Sie sind hier: Home > Gesundheit > Ernährung >

Untergewicht: Ab wann ist ein Körper zu dünn?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Gesundheitsrisiko  

Untergewicht – Ab wann ist ein Körper zu dünn?

20.06.2017, 08:35 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Untergewicht: Ab wann ist ein Körper zu dünn?. Viele machen beim Idealgewicht nicht Halt, sondern essen dauerhaft zu wenig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/mheim3011)

Viele machen beim Idealgewicht nicht Halt, sondern essen dauerhaft zu wenig. (Quelle: mheim3011/Thinkstock by Getty-Images)

Intensive Sporteinheiten, Diäten und Kalorienzählen: Für einen schlanken Körper ist vielen kein Weg zu steinig. Es wird verzichtet, gewogen und geschwitzt. Doch wann wird der Wunsch nach dem vermeintlichen Idealgewicht gesundheitskritisch? Und wann ist dünn zu dünn? Fakten über Untergewicht, die man kennen sollte.

Abhängig von Geschlecht, Körpergröße, Körpergewicht und Aktivität hat jeder einen ganz persönlichen Tagesbedarf an Kalorien. Nimmt man weniger auf, verliert der Körper Gewicht. Doch viele machen beim Idealgewicht nicht Halt, sondern essen dauerhaft zu wenig.

Ein hungernder Körper bekommt Panik

Dann wird das Gewicht schnell gefährlich niedrig. Im schlimmsten Fall fehlt dem Körper irgendwann die notwendige Energie, um alle wichtigen Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. In Alarmbereitschaft versetzt, fährt er den Stoffwechsel herunter. Und das bekommt die Gesundheit zu spüren. Doch ab wann zeigt die Waage zu wenig an?

"Eine weltweit anerkannte Berechnungsformel, um das Gewicht einzustufen, ist der Body-Mass-Index (BMI). Den Werten liegen empirische Studien zugrunde, die ermittelt haben, ab wann ein zu hohes beziehungsweise zu niedriges Gewicht für den Körper mit Risiken verbunden ist", erklärt Dr. Walburga Wünsch-Leiteritz aus dem Vorstand des Bundesfachverbandes Essstörungen (BFE) und leitende Oberärztin des Kompetenzzentrums für Essstörungen an der Klinik Lüneburger Heide.

Diesen BMI-Wert sollte man nicht unterschreiten

Der BMI berechnet sich wie folgt: (Körpergewicht) :  (Körpergröße)². Als ein gesundes Gewicht gilt für erwachsene Frauen ein BMI zwischen 18,5 und 24. Für Männer gilt ein BMI zwischen 19 und 25 als normal. "Sobald das Gewicht unter diese Werte sinkt, sprechen Mediziner von Untergewicht. Werte unter 17,5 gelten bei Frauen und Männern als anorektisch", so die Ernährungsmedizinerin. Das heißt, der oder die Betroffene hat ein Gewicht, dass typisch ist für eine Magersucht (Anorexia nervosa).

Allein den BMI als Messinstrument einzusetzen, ist laut der Expertin aber nicht ausreichend. Mit einbezogen werden sollte auch der Muskelanteil im Körper. Zudem müsse das Gewicht immer in Zusammenhang mit dem Essverhalten und dem gesundheitlichen Zustand betrachtet werden. "Es kommt nicht auf einen Messwert alleine an. Es kommt auf den Verlauf an, also auf das Essverhalten, das über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten wird. Alles zusammen zeigt, ob Handlungsbedarf besteht", so Wünsch-Leiteritz.

Das sind die Folgen von zu wenig Körpergewicht

Dass der Körper mit einem zu niedrigen Gewicht zu kämpfen hat, signalisiert er deutlich: Muskeln werden abgebaut, man fühlt sich anfänglich psychisch oft stärker und im Verlauf dann schwächer und schlapp. Die Konzentration lässt nach, viele reagieren schnell gereizt, haben eine geringere Frustrationstoleranz und sind affektlabil. Die Haut ist häufig trocken, es kann sogar zu Haarausfall kommen. Man friert leichter, die Herzfrequenz und die Verdauung verlangsamen sich, die Körpertemperatur und der Blutdruck sinken. Schlafstörungen können auftreten.

"Bei erniedrigtem Gewicht bleibt bei Frauen die Periode aus. Bei Männern, aber auch bei Frauen lässt zudem das sexuelle Interesse nach. Außerdem steigt das Osteoporose-Risiko deutlich an und die Leber- und Nierenwerte können sich verschlechtern. Es kann sich Wasser im Herzbeutel ansammeln", zählt die Fachärztin die Folgen des niedrigen Gewichts auf. Welche Symptome wann und in welcher Stärke auftreten, ist allerdings von Patient zu Patient unterschiedlich und immer auch abhängig von der Niedrigkeit des Gewichts und der Geschwindigkeit der Gewichtsabnahme. Jeder weist – neben den typischen Folgen des Verhungerns – auch ein ganz persönliches Krankheitsbild auf, wenn der Körper nur noch auf Sparflamme läuft.

Bei Magersucht spielt die Psyche eine bedeutende Rolle

Wichtig zu wissen ist, dass nicht jeder untergewichtige Mensch automatisch magersüchtig ist. Bei der Anorexia nervosa spielt neben dem zu niedrigen Gewicht vor allem die Psyche eine bedeutende Rolle. Der Umgang mit dem Essen und dem eigenen Gewicht ist gestört. Daher wird Magersucht auch als eine Essstörungserkrankung bezeichnet.

"Laut der Internationalen Klassifikation der Krankheiten ICD-10 ist die Magersucht durch einen absichtlich selbst herbeigeführten oder aufrechterhaltenen Gewichtsverlust charakterisiert. Hinzu kommt die Angst, wieder zuzunehmen. Es werden strenge Maßnahmen ergriffen, damit dies nicht passiert. Außerdem weisen anorektische Patientinnen und Patienten eine Körperbildstörung auf. Das heißt, sie nehmen sich als deutlich dicker wahr, als sie sind", erklärt die Expertin.

Ein zu niedriges Körpergewicht ist immer riskant für die Gesundheit

Ein zu niedriges Körpergewicht ist laut Wünsch-Leiteritz immer riskant für die Gesundheit. Das kann auch gesundes Essen nicht ausgleichen. "Magersüchtige können überzeugt sein, dass sie ihren Körper trotz des zu niedrigen Gewichts ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen und ihn gesund halten, da ihr Fokus auf Obst und Gemüse liegt. Doch das ist ein Irrtum", erklärt die Expertin. "Zwar muss keine Mangelernährung vorliegen, denn der Körper wird mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt. Aber es liegt eine deutliche Unterernährung vor. Dem Körper fehlt die nötige Energie in Form von Kalorien, um dauerhaft gesund zu bleiben und all seine Funktionen, zu denen die Bildung von vielen Körperstoffen wie beispielsweise Hormonen und Enzymen gehört, zu erfüllen."

Finger weg von strikten Ernährungsplänen

Doch was macht eine gute Ernährung aus? Wünsch-Leiteritz rät davon ab, strikte Pläne zu machen, Kalorien zu zählen, sich an selbst auferlegte strenge Ernährungsregeln zu halten oder in sonst einer Weise in extreme Essgewohnheiten zu verfallen, wie etwa Fett vom Speiseplan zu streichen. "Sobald man sich ständig mit dem Essen beschäftigt, in welcher Art und Weise auch immer, läuft man Gefahr, in ein andauerndes Diäten zu rutschen und den Körper in einen unnötigen Alarmzustand zu bringen", so die Warnung.

Man esse dann gesund, wenn man auf einen abwechslungsreichen und ausgewogenen Speiseplan und auf regelmäßige Mahlzeiten achte. Drei Hauptmahlzeiten am Tag seien ideal. Hierbei sollte man immer so viel essen, dass man satt wird. Und man sollte darauf achten, dass die Speisen einem guttun und schmecken. Der Körper braucht die Mischung aus Kohlenhydraten, Eiweiß und gesunden Fetten ebenso wie einen bunten Mix an Obst und Gemüse. Nur wenn er gut versorgt ist, kann er Leistung bringen und gesund bleiben.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages
Ähnliche Themen im Web


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017