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Homöopathie für Kinder: Wundermittel oder Placebo?

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Homöopathie für Kinder  

Echtes Wundermittel oder nur Placebo?

12.12.2016, 10:43 Uhr | t-online

Homöopathie für Kinder:  Wundermittel oder Placebo?. Gerade junge Mütter setzen immer häufiger auf alternative Heilmethoden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gerade junge Mütter setzen immer häufiger auf alternative Heilmethoden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Homöopathische Heilmittel kommen vor allem bei der Behandlung vieler chronischer Krankheiten von Kindern und Säuglingen zum Einsatz. Das Vertrauen in die alternative Heilmethode ist gerade bei Müttern ungebrochen.

Vor allem Mütter schwören auf Homöopathie

Die Nachfrage nach homöopathischen Arzneimitteln ist in den vergangen zehn Jahren stark gestiegen. Das brachte eine vom Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) in Auftrag gegebene Studie ans Licht. In ihrer Befragung vom August 2013 fand die Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK Health) heraus, welcher Kundentyp bevorzugt zu Homöopathika greift: Es sind junge Mütter. Das bestätigt auch die Techniker Krankenkasse (TK).

Nicht umsonst vermarktet sich mittlerweile jede vierte Apotheke in Deutschland als Homöopathie-Zentrum. Über 94 der dort von den Kunden angeforderten Medikamente sind Homöopathika, gerechnet auf alle Apotheken liegt die Nachfrage bei 70 Prozent.

Dass Eltern bevorzugt zu homöopathischen Mitteln greifen, hat einen guten Grund. Denn im Gegensatz zu chemisch-pharmazeutischen Medikamenten gelten homöopathische Arzneien als weitgehend nebenwirkungsfrei. "Es geht in erster Linie darum, mit den verabreichten Stoffen die körpereigene Abwehr zu mobilisieren – also die Selbstheilungskräfte zu stärken", heißt es in der Informationsbroschüre "Kinder und Arzneimittel" der Techniker Krankenkasse (TK).

Kritiker sprechen bei Homöopathie vom Placebo-Effekt

Die Liste der für Kinder als bedenkenlos und wirksam eingestuften homöopathischen Arzneimittel ist weitgehend bekannt. So soll Arnica bei Muskelkater oder Blutergüssen helfen, Belladonna, Aconitum, Bryonia oder Gelsemium gegen Fieber, Grippe und akute Schmerzen. Pulsatilla-Pillchen werden bei Ohrenentzündungen, Erkältung, Schwindel oder Erbrechen verabreicht. Nux vomica hilft gegen Schnupfen, Silicia bei einer Verengung des Tränenkanals.

Kritiker der Homöopathie sprechen hier gern von einem "Placebo-Effekt". Der beruht auf der Erkenntnis, dass allein der Glaube an Heilkraft einer Arznei Zuversicht schafft und Energien freisetzt, die zur schnelleren Gesundung beitragen. Der Verdacht ist nicht von der Hand zu weisen. Denn die Wirkstoff-Konzentration in homöopathischen Medikamenten geht nahezu gegen null.

Anders gesagt: Die Arzneien sind oft so stark verdünnt, dass in vielen Präparaten die Ursubstanz kaum noch nachweisbar ist. "Naturwissenschaftlich ist damit nicht nachvollziehbar, auf welche Weise die homöopathischen Medikamente eigentlich wirken. Anhänger der Homöopathie können sich lediglich auf Erfahrungsberichte berufen", heißt es selbst bei der TK, die, wie rund 100 Krankenkassen in Deutschland, die Kosten der homöopathischen Behandlungen übernimmt.

Homöopathie für Kinder: In vielen Fällen hilft nur die Schulmedizin

Für diese Empirie sind die Ärzte zuständig. Vor allem homöopathisch ausgebildete Schulmediziner gelten als vertrauenswürdige Zeugen der Wirksamkeit von Globuli und anderen homöopathischen Arzneien. Eine davon ist Melanie Wandolski von den Kliniken Essen-Mitte. Bei Erkrankungen wie ADHS, Erkältungen, Magen-Darm-Infekten oder Mittelohr-Entzündungen seien die Erfahrungen mit der Homöopathie positiv, wie sie berichtet.

Allerdings gilt auch hier eine Einschränkung: "Sie ist nur sinnvoll, wenn noch eine Regulationsfähigkeit des Körpers besteht", so die Ärztin. Das bedeutet: Ist der Organismus schon so geschwächt, dass der Körper des Kindes seine Selbstheilungskräfte nicht mehr aktivieren kann, hilft nur die Schulmedizin. Gleichzeitig weist sie auf die allgemeinen Grenzen der homöopathischen Heilkunst hin: Weder Knochenbruch noch ein Diabetes Typ 1 ließe sich damit behandeln. "Hier kann sie allerdings begleitend zur konventionellen Therapie eingesetzt werden", bestätigt Dr. Wandolski.

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