Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben >

Campylobacter: Darum sollten Sie rohes Geflügelfleisch nicht waschen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Gesundheitsgefahr  

Warum Sie rohes Geflügelfleisch nicht waschen sollten

12.11.2017, 13:15 Uhr | t-online.de, AFP, jb

Campylobacter: Darum sollten Sie rohes Geflügelfleisch nicht waschen. Wer Geflügelfleisch unter fließendem Wasser reinigt, riskiert, dass sich Keime in der ganzen Küche verbreiten. (Quelle: imago/Niehoff)

Wer Geflügelfleisch unter fließendem Wasser reinigt, riskiert, dass sich Keime in der ganzen Küche verbreiten. (Quelle: imago/Niehoff)

Ein küchenfertiges Hähnchen vor dem Kochen unter fließendem Wasser abzuwaschen, ist für viele Routine. Doch aus Hygienegründen ist das nicht nur überflüssig, sondern sogar gefährlich.

Auf Geflügelfleisch befinden sich häufig Campylobacter-Bakterien, die Brechdurchfall verursachen können. Durch das spritzende Wasser können diese auf den Arbeitsflächen verteilt werden und andere Lebensmittel kontaminieren. Aus diesem Grund warnt die britische Gesundheitsbehörde (NHS) davor, rohes Geflügel vor dem Verzehr mit Wasser abzuwaschen. Entgegen der gängigen Meinung würden Schmutz und Bakterien dadurch nicht weggespült, sondern es bestehe die Gefahr einer Campylobacter-Infektion.

Spritzwasser ist gefährlich

Bis zu 50 Zentimeter könne sich das Spritzwasser samt der darin enthaltenen Bakterien verteilen. Auf diese Weise werden Küchenoberflächen, Kochgeräte und Trockentücher kontaminiert. In den meisten Fällen werden die Campylobacter-Keime über Geflügel übertragen.

Infektion erfolgt nicht nur über Fleisch

Doch Geflügelfleisch ist nicht der einzige Überträger von Campylobacter. Durch den Verzehr von rohem Rindfleisch, nicht ausreichend gegartem Schweinefleisch und Rohmilch können sich Menschen ebenso mit dem Darmkeim infizieren. Aber auch beim Kontakt mit Tieren oder beim Verschlucken von Wasser aus Teichen und Seen werden die Erreger übertragen.

Wichtige Hygieneregeln für die Küche

Am besten schützt man sich vor der Infektion mit Campylobacter, wenn man peinlich genau auf Küchenhygiene achtet. Grundsätzlich sollte rohes Fleisch vor dem Garen immer getrennt von allen ungegarten Lebensmitteln zubereitet werden. Auf keinen Fall darf es auf dem gleichen Küchenbrett wie etwa Salat oder Gemüse geschnitten werden. Um abgepacktes Fleisch zu säubern, reicht es dabei vollkommen aus, es vorsichtig mit Küchenkrepp abzutupfen. Dieses sollte man anschließend sofort entsorgen und die Hände gründlich mit warmen Wasser reinigen.

Damit das Fleisch keimfrei wird, muss man es immer ausreichend garen – bei mindestens 70 Grad nicht kürzer als zehn Minuten. Durch Einfrieren werden die Erreger nicht vollständig zerstört, sondern nur ihre Anzahl verringert.

Häufigste bakterielle, meldepflichtige Krankheit

Eine Infektion durch Campylobacter gehört zu den häufigsten Lebensmittelvergiftungen. Schon ein einziger Kontakt mit belastetem Geflügelfleisch reicht aus, um sich zu infizieren. Gewöhnlich geht die Infektion glimpflich aus. Bei Kleinkindern, älteren Menschen, Schwangeren und Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings höchste Vorsicht geboten. Bei ihnen kann eine Infektion schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen und sogar tödlich enden.

Laut den aktuellem Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Institut entwickelt sich die Campylobacter-Enteritis zu einen der häufigsten bakteriellen meldepflichtigen Infektionen in Deutschland. So lag die Zahl der gemeldeten Erkrankungen 2016 bei rund 70.000 – Experten vermuten allerdings, dass die tatsächliche Zahl wesentlich höher liegt, da vielen Verbrauchern Campylobacter unbekannt ist.

So erkennen Sie eine Erkrankung

Typisch für den Verlauf einer Campylobacter-Infektion ist, dass sich die Krankheit nicht gleich bemerkbar macht. Drei bis vier Tage können vergehen, eher sich Beschwerden wie Durchfall, Magenkrämpfe oder Fieber einstellen. Deshalb ist Betroffenen oft nicht klar, wodurch sie erkrankt sind. Meist reicht es aus, den Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen zu ersetzen. Antibiotika sind normalerweise nicht nötig. Allerdings scheiden Erkrankte zwei bis vier Wochen lang die ansteckenden Bakterien aus. Deshalb sollten sie zumindest während der Erkrankung zu Hause bleiben und besonders auf persönliche Hygiene achten. Die Infektionen müssen vom Labor an die Behörden gemeldet werden.

Medikamente als Risikofaktor

Wissenschaftler fanden in einer Studie heraus, dass die Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) das Risiko einer Infektion erhöht. Besonders, wenn Magensäurehemmer wie Pantoprazol oder Omeprazol bis zu vier Wochen vor der Erkrankung eingenommen wurde, stieg das Risiko.

Das Robert-Koch-Institut rät: "Patienten, die Magensäurehemmer einnehmen, sollten über den Zusammenhang mit bakteriellen gastrointestinalen Infektionen aufgeklärt werden, damit sie ihre Ernährung anpassen können und gegebenenfalls auf bestimmte Lebensmittel wie nicht vollständig durchgegartes Fleisch verzichten."

Die Studie verglich zwischen 2011 und 2014 die Daten von 1812 Infizierten und 3983 Kontrollpersonen. Hauptaugenmerk galt dabei der Infektionsquelle. Hierbei stachen vor allemfrisches Hähnchenfleisch sowie der Kontakt mit Geflügel heraus. Die Forscher konnten zudem bei bis zu 54 Prozent der frischen Hähnchenfleischproben aus dem Einzelhandel Campylobacter nachweisen.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Zwei bügelfreie Blusen im Black & White-Look für nur 59,90 €
zum Walbusch Test-Angebot
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017