht im Stehen essen
  6. Mythos sechs: Jeder Bissen muss lange gekaut werden
  7. Mythos sieben: Zwischen den Mahlzeiten mindestens drei Stunden pausieren

Mythos eins: Während des Essens besser nichts trinken

Hinter dem Ratschlag, beim Essen nichts zu trinken, steckt ein einfacher Gedanke: Trinken verdünnt die Verdauungssäfte und die Verarbeitung der Speisen verlangsamt sich. Ist das so? Laut Neumann spielt es keine Rolle, ob wir vor, während oder nach dem Essen trinken. "Die Magensäure ist sehr konzentriert. Selbst wenn Sie etwas trinken, schmälern Sie deren Wirkung nicht. Auch die Anzahl der Verdauungsenzyme bleibt gleich. Diese machen ihre Arbeit, egal ob mit oder ohne Getränk."

Mythos zwei: Kalte Getränke schaden dem Magen

Und wie wirken sich Temperaturen auf unseren Magen-Darm-Trakt aus? Zum Beispiel, wenn wir sehr kalte Getränke zu uns nehmen oder sehr heiße Speisen? Auch hier gibt die Ernährungsexpertin Entwarnung. Der Körper könne Temperaturunterschiede problemlos ausgleichen. In der Regel hätten Getränke und Speisen, wenn sie im Magen ankommen, die Idealtemperatur von 36 Grad erreicht. Sei etwas wirklich zu heiß, bleibe auch der Schluckmechanismus aus.

Wer schon immer eiskaltes Wasser trinkt und dampfende Speise verzehrt, kann dies laut Neumann auch weiterhin tun. "Verzichten sollte man nur, wenn man feststellt, dass der Magen empfindlich reagiert. Da muss man auf seinen Körper hören."

Mythos drei: Kohlensäure macht Blähungen

Dass Kohlensäure zu Blähungen führt, ist ebenfalls ein weit verbreiteter Mythos, erklärt die Expertin. Die aufgenommene Flüssigkeit werde über die Nieren ausgeschieden, das Kohlendioxid ausgeatmet. "Vielleicht müssen Sie aufstoßen, aber Blähungen müssen Sie nicht befürchten", so ihre Einschätzung. Doch auch hier gilt: Wer das Gefühl hat, dass ihm Kohlensäure nicht bekommt, verzichtet besser.

Mythos vier: Für eine gute Verdauung brauchen wir fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, um ausreichend mit Ballaststoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgt zu sein. Und so plagt viele das schlechte Gewissen, wenn sie weniger essen. "Sie können entspannt sein", beruhigt Neumann. "Fünf Portionen sind eine ganze Menge – besonders, wenn Magen und Darm empfindlich auf ein Übermaß an Ballaststoffen reagieren. So viel muss es nicht sein." Die Angst vor einer Mangelernährung sei unbegründet. Auch wer weniger Obst und Gemüse esse, sei ausreichend versorgt. Wichtig ist, dass die Ernährung vielfältig und ausgewogen ist.

Dem stimmt auch Peter N. Meier, Experte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zu: "Ein mäßiger Ballaststoffanteil ist für die Verdauung förderlich, ein Zuviel macht ihr oft zu schaffen." Auch er rät, immer auf den Körper zu hören. "Die Verdauung ist eine sehr persönliche Sache. Jeder hat ein paar Nahrungsmittel, die er nicht verträgt. Verzichtet man auf sie, läuft auch die Verdauung runder."

Mythos fünf: Besser nicht im Stehen essen

Im Stehen zu essen, soll ungesund sein und die Verdauung blockieren, so die weitläufige Meinung. Doch das stimmt nicht ganz. Zwar ist es für die Verdauung nicht gut, wenn man im Laufschritt zwischen zwei Terminen schnell ein Brötchen isst. Doch nicht das Stehen ist kritisch, sondern der Stress. Dieser kann nicht nur auf den Magen schlagen, sondern führt meist dazu, dass man beim Essen Luft schluckt und zu wenig kaut. Das ist es, was dem Magen zu schaffen macht.

"Gerade wenn Sie viel sitzen, freut sich Ihr Körper, wenn Sie zwischendrin immer mal wieder aufstehen. Essen Sie dabei ruhig eine kleine Zwischenmahlzeit. Der Verdauung ist es egal, ob Sie stehen oder sitzen. Wichtig ist, dass man sich ausreichend Zeit zum Essen nimmt. Das ist der beste Verdauungshelfer, den es gibt und beugt zudem Magengeschwüren vor", rät Neumann. "Und trennen Sie Arbeits- und Essplatz."

Mythos sechs: Jeder Bissen muss lange gekaut werden

Es stimmt: Gut gekaut ist halb verdaut. Doch zwanghaft kauen muss man nicht. Im Schnitt kaut jeder sein Essen zehn bis 20 Mal, bevor er es hinunter schluckt. Und das ist ausreichend. "Hören Sie auf Ihren natürlichen Kaurhythmus. Haben Sie das Bedürfnis zu schlucken, was etwa nach dem 16. Mal der Fall ist, tun Sie es. Ihr Magen ist dann bereit", weiß die Expertin. Wichtig ist, dass der Speisebrei ausreichend mit Speichel vermengt ist. Wie schnell das geht, ist individuell verschieden.

Mythos sieben: Zwischen den Mahlzeiten mindestens drei Stunden pausieren

Schonen lange Pausen zwischen den Mahlzeiten wirklich den Magen? "Nein", betont Verdauungsexperte Meier. "Essen wir nur selten, essen wir aus Hunger oft zu große Mengen. Doch das ist falsch. Ist der Magen leer, wird er träge. Sieht er sich dann plötzlich mit großen Mengen Essen konfrontiert, ist er schnell überfordert. Das Rumoren und Blubbern lässt nicht lange auf sich warten." Besser sei es, über den Tag verteilt, immer wieder gesunde Kleinigkeiten zu essen, so sein Rat.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Shopping
Allnet Flat Plus mit Samsung Galaxy S8 im besten D-Netz
zu congstar.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017