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Gesundheit: Männer unterschätzen die Gefahren von Krampfadern

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Krampfadern bei Männern  

Männer unterschätzen die Gefahren von Krampfadern

21.10.2011, 09:48 Uhr | dapd, dapd

Gesundheit: Männer unterschätzen die Gefahren von Krampfadern. Die bläulich, knotigen und geschlängelten Venen zeichnen sich deutlich unter der Haut ab. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die bläulich, knotigen und geschlängelten Venen zeichnen sich deutlich unter der Haut ab. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jeder fünfte Mann in Deutschland leidet unter Krampfadern - doch sie unterschätzen die Gefahr. So wird der Gang zum Arzt so lange hinausgezögert, bis es im schlimmsten Fall zu Lungenembolien kommt. Doch es gibt deutliche Anzeichen für die krankhaft erweiterten Venen. Entdeckt Mann diese bei sich, sollte er sich nicht scheuen, einen Arzt aufzusuchen.

Wie Krampfadern entstehen

"Männer unterschätzen die Gefahren von Krampfadern", sagt der Stuttgarter Chefarzt Hans Seiter. "Im Gegensatz zu Frauen zögern sie den Gang zum Arzt hinaus - und verschlimmern so das Problem." Krampfadern, in der Fachsprache "Varikose" oder "Varizen" genannt, sind krankhaft erweiterte Venen und entstehen zumeist an den Beinen. "Vor allem durch eine Bindegewebsschwäche kommt es zu einer Erschlaffung der Venenwand und einer Funktionsbeeinträchtigung der Venenklappen", erläutert Seiter. "Dadurch fließt das venöse Blut nicht mehr herzwärts, sondern sackt fußwärts wieder in das Bein zurück." Das nicht abtransportierte Blut sammelt sich im Venensystem und verstärkt den Druck auf die ohnehin schwache Venenwand. "Sie dehnt sich immer weiter aus, die Venenklappen schließen immer schlechter, eine Krampfader entsteht."

Lungenembolien durch Krampfadern

Obwohl fast doppelt so viele Frauen wie Männer Krampfadern haben, kommen schwere Krampfaderbefunde wie Entzündungen und Geschwüre bei beiden Geschlechtern ähnlich häufig vor, wie eine Datenanalyse des Robert-Koch-Instituts im Jahr 2009 ergab. "Krampfadern können sogar Lungenembolien verursachen", sagt Seiter. Auch bei dieser schweren Komplikation ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen - das zeigte im vergangenen Jahr eine Studie der Universität Genf. "Vereinfacht ausgedrückt: Männer haben schlimmere Krampfadern als Frauen", sagt der Spezialist. Doch woran liegt das?

Studie beweist: Männer warten zu lange

Hans Seiter ist überzeugt, dass nicht biologische Ursachen, sondern das Verhalten der Männer für den Unterschied verantwortlich ist. Im vergangenen Jahr legte er die Studie "Männer und Krampfadern" auf. Einbezogen wurden 3174 Patienten, darunter 1270 Männer zwischen 17 und 89 Jahren. Die Studie ergab, dass Männer im Schnitt viel später zur Erstuntersuchung gehen als Frauen. "Sie warten häufig, bis sie massive Beschwerden haben und die Krankheit weit fortgeschritten ist", sagt Seiter.

Warum Männer nicht zum Arzt gehen

Doch was hält Männer mit Krampfadern vom Arztbesuch ab? Jeder fünfte Betroffene gab in der Befragung Angst als Grund an. 63 Prozent der Männer erklärten, die Krampfadern nicht bemerkt oder unterschätzt zu haben. "Männer gehen erst zum Arzt, wenn sie von ihren Ehefrauen oder Tennispartnern dazu gedrängt werden", sagt Oberärztin Antje-Susanne Kasper von der Berliner Charité. "Sie kommen fast nie aus eigenem Antrieb zu uns."

So erkennen Sie Krampfadern

Dabei sind Krampfadern auch für Laien oft gut erkennbar: "Die bläulichen, knotigen und geschlängelten Venen zeichnen sich in der Regel unter der Haut ab", erläutert Kasper. Mit Fortschreiten der Krankheit kann es zu schweren Beinen oder einem Spannungsschmerz kommen, manche Betroffene spüren auch einen Juckreiz. Hält dieser Zustand mehrere Jahre an, sind oft Verhärtungen und Verfärbungen die Folge. "Wer solche Veränderungen bemerkt, sollte zum Arzt gehen", sagt die Oberärztin. "Es besteht das Risiko, dass sich offene Beine bilden."

Untersuchung beim Arzt nicht schmerzhaft

Die Untersuchung beim Arzt erfolgt mithilfe eines Ultraschalls und ist schmerzfrei. Kompressionsstrümpfe können die Beschwerden lindern. Diese sollten insbesondere bei längeren Autofahrten oder Flugreisen getragen werden. "Allerdings hat sich in unser Studie gezeigt, dass nur jeder zweite Mann sein Rezept für Kompressionsstrümpfe wirklich einlöst", sagt Seiter. Unter bestimmten Umständen kann ein operativer Eingriff erforderlich sein. Dabei werden die betroffenen Venenabschnitte entfernt oder verklebt. Seiter rät, die Auswahl eines Arztes nicht vom Zufall abhängig zu machen, sondern sich von der Ärztekammer beraten zu lassen.

Risiko senken

"Krampfadern sind häufig familiär bedingt", sagt Kasper. "Dennoch lässt sich mit einer ausgewogenen Lebensweise das Risiko etwas verringern." Dazu gehören der Verzicht auf Zigaretten, eine gesunde Ernährung und der Abbau von Übergewicht. Langes Stehen, Sitzen und Saunagänge sollten vermieden werden. Als Sportart empfehlen Spezialisten Walking und Schwimmen. Am wichtigsten ist jedoch, dass Männer sich mit ihren Krampfadern auseinandersetzen und rechtzeitig zum Arzt gehen. "Die betroffenen Männern müssen ihre Schwellenängste überwinden", erklärt Seiter. "Dann lassen sich schwere Komplikationen vermeiden." (Ratgeber: So beugen Sie Krampfadern vor)

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