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Brian Johnson droht Taubheit: Wann laute Musik dem Gehör schadet

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Hörverlust bei AC/DC-Sänger  

Wann laute Musik dem Gehör schadet

08.03.2016, 18:59 Uhr | cme

Brian Johnson droht Taubheit: Wann laute Musik dem Gehör schadet . Ein einzelnes Rockkonzert schadet in der Regel nicht - Ohrstöpsel sollte man trotzdem tragen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein einzelnes Rockkonzert schadet in der Regel nicht - Ohrstöpsel sollte man trotzdem tragen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Leben für die Musik: AC/DC-Sänger Brian Johnson zahlt für seine Leidenschaft möglicherweise mit dem Verlust seines Gehörs. Auch manchem Besucher klingeln nach einem Rockkonzert die Ohren. Ab wann schadet laute Musik unserem Hörvermögen und wie gefährlich sind Rockkonzerte für das Gehör? 

Mit bis zu 110 Dezibel dröhnen die Gitarrenriffs bei einem Rockkonzert auf uns ein - etwa so viel wie beim Betrieb einer Kettensäge oder eines Druckluftmeißels. Die Lautstärke liegt nur wenig unterhalb der Schmerzgrenze (120 Dezibel). In einzelnen Fällen wie bei dem Konzert der Popband Hanson im Jahr 1998 wurden allerdings Werte bis 140 Dezibel erreicht. In diesem Fall sind schon nach kurzer Zeit dauerhafte Schäden möglich.

Doch im Normalfall steckt unser Gehör viel weg. Bei vorübergehendem Lärm erholen sich die Ohren in der Regel. Selbst das Pfeifen nach einem Konzertbesuch verschwindet in den meisten Fällen wieder. 

Tournee abgesagt 
AC/DC-Sänger droht totaler Gehörverlust

Die Ärzte hätten Sänger Brian Johnson geraten, nicht mehr aufzutreten, erklärte ein Sprecher der Band. Video

Musik per Kopfhörer besonders problematisch 

Mit anderen Worten: Ein Rockkonzertbesuch ist unproblematisch, solange das Gehör die Möglichkeit hat, sich zu erholen. Allerdings empfiehlt es sich, Ohrstöpsel zu tragen. Anders ist es, wenn man dem Lärm längere Zeit oder auch wiederholt ausgesetzt ist. "Dann ist bereits ein Lärmpegel ab 85 Dezibel gehörschädigend", sagt Doktor Michael Deeg, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Freiburg und Pressesprecher des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte e.V.. Das entspricht etwa lautem Verkehrslärm. 

Der kritische Schallpegel ist auch außerhalb eines Rockkonzertes schnell erreicht. So bringt es die heimische Stereoanlage - ordentlich aufgedreht - auf bis zu 100 Dezibel. Musik über Kopfhörer erreicht einen Pegel von bis zu 110 Dezibel. Wer Hörschäden vermeiden will, sollte die Musik zuhause daher etwas leiser drehen. Und: "Lärmpausen sind wichtig", sagt Deeg. Man sollte sich also regelmäßig an einen stillen Ort zurückziehen, wo sich die Ohren erholen können. 

Aufgedrehter Fernseher ist ein Warnsignal

Doch woran merkt man, ob die Hörfähigkeit nachlässt? "Es gibt typische erste Anzeichen, die auf Schwerhörigkeit hindeuten", erklärt Michael Deeg. Der Hörschaden macht sich anfangs vor allem bei Gesprächen in größerer Runde - etwa auf Partys oder bei Familienfesten - bemerkbar: Wenn der Lärmpegel insgesamt hoch ist, können die Betroffenen kaum noch ein Wort verstehen. Auch wenn jemand das Radio oder den Fernseher ständig so laut aufdreht, dass es alle anderen als unangenehm empfinden, kann dies ein Hinweis auf beginnende Schwerhörigkeit sein.

Treten die genannten Warnsignale auf, sollte man sofort einen Ohrenarzt aufsuchen. Denn je später ein Hörschaden erkannt wird, desto schwieriger wird es, ihn zu behandeln. "Mit zunehmender Schwerhörigkeit erreichen immer weniger Schallreize das Innenohr. Dessen Strukturen verkümmern mit der Zeit, so dass man den Schaden irgendwann auch mit einem Hörgerät nicht mehr beheben kann", erklärt der Mediziner.      

Schon viele Jugendliche sind schwerhörig

Dass Hörprobleme nicht nur ältere Menschen treffen, zeigen aktuelle Zahlen: "Jeder fünfte Erwachsene und jeder zehnte Jugendliche ist schwerhörig", sagt Deeg. Gefährdet sind vor allem Menschen, die täglich mit lauten Maschinen arbeiten müssen. In der Freizeit stellt allerdings vor allem Musik eine Gefahr für die Ohren dar - ob in der Diskothek, beim Konzert oder über Kopfhörer.

Wie laut ist zu laut? (Quelle: t-online.de)Grafik: Wie laut ist zu laut? (Quelle: t-online.de)

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